Kalkschulter & Magnesium: Ursachen, Symptome & Tipps
Magnesium kann bei Kalkschulter die Muskel- und Nervenfunktion unterstützen. Erfahren Sie, welche Rolle dieser Mineralstoff bei Kalkablagerungen in der Schulter spielen kann.
Wissenswertes über "Kalkschulter magnesium"
Magnesium kann bei Kalkschulter die Muskel- und Nervenfunktion unterstützen. Erfahren Sie, welche Rolle dieser Mineralstoff bei Kalkablagerungen in der Schulter spielen kann.
Was ist eine Kalkschulter?
Die Kalkschulter (medizinisch: Tendinosis calcarea) ist eine Erkrankung, bei der sich Kalziumkristalle – vor allem Hydroxylapatit – in den Sehnen der Schulter ablagern. Am häufigsten betroffen ist die Supraspinatussehne, die zum sogenannten Rotatorenmanschettenbereich gehört. Diese Ablagerungen können zu erheblichen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen.
Ursachen der Kalkschulter
Die genaue Ursache der Kalkschulter ist noch nicht vollständig geklärt. Als mögliche Faktoren gelten:
- Durchblutungsstörungen in der Sehne, die zu einem lokalen Sauerstoffmangel führen
- Überlastung und wiederholte Mikrotraumata der Schultersehnen
- Stoffwechselstörungen und hormonelle Veränderungen
- Mineralstoffungleichgewichte, darunter möglicherweise ein Magnesiummangel
- Genetische Veranlagung
Die Rolle von Magnesium bei der Kalkschulter
Magnesium ist ein essenzieller Mineralstoff, der an über 300 enzymatischen Reaktionen im Körper beteiligt ist. Im Zusammenhang mit der Kalkschulter wird Magnesium aus mehreren Gründen diskutiert:
Regulation des Kalziumstoffwechsels
Magnesium und Kalzium stehen in einem engen Wechselwirkungsverhältnis. Magnesium hemmt die übermäßige Kalziumablagerung in Weichgeweben, indem es als natürlicher Kalziumantagonist wirkt. Ein Magnesiummangel kann dazu beitragen, dass Kalzium verstärkt in Sehnen und anderen Weichteilen eingelagert wird, anstatt in den Knochen zu verbleiben oder über die Nieren ausgeschieden zu werden.
Muskel- und Sehnengesundheit
Magnesium spielt eine wichtige Rolle bei der Muskelentspannung und der normalen Funktion der Sehnen. Ein ausreichender Magnesiumspiegel kann muskulaere Verspannungen reduzieren, die zusätzlichen Druck auf die betroffenen Schultersehnen ausüben.
Entzündungshemmende Wirkung
Studien weisen darauf hin, dass Magnesium entzündungshemmende Eigenschaften besitzt. Da die Kalkschulter oft mit lokalen Entzündungsreaktionen einhergeht, könnte eine ausreichende Magnesiumversorgung dazu beitragen, Entzündungsprozesse in der Schulterregion zu dämpfen.
Symptome der Kalkschulter
Die Beschwerden können je nach Stadium stark variieren:
- Stechende oder dumpfe Schmerzen in der Schulter, oft nachts verstärkt
- Bewegungseinschränkung, insbesondere beim Heben des Arms
- Druckempfindlichkeit im Schulterbereich
- In akuten Phasen: plötzlich auftretende, sehr starke Schmerzen
Diagnose
Die Diagnose der Kalkschulter erfolgt durch:
- Röntgenaufnahme: Sichtbarmachung der Kalkablagerungen
- Ultraschall: Beurteilung der Sehnenstruktur und der Ablagerungen
- MRT (Magnetresonanztomografie): detaillierte Darstellung der Weichteile
- Blutuntersuchung: unter anderem zur Bestimmung des Magnesiumspiegels und anderer Mineralstoffwerte
Behandlung und Magnesiumsupplementierung
Die Behandlung der Kalkschulter ist vielschichtig und umfasst konservative sowie operative Maßnahmen:
Konservative Therapie
- Physiotherapie und gezielte Übungen
- Entzündungshemmende Medikamente (NSAR)
- Stosswellentherapie (ESWT)
- Kühlung und Schonung in akuten Phasen
Magnesium als ergänzende Maßnahme
Eine gezielte Magnesiumsupplementierung kann als ergänzende Maßnahme erwogen werden, insbesondere wenn ein Magnesiummangel vorliegt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Erwachsene eine tägliche Magnesiumzufuhr von 300–350 mg (Frauen) bzw. 350–400 mg (Männer). Magnesiumreiche Lebensmittel sind unter anderem:
- Nüsse und Samen (z. B. Kürbiskerne, Mandeln)
- Hülsenfrüchte (z. B. Bohnen, Linsen)
- Vollkornprodukte
- Grünes Blattgemüse (z. B. Spinat)
- Dunkle Schokolade
Vor der Einnahme von Magnesiumpräparaten sollte Rücksprache mit einem Arzt oder einer Ärztin gehalten werden, da eine Überdosierung zu Nebenwirkungen wie Durchfall führen kann.
Operative Therapie
Wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichen, kann eine arthroskopische Entfernung der Kalkdepots in Betracht gezogen werden.
Quellen
- Rowe CR. "Calcific tendinitis" – in: Instructional Course Lectures, American Academy of Orthopaedic Surgeons, 1995.
- Konrad M et al. – "The Benefits of Magnesium in Clinical Practice" – Nutrients, PubMed, 2021. DOI: 10.3390/nu13051136
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) – Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Magnesium. www.dge.de
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