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Der Kalziumphosphatstoffwechsel regelt den Haushalt von Kalzium und Phosphat im Körper und ist entscheidend für gesunde Knochen, Nerven und Muskeln.
Der Kalziumphosphatstoffwechsel regelt den Haushalt von Kalzium und Phosphat im Körper und ist entscheidend für gesunde Knochen, Nerven und Muskeln.
Der Kalziumphosphatstoffwechsel bezeichnet das komplexe Zusammenspiel biologischer Prozesse, die den Gehalt von Kalzium und Phosphat im Blut, in den Knochen und in anderen Geweben regulieren. Beide Mineralstoffe sind eng miteinander verbunden: Sie kommen gemeinsam in der Knochenmatrix vor, beeinflussen sich gegenseitig in ihrer Aufnahme und Ausscheidung und werden durch dieselben Hormone gesteuert. Ein gestörter Kalziumphosphatstoffwechsel kann zu einer Vielzahl von Erkrankungen führen, darunter Osteoporose, Nierenerkrankungen und Störungen des Nervensystems.
Kalzium ist das mengenmäßig häufigste Mineral im menschlichen Körper. Etwa 99 % des gesamten Kalziums sind in den Knochen und Zähnen gespeichert. Das restliche 1 % zirkuliert im Blut und in den Weichteilen, wo es lebenswichtige Funktionen erfüllt:
Phosphat ist ebenfalls ein essenzieller Mineralstoff. Etwa 85 % des Körperphosphats befinden sich in den Knochen. Phosphat ist außerdem Bestandteil von ATP (dem zellulären Energieträger), von DNA und RNA sowie von Zellmembranen. Es spielt eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel und bei der Regulierung des Säure-Basen-Haushalts.
Der Kalziumphosphatstoffwechsel wird durch ein präzises Hormonsystem kontrolliert. Die drei wichtigsten Regulatoren sind:
Das Parathormon wird von den Nebenschilddrüsen ausgeschüttet, wenn der Kalziumspiegel im Blut sinkt. Es wirkt auf drei Ebenen:
Calcitriol ist die biologisch aktive Form von Vitamin D. Es wird in der Haut unter UV-Einwirkung gebildet und in der Leber sowie der Niere in seine aktive Form umgewandelt. Calcitriol:
Calcitonin wird von der Schilddrüse produziert, wenn der Kalziumspiegel im Blut zu hoch ist. Es senkt den Kalziumspiegel, indem es den Knochenabbau hemmt und die Kalziumausscheidung über die Niere fördert. Seine physiologische Bedeutung beim Erwachsenen ist im Vergleich zu PTH und Vitamin D geringer, spielt jedoch eine Rolle bei der Regulation nach kalziumreichen Mahlzeiten.
Ein weiterer wichtiger Regulator ist FGF-23, ein Hormon, das von Knochenzellen (Osteozyten) produziert wird. Es senkt den Phosphatspiegel im Blut, indem es die Phosphatausscheidung über die Nieren steigert und die Aktivierung von Vitamin D hemmt. FGF-23 spielt eine zentrale Rolle bei chronischen Nierenerkrankungen, bei denen sein Spiegel oft stark erhöht ist.
Im Dünndarm wird Kalzium durch zwei Mechanismen aufgenommen: einen aktiven, Vitamin-D-abhängigen Transport sowie eine passive parazelluläre Diffusion. Die Effizienz der Kalziumabsorption hängt stark vom Vitamin-D-Spiegel, dem Nahrungsangebot und dem aktuellen Bedarf ab. Phosphat wird im Darm ebenfalls aktiv resorbiert, wobei hohe Kalziummengen die Phosphataufnahme hemmen können.
Die Niere ist das zentrale Organ der Feinjustierung. Sie filtert täglich große Mengen an Kalzium und Phosphat, von denen der Großteil rückresorbiert wird. Die Ausscheidungsrate wird präzise durch PTH, Calcitriol und FGF-23 gesteuert. Eine eingeschränkte Nierenfunktion kann den gesamten Mineralstoffhaushalt erheblich stören.
Der Knochen fungiert als Speicher- und Pufferorgan. Er gibt bei Bedarf Kalzium und Phosphat ins Blut ab und nimmt sie bei ausreichendem Angebot wieder auf. Das Gleichgewicht zwischen Knochenaufbau (durch Osteoblasten) und Knochenabbau (durch Osteoklasten) wird durch Hormone und lokale Faktoren reguliert.
Erkrankungen des Kalziumphosphatstoffwechsels können durch eine Über- oder Unterfunktion der regulierenden Hormone oder durch Organdysfunktionen entstehen:
Die Diagnose von Störungen des Kalziumphosphatstoffwechsels erfolgt durch:
Die Therapie richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache:
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