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Kalziumsupplementation – Wirkung, Bedarf und Dosierung

Kalziumsupplementation bezeichnet die gezielte Zufuhr von Kalzium über Nahrungsergänzungsmittel. Sie dient der Vorbeugung und Behandlung von Kalziummangel sowie zur Unterstützung der Knochengesundheit.

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Wissenswertes über "Kalziumsupplementation"

Kalziumsupplementation bezeichnet die gezielte Zufuhr von Kalzium über Nahrungsergänzungsmittel. Sie dient der Vorbeugung und Behandlung von Kalziummangel sowie zur Unterstützung der Knochengesundheit.

Was ist Kalziumsupplementation?

Kalziumsupplementation bezeichnet die gezielte Einnahme von Kalzium in Form von Nahrungsergänzungsmitteln oder Arzneimitteln, um den täglichen Bedarf des Körpers zu decken, wenn dieser nicht allein durch die Ernährung gedeckt werden kann. Kalzium ist das mengenmäßig häufigste Mineral im menschlichen Körper und spielt eine zentrale Rolle für Knochen, Zähne, Muskulatur, Nerven und Blutgerinnung.

Biologische Funktionen von Kalzium

Kalzium erfüllt im Körper zahlreiche lebenswichtige Aufgaben:

  • Knochen- und Zahnstruktur: Rund 99 % des Körperkalziums sind in Knochen und Zähnen gespeichert und verleihen ihnen Festigkeit.
  • Muskelfunktion: Kalzium ermöglicht die Kontraktion von Skelett- und Herzmuskulatur.
  • Nervenübertragung: Es ist an der Weiterleitung von Nervensignalen beteiligt.
  • Blutgerinnung: Kalzium ist ein essenzieller Kofaktor in der Gerinnungskaskade.
  • Zellsignalisierung: Als intrazellulärer Botenstoff reguliert es viele Stoffwechselprozesse.

Empfohlene Tageszufuhr

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt folgende tägliche Kalziumzufuhr:

  • Erwachsene (19–50 Jahre): 1.000 mg/Tag
  • Erwachsene ab 51 Jahren: 1.000 mg/Tag
  • Schwangere und Stillende: 1.000 mg/Tag
  • Jugendliche (13–18 Jahre): 1.200 mg/Tag
  • Kinder (7–12 Jahre): 900–1.100 mg/Tag

Die WHO empfiehlt für Erwachsene eine Mindestzufuhr von 500 mg/Tag, wobei 1.000–1.200 mg/Tag als optimal gelten.

Indikationen für Kalziumsupplementation

Eine gezielte Kalziumsupplementation wird in folgenden Situationen empfohlen:

  • Osteoporose-Prophylaxe und -Therapie: Besonders bei postmenopausalen Frauen und älteren Männern
  • Nachgewiesener Kalziummangel (Hypokalzämie)
  • Malabsorptionssyndrome: z. B. Zöliakie, Morbus Crohn, Kurzdarmsyndrom
  • Laktoseintoleranz oder vegane Ernährung mit geringer Milchproduktaufnahme
  • Langzeittherapie mit Kortikosteroiden oder anderen knochenabbauenden Medikamenten
  • Hypoparathyreoidismus (Unterfunktion der Nebenschilddrüsen)
  • Schwangerschaft und Stillzeit bei unzureichender Kalziumzufuhr

Nahrungsquellen für Kalzium

Bevor eine Supplementierung in Betracht gezogen wird, sollte die Kalziumzufuhr über die Ernährung optimiert werden. Gute Nahrungsquellen sind:

  • Milch und Milchprodukte (Joghurt, Käse)
  • Kalziumreiches Mineralwasser (mehr als 150 mg/l)
  • Grünes Blattgemüse (Brokkoli, Grünkohl, Pak Choi)
  • Hülsenfrüchte (weiße Bohnen, Kichererbsen)
  • Sesam und Mandeln
  • Angereicherte Pflanzendrinks (Hafer-, Soja-, Mandeldrink)

Formen der Kalziumsupplemente

Kalziumsupplemente sind in verschiedenen chemischen Verbindungen erhältlich, die sich in Kalziumgehalt und Bioverfügbarkeit unterscheiden:

  • Kalziumcarbonat: Enthält ca. 40 % elementares Kalzium; günstig, sollte mit einer Mahlzeit eingenommen werden
  • Kalziumcitrat: Enthält ca. 21 % elementares Kalzium; magenschonender, kann nüchtern eingenommen werden, bessere Bioverfügbarkeit bei Magensäuremangel
  • Kalziumglukonat und Kalziumlaktat: Geringerer Kalziumgehalt, werden seltener verwendet

Dosierung und Einnahmeempfehlungen

Für eine optimale Aufnahme gilt:

  • Tagesdosen über 500 mg elementares Kalzium sollten auf mehrere Einzeldosen aufgeteilt werden, da die Resorptionsrate bei höheren Einzeldosen sinkt.
  • Kalziumcarbonat-Präparate sollten zu den Mahlzeiten eingenommen werden, da Magensäure die Auflösung fördert.
  • Kalziumcitrat kann unabhängig von Mahlzeiten eingenommen werden.
  • Die Kombination mit Vitamin D verbessert die Kalziumresorption im Darm erheblich.

Nebenwirkungen und Risiken

Bei sachgemäßer Einnahme ist Kalziumsupplementation gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen umfassen:

  • Verstopfung (Obstipation), besonders bei Kalziumcarbonat
  • Blähungen und Magendrücken
  • Bei übermäßiger Einnahme: Hyperkalzämie (erhöhter Kalziumspiegel im Blut) mit Symptomen wie Übelkeit, Schwäche und Nierenproblemen
  • Mögliches erhöhtes Risiko für Nierensteine bei entsprechender Veranlagung

Einige Studien haben auf ein potenziell erhöhtes kardiovaskuläres Risiko bei hochdosierter Kalziumsupplementation ohne begleitende Vitamin-D-Gabe hingewiesen. Die aktuellen Leitlinien empfehlen daher, die Supplementierung auf den tatsächlichen Bedarf zu beschränken.

Wechselwirkungen

Kalzium kann Wechselwirkungen mit verschiedenen Medikamenten eingehen:

  • Bisphosphonate (z. B. Alendronat): Kalzium hemmt deren Aufnahme; Einnahme im Abstand von mindestens 2 Stunden empfohlen
  • Schilddrüsenhormone (Levothyroxin): Verminderte Resorption bei gleichzeitiger Einnahme
  • Tetracyclin-Antibiotika: Kalzium reduziert deren Wirksamkeit
  • Eisenpräparate: Gleichzeitige Einnahme kann die Eisenresorption vermindern
  • Diuretika: Thiaziddiuretika können den Kalziumspiegel erhöhen; bei gleichzeitiger Supplementierung Überwachung empfohlen

Risikogruppen für Kalziummangel

Bestimmte Bevölkerungsgruppen haben ein erhöhtes Risiko für einen Kalziummangel:

  • Ältere Erwachsene (ab 65 Jahren) aufgrund verminderter Resorption
  • Postmenopausale Frauen durch veränderten Hormonstatus
  • Menschen mit Laktoseintoleranz oder veganer Ernährung
  • Personen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen
  • Patientinnen und Patienten unter Langzeitkortisontherapie

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Kalzium. DGE, Bonn, 2021. Online verfügbar unter: www.dge.de
  2. World Health Organization (WHO): Calcium supplementation in pregnant women. WHO Guidelines, Geneva, 2013.
  3. Bolland MJ, Leung W, Tai V et al.: Calcium intake and risk of fracture: systematic review. BMJ. 2015;351:h4580.

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