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Karzinom – Definition, Ursachen und Behandlung

Ein Karzinom ist ein bösartiger Tumor, der aus Epithelzellen entsteht. Es ist die häufigste Form von Krebs und kann viele Organe befallen.

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Wissenswertes über "Karzinom"

Ein Karzinom ist ein bösartiger Tumor, der aus Epithelzellen entsteht. Es ist die häufigste Form von Krebs und kann viele Organe befallen.

Was ist ein Karzinom?

Ein Karzinom (lateinisch: Carcinoma) ist eine bösartige Geschwulst, die aus Epithelzellen hervorgeht. Epithelzellen bilden die Auskleidung von Organen, Drüsen und Körperoberflächen. Da diese Zellen im gesamten Körper vorkommen, kann ein Karzinom nahezu jeden Körperbereich betreffen. Karzinome stellen die häufigste Gruppe bösartiger Tumore (Krebserkrankungen) beim Menschen dar und machen schätzungsweise 80–90 % aller Krebsfälle aus.

Ursachen und Risikofaktoren

Die Entstehung eines Karzinoms ist ein mehrstufiger Prozess, bei dem es zu genetischen Veränderungen in den Zellen kommt. Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen:

  • Tabakrauchen: Hauptrisikofaktor für Lungen-, Rachen- und Blasenkarzinome
  • UV-Strahlung: Begünstigt die Entstehung von Hautkarzinomen
  • Chronische Entzündungen: Erhöhen das Krebsrisiko in betroffenen Geweben
  • Virusinfektionen: Zum Beispiel humane Papillomviren (HPV) beim Zervixkarzinom oder Hepatitis-B/C-Viren beim Leberzellkarzinom
  • Genetische Veranlagung: Familiäre Häufung bestimmter Karzinome (z. B. Brust- oder Darmkrebs)
  • Ernährung und Lebensstil: Unausgewogene Ernährung, Übergewicht und Alkoholkonsum
  • Chemische Karzinogene: Bestimmte Schadstoffe am Arbeitsplatz oder in der Umwelt

Häufige Arten von Karzinomen

Je nach Ursprungsgewebe und betroffenem Organ werden verschiedene Karzinomtypen unterschieden:

  • Adenokarzinom: Entsteht in Drüsengewebe (z. B. Darm-, Magen-, Lungen- oder Brustkrebs)
  • Plattenepithelkarzinom: Geht von Plattenepithelzellen aus (z. B. Haut-, Mund- oder Speiseröhrenkrebs)
  • Urothelkarzinom: Betrifft die Schleimhaut der Harnwege (Blasenkrebs)
  • Hepatozelluläres Karzinom: Bösartiger Tumor der Leber
  • Bronchialkarzinom: Lungenkrebs, einer der häufigsten und gefährlichsten Karzinome
  • Mammakarzinom: Brustkrebs, häufigster Krebs bei Frauen
  • Prostatakarzinom: Häufigster Krebs bei Männern

Symptome

Die Symptome eines Karzinoms sind stark vom Entstehungsort abhängig. Allgemeine Warnsignale können sein:

  • Unerklärlicher Gewichtsverlust
  • Anhaltende Erschöpfung und Abgeschlagenheit
  • Neu aufgetretene Schmerzen ohne erkennbare Ursache
  • Veränderungen an Haut oder Schleimhäuten (z. B. nicht heilende Wunden)
  • Blutungen oder ungewöhnliche Absonderungen
  • Tastbare Knoten oder Schwellungen
  • Anhaltender Husten oder Heiserkeit

Viele Karzinome verlaufen in frühen Stadien symptomlos, weshalb Vorsorgeuntersuchungen eine besonders wichtige Rolle spielen.

Diagnose

Die Diagnose eines Karzinoms erfolgt durch eine Kombination verschiedener Methoden:

  • Körperliche Untersuchung: Erste Beurteilung durch den Arzt
  • Bildgebende Verfahren: Ultraschall, Röntgen, CT (Computertomographie), MRT (Magnetresonanztomographie) und PET-Scan zur Lokalisierung und Beurteilung des Tumors
  • Laboruntersuchungen: Blutuntersuchungen inkl. Tumormarker
  • Biopsie: Entnahme einer Gewebeprobe zur mikroskopischen Untersuchung – die einzig sichere Methode zur Diagnosestellung
  • Histopathologie: Feingewebliche Analyse des Biopsiematerials zur Bestimmung des Karzinomtyps und des Malignitätsgrades

Behandlung

Die Behandlung eines Karzinoms richtet sich nach Tumorart, Lage, Stadium und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten. Zu den wichtigsten Therapieoptionen zählen:

Operation

Die chirurgische Entfernung des Tumors ist oft die erste Wahl, wenn das Karzinom noch lokal begrenzt ist. Ziel ist es, den Tumor vollständig zu entfernen.

Strahlentherapie

Bei der Strahlentherapie werden hochenergetische Strahlen eingesetzt, um Krebszellen zu zerstören oder ihr Wachstum zu hemmen. Sie kann allein oder in Kombination mit anderen Therapien erfolgen.

Chemotherapie

Die Chemotherapie verwendet Medikamente (Zytostatika), die das Wachstum schnell teilender Zellen hemmen. Sie wird häufig bei fortgeschrittenen Karzinomen oder zur Nachsorge eingesetzt.

Immuntherapie

Moderne Immuntherapien (z. B. Checkpoint-Inhibitoren) stärken das körpereigene Immunsystem, sodass es Krebszellen gezielter erkennen und bekämpfen kann.

Zielgerichtete Therapie

Diese Therapieform richtet sich gegen spezifische molekulare Zielstrukturen auf Krebszellen und ist weniger schädlich für gesundes Gewebe als klassische Chemotherapeutika.

Hormontherapie

Bei hormonabhängigen Karzinomen (z. B. Brust- oder Prostatakarzinom) kann eine Hormontherapie das Tumorwachstum verlangsamen.

Vorsorge und Früherkennung

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind entscheidend für die frühzeitige Erkennung von Karzinomen, wenn die Heilungschancen am größten sind. In Deutschland bietet das Gesundheitssystem verschiedene Früherkennungsprogramme an, z. B. Koloskopie (Darmspiegelung), Mammographie und den Pap-Abstrich.

Quellen

  1. Robert Koch-Institut (RKI) – Zentrum für Krebsregisterdaten: Krebs in Deutschland, aktuelle Ausgabe. www.krebsdaten.de
  2. Leitlinienprogramm Onkologie der AWMF, Deutschen Krebsgesellschaft und Deutschen Krebshilfe – Onkologische S3-Leitlinien. www.leitlinienprogramm-onkologie.de
  3. World Health Organization (WHO) – International Agency for Research on Cancer (IARC): World Cancer Report. Lyon, IARC Press.

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