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Kataplerose bezeichnet den Abfluss von Zwischenprodukten aus dem Zitratzyklus für biosynthetische Prozesse. Sie ist essenziell für den zellulären Stoffwechsel.
Kataplerose bezeichnet den Abfluss von Zwischenprodukten aus dem Zitratzyklus für biosynthetische Prozesse. Sie ist essenziell für den zellulären Stoffwechsel.
Der Begriff Kataplerose (englisch: cataplerosis) bezeichnet in der Biochemie den Vorgang, bei dem Zwischenprodukte des Zitratzyklus (auch Tricarbonsäurezyklus oder Krebszyklus genannt) aus diesem Kreislauf herausgezogen und für andere Stoffwechselwege verwendet werden. Der Zitratzyklus ist ein zentraler Stoffwechselweg in den Mitochondrien der Zellen, der zur Energiegewinnung und zur Synthese wichtiger Moleküle dient. Kataplerose ist das Gegenstück zur Anaplerose, die für den Nachschub dieser Zwischenprodukte sorgt. Beide Prozesse müssen im Gleichgewicht stehen, damit der Zitratzyklus reibungslos funktioniert.
Die Kataplerose erfüllt eine Schlüsselfunktion im Zellstoffwechsel. Durch den kontrollierten Abzug von Zwischenprodukten aus dem Zitratzyklus werden Rohmaterialien für viele lebenswichtige Syntheseprozesse bereitgestellt. Zu diesen Prozessen gehören unter anderem:
Ohne Kataplerose könnten Zellen viele lebensnotwendige Moleküle nicht herstellen. Gleichzeitig muss der Abfluss von Zwischenprodukten durch anaplerotische Reaktionen kompensiert werden, um den Energiestoffwechsel aufrechtzuerhalten.
Zu den bedeutendsten kataplerotischen Substraten gehören:
Das Gleichgewicht zwischen Kataplerose und Anaplerose ist für die Zellhomöostase entscheidend. Anaplerotische Reaktionen füllen den Zitratzyklus wieder auf, beispielsweise durch die Umwandlung von Pyruvat zu Oxalacetat (durch das Enzym Pyruvatcarboxylase) oder durch den Abbau von Aminosäuren. Ist das Gleichgewicht gestört, kann es zu Stoffwechselerkrankungen kommen.
Störungen der kataplerotischen Prozesse spielen eine Rolle bei verschiedenen Erkrankungen:
Das gezielte Eingreifen in kataplerotische Prozesse ist Gegenstand aktueller biochemischer und pharmakologischer Forschung. Bestimmte Substanzen, die als kataplerotische Agenzien bezeichnet werden, können den Abfluss von Zitratzyklus-Intermediaten fördern und so den Stoffwechsel modulieren. Ein Beispiel ist Phenylpyruvat, das kataplerotische Wirkungen auf Pankreas-Betazellen ausgeübt und in der Diabetesforschung untersucht wird. Auch die Modulation der hepatischen Gluconeogenese über kataplerotische Eingriffe ist ein therapeutisches Ziel bei der Behandlung von Typ-2-Diabetes.
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