Kehlkopfentzündung Kind – Symptome & Behandlung
Die Kehlkopfentzündung beim Kind (Laryngitis) ist eine Entzündung des Kehlkopfes, die häufig mit Heiserkeit und Husten einhergeht. Erfahren Sie mehr über Ursachen, Symptome und Behandlung.
Wissenswertes über "Kehlkopfentzündung Kind"
Die Kehlkopfentzündung beim Kind (Laryngitis) ist eine Entzündung des Kehlkopfes, die häufig mit Heiserkeit und Husten einhergeht. Erfahren Sie mehr über Ursachen, Symptome und Behandlung.
Was ist eine Kehlkopfentzündung beim Kind?
Die Kehlkopfentzündung (medizinisch: Laryngitis) ist eine Entzündung der Schleimhaut des Kehlkopfes (Larynx). Bei Kindern tritt sie häufig im Rahmen von Erkältungskrankheiten auf und kann sich aufgrund der engen Atemwege von Kindern rascher zu einem ernsthaften Krankheitsbild entwickeln als bei Erwachsenen. Besonders bekannt ist der sogenannte Pseudokrupp (stenosierende Laryngitis), der vor allem Kleinkinder zwischen einem und fünf Jahren betrifft.
Ursachen
Die häufigsten Ursachen einer Kehlkopfentzündung beim Kind sind:
- Virale Infektionen: In der überwiegenden Mehrheit der Fälle sind Viren verantwortlich, darunter Parainfluenzaviren (häufigste Ursache des Pseudokrupps), Rhinoviren, das RS-Virus und Influenzaviren.
- Bakterielle Infektionen: Seltener können Bakterien wie Streptokokken oder Haemophilus influenzae eine Kehlkopfentzündung auslösen. Schwere Verläufe wie die Epiglottitis (Kehldeckelentzündung) können lebensbedrohlich sein.
- Allergien und Reizstoffe: Allergene, Zigarettenrauch oder trockene Raumluft können die Kehlkopfschleimhaut reizen und zu einer Entzündung beitragen.
- Überbeanspruchung der Stimme: Lautes Schreien oder übertriebenes Singen kann ebenfalls zu einer Reizung des Kehlkopfes führen.
Symptome
Die typischen Symptome einer Kehlkopfentzündung beim Kind umfassen:
- Heiserkeit bis hin zum vollständigen Stimmverlust
- Bellender Husten (typisch für den Pseudokrupp)
- Schluckbeschwerden und Halsschmerzen
- Inspiratorischer Stridor: pfeifendes oder zischendes Geräusch beim Einatmen, das auf eine Verengung der Atemwege hinweist
- Heisere, raue Stimme
- Leichtes Fieber (vor allem bei Infektionen)
- Atemnot in schweren Fällen (medizinischer Notfall)
Pseudokrupp: Warnsymptome beachten
Der Pseudokrupp beginnt häufig plötzlich in der Nacht mit bellend klingendem Husten und erschwerter Atmung. Eltern sollten bei ausgepägter Atemnot, blauen Lippen oder starker Unruhe des Kindes sofort den Notruf (112) rufen oder umgehend die nächste Notaufnahme aufsuchen.
Diagnose
Der Kinderarzt oder die Kinärztin stellt die Diagnose in der Regel anhand der typischen Symptome und einer körperlichen Untersuchung. Im Rahmen der Untersuchung werden folgende Maßnahmen durchgeführt:
- Anamnese: Befragung der Eltern zu Symptombeginn, Verlauf und möglichen Auslösern
- Inspektion von Rachen und Hals
- Abhören der Lunge (Auskultation) zur Beurteilung der Atemgeräusche
- Bei Verdacht auf eine bakterielle Infektion: Laboruntersuchungen (Blutbild, CRP) oder ein Abstrich
- In schweren Fällen: Laryngoskopie (Spiegelung des Kehlkopfes) durch den HNO-Arzt
Behandlung
Allgemeine Maßnahmen
Bei leichten Verläufen stehen unterstützende Maßnahmen im Vordergrund:
- Frische, feuchte Luft: Das Öffnen eines Fensters oder das Stehen vor dem geöffneten Kühlschrank kann die Atemwege beruhigen.
- Raumluftbefeuchtung: Feuchte Handтücher auf dem Heizkörper oder ein Luftbefeuchter können helfen.
- Ruhe und Schonung: Das Kind sollte die Stimme schonen und ausreichend schlafen.
- Ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen (Wasser, lauwarmer Kräutertee)
- Stimmschonung: Flüstern sollte vermieden werden, da es die Stimmbänder zusätzlich belastet.
Medikamentöse Behandlung
- Kortikosteroide (z. B. Dexamethason, Budesonid): Bei Pseudokrupp sind inhalative oder orale Kortikosteroide das Mittel der Wahl, da sie die Schwellung der Atemwege rasch reduzieren.
- Adrenalin-Inhalation: In schweren Fällen mit ausgeprägter Atemnot kann Adrenalin inhaliert werden, um die Atemwege zu erweitern (meist im Krankenhaus).
- Antipyretika (fiebersenkende Mittel wie Paracetamol oder Ibuprofen) bei Fieber und Schmerzen.
- Antibiotika nur bei gesicherter bakterieller Infektion.
Wann ins Krankenhaus?
Eine sofortige ärztliche Vorstellung ist notwendig bei:
- Starker Atemnot oder blauen Lippen
- Lautem Stridor (pfeifendem Atemgeräusch)
- Hohem Fieber über 39 °C
- Stark beeinträchtigtem Allgemeinzustand
- Säuglingen mit Laryngitis
Vorbeugung
Eine vollständige Vorbeugung ist nicht immer möglich, jedoch können folgende Maßnahmen das Risiko verringern:
- Regelmäßiges Händewaschen zur Reduktion der Übertragung von Viren
- Impfungen gemäß den Empfehlungen der STIKO (z. B. gegen Influenza, Haemophilus influenzae Typ b)
- Vermeidung von Passivrauch
- Ausreichend Trinken und eine gesünde Ernährung zur Stärkung des Immunsystems
Quellen
- Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie (GPP) – Leitlinie Krupp-Syndrom, AWMF-Register Nr. 048-004, 2020.
- Wahn, U., Seger, R., Wahn, V. – Pädiatrische Allergologie und Immunologie, 5. Auflage, Elsevier Verlag, 2009.
- World Health Organization (WHO) – Acute respiratory infections in children: case management in small hospitals in developing countries, WHO/ARI/90.5.
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