Kehlkopfkrebs: Ursachen, Symptome und Behandlung
Kehlkopfkrebs ist eine bösartige Erkrankung des Kehlkopfes (Larynx), die häufig durch Rauchen und Alkohol begünstigt wird. Frühzeitig erkannt, sind die Heilungschancen gut.
Wissenswertes über "Kehlkopfkrebs"
Kehlkopfkrebs ist eine bösartige Erkrankung des Kehlkopfes (Larynx), die häufig durch Rauchen und Alkohol begünstigt wird. Frühzeitig erkannt, sind die Heilungschancen gut.
Was ist Kehlkopfkrebs?
Kehlkopfkrebs (medizinisch: Larynxkarzinom) ist eine bösartige Tumorerkrankung, die vom Gewebe des Kehlkopfes ausgeht. Der Kehlkopf (Larynx) ist ein Teil der oberen Atemwege und spielt eine zentrale Rolle beim Atmen, Schlucken und bei der Stimmbildung. Am häufigsten handelt es sich um sogenannte Plattenepithelkarzinome, also Tumoren, die von den Schleimhautzellen der Kehlkopfschleimhaut ausgehen. Kehlkopfkrebs gehört zu den häufigeren Krebserkrankungen im Kopf-Hals-Bereich und betrifft Männer deutlich häufiger als Frauen.
Ursachen und Risikofaktoren
Die Entstehung von Kehlkopfkrebs ist meist auf eine Kombination mehrerer Risikofaktoren zurückzuführen:
- Rauchen: Tabakkonsum ist der bedeutendste Risikofaktor. Raucher haben ein bis zu zehnfach erhöhtes Erkrankungsrisiko gegenüber Nichtrauchern.
- Alkohol: Regelmäßiger und starker Alkoholkonsum erhöht das Risiko erheblich, insbesondere in Kombination mit Rauchen.
- HPV-Infektion: Bestimmte Typen des Humanen Papillomavirus (HPV) können zur Entstehung von Kehlkopftumoren beitragen.
- Berufliche Exposition: Langzeitiger Kontakt mit Asbest, Holzstaub, chemischen Dämpfen oder anderen Karzinogenen erhöht das Risiko.
- Chronische Reizungen: Anhaltende Reizungen der Kehlkopfschleimhaut, z.B. durch Säurerefulx (Refluxkrankheit), können das Risiko erhöhen.
- Alter und Geschlecht: Das Erkrankungsrisiko steigt ab dem 50. Lebensjahr und betrifft Männer häufiger als Frauen.
Symptome
Die Symptome von Kehlkopfkrebs hängen von der genauen Lage des Tumors im Kehlkopf ab. Typische Anzeichen sind:
- Heiserkeit: Anhaltende, ungeklärte Heiserkeit über mehr als drei Wochen ist oft das erste und häufigste Symptom, besonders bei Tumoren an den Stimmbändern.
- Halsschmerzen und Schluckbeschwerden: Schmerzen beim Schlucken oder ein Fremdkorpergefühl im Hals.
- Husten: Anhaltender Husten, gelegentlich mit Blutbeimengung.
- Atemnot: In fortgeschrittenen Stadien kann der Tumor die Atemwege einengen.
- Gewichtsverlust: Ungewollter Gewichtsverlust durch Schluckbeschwerden oder als allgemeines Tumorsymptom.
- Vergrößerte Lymphknoten: Tastbare Schwellungen am Hals durch Lymphknotenmetastasen.
Diagnose
Zur Diagnose von Kehlkopfkrebs kommen verschiedene Untersuchungsverfahren zum Einsatz:
- Laryngoskopie: Direkte Spiegelung des Kehlkopfes durch einen HNO-Arzt mithilfe eines flexiblen oder starren Endoskops. Dies ist die wichtigste Erstuntersuchung.
- Biopsie: Entnahme einer Gewebeprobe aus dem verdächtigen Bereich zur feingeweblichen (histologischen) Untersuchung, um bösartige Zellen nachzuweisen.
- Bildgebende Verfahren: Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) des Halses und Brustkorbs zur Beurteilung der Tumorausdehnung und möglicher Metastasen.
- Positronen-Emissions-Tomographie (PET-CT): Zur Suche nach Fernmetastasen in fortgeschrittenen Fällen.
- Sonographie: Ultraschalluntersuchung der Halslymphknoten.
Die Stadieneinteilung (Staging) des Tumors nach dem TNM-System ist entscheidend für die Wahl der Therapie.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium des Tumors, seiner genauen Lage sowie dem Allgemeinzustand des Patienten. Die wichtigsten Therapieoptionen sind:
Operation
Im Frühstadium kann der Tumor oft minimal-invasiv durch eine Laserchirurgie (transorale Laserresektion) entfernt werden, ohne den Kehlkopf vollständig zu entfernen. In fortgeschrittenen Stadien kann eine partielle oder totale Laryngektomie (Entfernung des Kehlkopfes) notwendig sein. Nach einer totalen Laryngektomie ist eine natürliche Stimmgebung nicht mehr möglich; betroffene Patienten können jedoch durch Stimmprothesen, Ösophagussprache oder elektronische Sprechhilfen kommunizieren.
Strahlentherapie
Die Strahlentherapie wird häufig als primäre Behandlung im Frühstadium oder als ergänzende Therapie nach einer Operation eingesetzt. Sie kann die Stimme erhalten und ist bei bestimmten Tumorstadien genauso wirksam wie eine Operation.
Chemotherapie und kombinierte Radio-Chemotherapie
Bei fortgeschrittenem Kehlkopfkrebs wird die Strahlentherapie oft mit einer Chemotherapie kombiniert (Radio-Chemotherapie), um die Wirksamkeit zu erhöhen. Ziel ist es, den Tumor zu verkleinern und eine Operation zu vermeiden oder die Kehlkopffunktion zu erhalten.
Immuntherapie und zielgerichtete Therapien
In bestimmten Fällen, insbesondere bei wiederkehrenden oder metastasierten Tumoren, kommen Immun-Checkpoint-Inhibitoren (z.B. Pembrolizumab) oder zielgerichtete Medikamente (z.B. Cetuximab) zum Einsatz.
Prognose und Nachsorge
Die Heilungschancen hängen stark vom Erkrankungsstadium zum Zeitpunkt der Diagnose ab. Im Frühstadium (Stadium I und II) liegen die Fünf-Jahres-Überlebensraten bei über 80 %. In fortgeschrittenen Stadien verschlechtert sich die Prognose deutlich. Nach der Behandlung sind regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen beim HNO-Arzt oder Onkologen essenziell, um ein Rückfallrisiko frühzeitig zu erkennen. Sprachtherapie und rehabilitative Maßnahmen sind häufig ein wichtiger Bestandteil der Nachsorge.
Prävention
Das Risiko für Kehlkopfkrebs lässt sich durch folgende Maßnahmen deutlich senken:
- Vollständiger Verzicht auf Tabakprodukte
- Reduktion oder Verzicht auf Alkohol
- HPV-Schutzimpfung
- Vermeidung beruflicher Exposition gegenüber Karzinogenen
- Regelmäßige ärztliche Kontrollen bei anhaltender Heiserkeit
Quellen
- Deutsche Krebsgesellschaft (2023): Larynxkarzinom - Leitlinie und Patienteninformationen. Online verfügbar unter: www.krebsgesellschaft.de
- Robert Koch-Institut (2022): Krebs in Deutschland für 2019/2020. Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. und das Zentrum für Krebsregisterdaten.
- Wittekind C., Meyer H.-J. (Hrsg., 2020): TNM-Klassifikation maligner Tumoren, 8. Auflage. Wiley-VCH, Weinheim.
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