Keratokonjunktivitis: Ursachen, Symptome & Behandlung
Keratokonjunktivitis ist eine Entzündung, die gleichzeitig die Hornhaut und die Bindehaut des Auges betrifft. Sie verursacht Rötung, Schmerzen und Sehstörungen.
Wissenswertes über "Keratokonjunktivitis"
Keratokonjunktivitis ist eine Entzündung, die gleichzeitig die Hornhaut und die Bindehaut des Auges betrifft. Sie verursacht Rötung, Schmerzen und Sehstörungen.
Was ist Keratokonjunktivitis?
Die Keratokonjunktivitis ist eine Erkrankung des Auges, bei der gleichzeitig die Hornhaut (Kornea) und die Bindehaut (Konjunktiva) entzündet sind. Der Begriff setzt sich aus den griechischen Wörtern für Hornhaut (kerato), Bindehaut (konjunktiva) und Entzündung (-itis) zusammen. Im Gegensatz zur einfachen Bindehautentzündung (Konjunktivitis) ist bei der Keratokonjunktivitis auch die Hornhaut mitbetroffen, was das Risiko für bleibende Sehschäden erhöht.
Formen und Ursachen
Es gibt verschiedene Formen der Keratokonjunktivitis, die sich in Ursache und Verlauf unterscheiden:
Infektiöse Keratokonjunktivitis
- Virale Ursachen: Häufig ausgelöst durch Adenoviren (sogenannte epidemische Keratokonjunktivitis), aber auch durch Herpes-simplex-Viren oder das Varizella-Zoster-Virus.
- Bakterielle Ursachen: Bakterien wie Staphylococcus aureus, Streptococcus pneumoniae oder Chlamydia trachomatis (Trachom) können die Entzündung ausLösen.
Nicht-infektiöse Keratokonjunktivitis
- Allergische Keratokonjunktivitis: Ausgelöst durch Allergene wie Pollen, Tierhaare oder Hausstaubmilben.
- Keratokonjunktivitis sicca (Trockenes Auge): Entsteht durch unzureichende Tränenproduktion oder eine gestörte Tränenfilmzusammensetzung.
- UV-bedingte Keratokonjunktivitis (Photokeratokonjunktivitis): Verursacht durch intensive UV-Strahlung, z. B. beim Schweissen ohne Schutzbrille oder bei starker Sonnenbestrahlung auf Schnee (Schneeblindheit).
- Autoimmunbedingte Formen: Im Rahmen von systemischen Erkrankungen wie dem Sjögren-Syndrom oder rheumatoider Arthritis.
Symptome
Die Beschwerden bei einer Keratokonjunktivitis können je nach Ursache variieren, typische Symptome sind jedoch:
- Starkes Augenbrennen und Augenschmerzen
- Rötung der Augen (Hyperaemie)
- Lichtscheu (Photophobie)
- Vermehrter Tränenfluss oder umgekehrt starkes TrockenhäftigkeitsGefühl
- Fremdkörpergefühl im Auge
- Verschwommenes Sehen oder verminderte Sehschärfe
- Eitriger oder wässriger Ausfluss aus dem Auge (je nach Ursache)
- Geschwollene Augenlider
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel durch einen Augenarzt (Ophthalmologen) gestellt. Folgende Untersuchungsmethoden kommen zum Einsatz:
- Spaltlampenuntersuchung: Detaillierte Beurteilung von Hornhaut und Bindehaut unter Vergrößerung und Spezialbeleuchtung.
- Abstrich und Laboruntersuchung: Zum Nachweis bakterieller oder viraler Erreger.
- Schirmer-Test: Messung der Tränenproduktion bei Verdacht auf Keratokonjunktivitis sicca.
- Allergietests: Bei Verdacht auf allergische Ursachen.
- Flüorescein-Färbung: Sichtbarmachen von Hornhautdefekten mithilfe eines Farbstoffs.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Keratokonjunktivitis:
Infektiöse Formen
- Viral: Bei Adenovirus-Infektionen ist keine spezifische antivirale Therapie verfügbar; die Behandlung erfolgt symptomatisch (kühlende Augentropfen, strikte Hygiene). Bei Herpes-simplex bedingter Keratokonjunktivitis werden antivirale Augentropfen oder -salben (z. B. Aciclovir) eingesetzt.
- Bakteriell: Antibiotische Augentropfen oder -salben (z. B. mit Tobramycin oder Ciprofloxacin).
- Chlamydien-bedingt (Trachom): Systemische Antibiotikatherapie, z. B. mit Azithromycin.
Nicht-infektiöse Formen
- Allergisch: Antihistaminische Augentropfen, Mastzellstabilisatoren und das Meiden von Allergenen.
- Keratokonjunktivitis sicca: Künstliche Tränen (Tränenersatzmittel), Tränenpunktsverschluss (Punctum-Plugs), entzündungshemmende Augentropfen (z. B. Ciclosporin).
- UV-bedingt: Kühlung, feuchte Umschläge, schmerzlindernde Augentropfen; in der Regel heilt diese Form innerhalb weniger Tage ab.
Komplikationen und Prognose
Bei rechtzeitiger und angemessener Behandlung heilt die Keratokonjunktivitis in den meisten Fällen vollständig aus. Wird sie jedoch nicht behandelt oder verzögert diagnostiziert, können ernsthafte Komplikationen auftreten:
- Hornhauttrübungen (Narbenbildung), die das Sehvermögen dauerhaft beeinträchtigen können
- Hornhautgeschwüre (Ulcus corneae)
- Chronifizierung der Entzündung
- Übergreifen auf tiefere Augenschichten
Prävention
- Regelmäßiges Händewaschen, insbesondere bei viralen Epidemien
- Verwendung einer Schutzbrille bei UV-Exposition (z. B. Schweissen, Hochgebirge)
- Meiden bekannter Allergene
- Regelmäßige augenärztliche Kontrolle bei chronischen Erkrankungen (z. B. Sjögren-Syndrom)
- Korrekte Handhabung von Kontaktlinsen
Quellen
- Kanski, J. J. & Bowling, B. (2016). Klinische Ophthalmologie. 8. Auflage. Urban & Fischer Verlag.
- World Health Organization (WHO). Trachoma Fact Sheet. Abgerufen von: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/trachoma
- Pflugfelder, S. C. et al. (2017). Dry Eye Disease: Emerging Approaches to Treatment. JAMA Ophthalmology, 135(8), 841–842.
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