Ketoconazol: Wirkung, Anwendung & Nebenwirkungen
Ketoconazol ist ein Antimykotikum, das zur Behandlung von Pilzinfektionen eingesetzt wird. Es hemmt das Wachstum von Pilzen und ist als Creme, Shampoo und Tablette erhältlich.
Wissenswertes über "Ketoconazol"
Ketoconazol ist ein Antimykotikum, das zur Behandlung von Pilzinfektionen eingesetzt wird. Es hemmt das Wachstum von Pilzen und ist als Creme, Shampoo und Tablette erhältlich.
Was ist Ketoconazol?
Ketoconazol ist ein synthetisches Antimykotikum (Mittel gegen Pilzinfektionen) aus der Gruppe der Azol-Antimykotika. Es wurde in den 1970er Jahren entwickelt und gehört zu den am häufigsten eingesetzten Wirkstoffen zur Behandlung von Pilzinfektionen (Mykosen). Ketoconazol wirkt sowohl gegen Schimmelpilze als auch gegen Hefepilze wie Candida albicans und Malassezia-Arten.
Wirkmechanismus
Ketoconazol hemmt das Enzym Lanosterol-14α-Demethylase, das Pilze benötigen, um Ergosterol zu synthetisieren. Ergosterol ist ein wesentlicher Bestandteil der Zellmembran von Pilzen und entspricht funktionell dem Cholesterin in menschlichen Zellen. Durch die Hemmung dieses Enzyms wird die Zellmembran der Pilze geschädigt, was zum Absterben der Pilzzellen führt.
Anwendungsgebiete
- Seborrhoische Dermatitis (Schuppenerkrankung der Haut und Kopfhaut)
- Pityriasis versicolor (Kleienpilzflechte)
- Tinea-Infektionen (Fußpilz, Nagelpilz, Ringelflechte)
- Candidose (Hefepilzinfektionen der Haut und Schleimhäute)
- Systemische Pilzinfektionen (nur in speziellen, schwerwiegenden Fällen)
- In der Endokrinologie: Behandlung des Cushing-Syndroms (off-label, da Ketoconazol auch die Kortisol-Synthese hemmt)
Verabreichungsformen und Dosierung
Topische Anwendung (auf der Haut)
Ketoconazol ist in Form von Cremes (typischerweise 2 %), Shampoos (1 % oder 2 %) und Gelen erhältlich. Diese Formen werden direkt auf die betroffenen Hautareale oder die Kopfhaut aufgetragen und sind rezeptfrei oder rezeptpflichtig, je nach Konzentration und Land. Für Schuppenprobleme oder Pilzinfektionen der Kopfhaut wird das Shampoo typischerweise zweimal wöchentlich für zwei bis vier Wochen angewendet.
Systemische Anwendung (Tabletten)
Ketoconazol-Tabletten zur oralen Einnahme sind aufgrund schwerwiegender Lebertoxizität in vielen Ländern stark eingeschränkt oder nur noch für bestimmte Indikationen zugelassen (z. B. Cushing-Syndrom). Die Dosierung erfolgt stets nach ärztlicher Verschreibung.
Nebenwirkungen
Topische Anwendung
- Hautreizungen, Brennen oder Juckreiz an der Auftragsstelle
- Selten: allergische Reaktionen
Systemische Anwendung (Tabletten)
- Lebertoxizität (potenziell schwerwiegend, regelmäßige Leberwertkontrollen nötig)
- Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen
- Kopfschmerzen, Schwindel
- Hormonelle Veränderungen (Hemmung der Testosteron- und Kortisol-Synthese)
- Wechselwirkungen mit zahlreichen anderen Medikamenten (CYP3A4-Inhibitor)
Wichtige Hinweise
Ketoconazol-Tabletten dürfen aufgrund des Risikos einer Leberschadigung nicht zusammen mit bestimmten Medikamenten eingenommen werden, darunter einige Antihistaminika, Statine und andere lebertoxische Substanzen. Schwangere und Stillende sollten Ketoconazol nur nach Rücksprache mit einem Arzt anwenden. Bei topischer Anwendung ist das Risikoprofil deutlich günstiger.
Quellen
- European Medicines Agency (EMA): Ketoconazole-containing medicinal products. EMA/596624/2013. Abrufbar unter: www.ema.europa.eu
- Pappas PG et al. - Clinical Practice Guideline for the Management of Candidiasis. Clinical Infectious Diseases, 2016;62(4):e1-e50.
- Lullmann H, Mohr K, Hein L - Pharmakologie und Toxikologie. 18. Auflage. Thieme Verlag, Stuttgart, 2016.
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