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KIM-1 (Kidney Injury Molecule-1) ist ein Biomarker für akute Nierensschäden. Er wird bei Nierenzellenschäden freigesetzt und dient der frühzeitigen Diagnose.
KIM-1 (Kidney Injury Molecule-1) ist ein Biomarker für akute Nierenschäden. Er wird bei Nierenzellenschäden freigesetzt und dient der frühzeitigen Diagnose.
KIM-1 steht für Kidney Injury Molecule-1 (auf Deutsch: Nierenschädigungs-Molekül 1). Es handelt sich um ein Transmembranprotein – also ein Eiweißmolekül, das in der Zellmembran verankert ist – welches hauptsächlich in den Tubuluszellen der Niere vorkommt. Unter normalen Bedingungen ist KIM-1 im Nierengewebe kaum nachweisbar. Bei einer Schädigung der Nierenzellen wird es jedoch stark hochreguliert und in den Urin abgegeben, wo es als empfindlicher Biomarker für eine akute Nierenschädigung (AKI – Acute Kidney Injury) nachgewiesen werden kann.
KIM-1 gehört zur Familie der TIM-Proteine (T-Cell Immunoglobulin and Mucin Domain Proteins) und erfüllt in der Niere mehrere wichtige Aufgaben:
In der klinischen Diagnostik wird KIM-1 als frühzeitiger und hochsensitiver Biomarker für akute Nierenschäden eingesetzt. Im Vergleich zum klassischen Nierenmarker Kreatinin steigt KIM-1 im Urin bereits deutlich früher an – oft bevor konventionelle Laborwerte eine Nierenfunktionseinschränkung anzeigen.
KIM-1 wird überwiegend im Urin gemessen, da geschädigte Tubuluszellen die lösliche Form des Proteins direkt in den Urin abgeben. Die Messung erfolgt in der Regel mittels ELISA (Enzyme-Linked Immunosorbent Assay) oder vergleichbarer immunologischer Testverfahren. Die Werte werden häufig auf die Kreatininkonzentration im Urin normiert, um Schwankungen durch unterschiedliche Urinverdünnung auszugleichen.
Erhöhte KIM-1-Werte im Urin können auf folgende Zustände hinweisen:
KIM-1 hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Internationale Behörden wie die FDA (US-amerikanische Arzneimittelbehörde) und die EMA (Europäische Arzneimittel-Agentur) haben KIM-1 als qualifizierten Sicherheitsbiomarker für präklinische und klinische Studien zur Nephrotoxizität anerkannt. Dies unterstreicht seine Relevanz für die Arzneimittelentwicklung und -sicherheit.
Darüber hinaus wird KIM-1 intensiv im Zusammenhang mit Nierenfibroseforschung untersucht, da chronisch erhöhte KIM-1-Spiegel mit der Entstehung von Narbengewebe in der Niere (Fibrose) assoziiert sind, was langfristig zur Verschlechterung der Nierenfunktion führen kann.
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