Klumpfuß – Ursachen, Symptome & Behandlung
Der Klumpfuß ist eine angeborene Fußfehlstellung, bei der der Fuß nach innen und unten verdreht ist. Er gehört zu den häufigsten angeborenen Skelettfehlbildungen und wird meist kurz nach der Geburt behandelt.
Wissenswertes über "Klumpfuß"
Der Klumpfuß ist eine angeborene Fußfehlstellung, bei der der Fuß nach innen und unten verdreht ist. Er gehört zu den häufigsten angeborenen Skelettfehlbildungen und wird meist kurz nach der Geburt behandelt.
Was ist ein Klumpfuß?
Der Klumpfuß (lateinisch: Pes equinovarus) ist eine der häufigsten angeborenen Fehlstellungen des Fußes. Dabei ist der Fuß nach innen rotiert, der Vorderfuß einwärts gedreht und die Ferse hochgezogen. Betroffen sind etwa 1 von 1.000 Neugeborenen, Jungen häufiger als Mädchen. In etwa der Hälfte der Fälle sind beide Füße betroffen.
Ursachen
Die genauen Ursachen des Klumpfußes sind nicht vollständig geklärt. Man unterscheidet verschiedene Formen:
- Idiopathischer Klumpfuß: Die häufigste Form ohne erkennbare Grunderkrankung. Genetische Faktoren spielen eine Rolle.
- Neurogener Klumpfuß: Entsteht infolge von neurologischen Erkrankungen wie Spina bifida oder Zerebralparese.
- Syndromaler Klumpfuß: Tritt im Rahmen genetischer Syndrome oder Skeletterkrankungen auf.
- Postural (habitueller) Klumpfuß: Entsteht durch eine ungünstige Lage des Kindes im Mutterleib und ist meist leichter behandelbar.
Risikofaktoren sind familiäre Vorbelastung, männliches Geschlecht, Fruchtwassermangel und neurologische Erkrankungen.
Symptome
Der Klumpfuß ist bereits bei der Geburt sichtbar und zeigt typische Merkmale:
- Fuß nach innen und unten verdreht (Supination und Plantarflexion)
- Verkannte Ferse (Equinus-Stellung)
- Einwärtsdrehung des Vorderfußes (Adduktion)
- Hohlfuß-Komponente (Cavus)
- Verkürzte und verdickte Sehnen und Bänder auf der Innenseite des Fußes
- Im unbehandelten Zustand: Schmerzen beim Gehen, Gangstörungen und erhöhter Verschleiß der Gelenke
Diagnose
Die Diagnose des Klumpfußes kann bereits vor der Geburt gestellt werden:
- Pränataler Ultraschall: Ab der 20. Schwangerschaftswoche ist ein Klumpfuß häufig erkennbar.
- Klinische Untersuchung: Unmittelbar nach der Geburt wird der Fuß durch einen Kinderarzt oder Orthopäden beurteilt. Typische Zeichen sind eindeutig sichtbar.
- Bildgebung: Röntgenaufnahmen oder Ultraschall können die Schwere der Fehlstellung und die Knochenstellung dokumentieren.
- Klassifikation: Die Schwere wird häufig nach dem Pirani-Score oder dem Dimeglio-Score eingeschätzt.
Behandlung
Eine frühzeitige Behandlung ist entscheidend für ein gutes Ergebnis. Die Standardtherapie weltweit ist die Ponseti-Methode.
Ponseti-Methode
Diese konservative Behandlungsmethode beginnt idealerweise in den ersten Lebenswochen:
- Seriengipse: Wöchentlicher Wechsel speziell angepasster Gipse, die den Fuß schrittweise korrigieren (in der Regel 5–7 Gipse).
- Achillessehnen-Durchtrennung (Tenotomie): In etwa 80–90 % der Fälle ist ein kleiner ambulanter Eingriff zur Verlängerung der Achillessehne nötig.
- Abduktionsschiene (Foot Abduction Brace, FAB): Nach der Gipsbehandlung wird eine Schiene getragen – zunächst fast ganztägig, später nur nachts – bis zum Alter von 4–5 Jahren, um Rückfälle zu verhindern.
Operative Behandlung
Bei schweren oder wiederkehrenden Klumpfüßen oder bei älteren Kindern kann ein operativer Eingriff notwendig sein, zum Beispiel eine ausgedehnte Weichteilkorrektur oder knöcherne Korrekturosteotomie.
Physiotherapie
Begleitende Physiotherapie unterstützt die Muskelfunktion, die Beweglichkeit und die normale Gangentwicklung des Kindes.
Prognose
Bei frühzeitiger und konsequenter Behandlung nach der Ponseti-Methode erreichen die meisten Kinder eine gute Fußfunktion und können ein weitgehend normales Leben führen. Regelmäßige orthopädische Kontrollen sind bis zum Ende des Wachstums empfohlen.
Quellen
- Ponseti IV. Congenital Clubfoot: Fundamentals of Treatment. Oxford University Press, 1996.
- World Health Organization (WHO). Global strategies for congenital conditions. Zugriff unter: https://www.who.int
- Dobbs MB, Gurnett CA. Update on clubfoot: etiology and treatment. Clinical Orthopaedics and Related Research. 2009;467(5):1146–1153.
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