Knickfuß – Ursachen, Symptome & Behandlung
Der Knickfuß (Pes valgus) ist eine häufige Fußfehlstellung, bei der das Fußgewölbe abflacht und die Ferse nach außen kippt. Er tritt häufig bei Kindern auf, kann aber auch Erwachsene betreffen.
Wissenswertes über "Knickfuß"
Der Knickfuß (Pes valgus) ist eine häufige Fußfehlstellung, bei der das Fußgewölbe abflacht und die Ferse nach außen kippt. Er tritt häufig bei Kindern auf, kann aber auch Erwachsene betreffen.
Was ist ein Knickfuß?
Der Knickfuß (lateinisch: Pes valgus) ist eine der häufigsten Fußfehlstellungen. Dabei weicht die Ferse nach außen ab, während das Innengewölbe des Fußes absinkt oder vollständig kollabiert. Häufig tritt der Knickfuß gemeinsam mit einem Plattfuß auf und wird dann als Knick-Plattfuß bezeichnet. Bei Kleinkindern gilt eine gewisse Knickfußstellung als normale Entwicklungsphase und bildet sich meist bis zum Schulalter von selbst zurück.
Ursachen
Die Ursachen für einen Knickfuß sind vielfältig und lassen sich in angeborene und erworbene Formen unterteilen:
- Entwicklungsbedingt: Bei Säuglingen und Kleinkindern ist ein leichter Knickfuß physiologisch normal, da das Fußgewölbe sich erst im Laufe der Kindheit ausbildet.
- Muskelschwäche und Bindegewebsschwäche: Schwäche der fußstabilisierenden Muskeln oder ein angeborenes schwaches Bindegewebe fördern die Fehlstellung.
- Übergewicht: Erhöhtes Körpergewicht belastet das Fußgewölbe und begünstigt das Absinken des Innengewölbes.
- Neurologische Erkrankungen: Erkrankungen wie Zerebralparese oder Muskeldystrophie können zu einer Knickfußstellung führen.
- Verletzungen und Arthritis: Verletzungen der Fußknochen oder Gelenke sowie entzündliche Gelenkerkrankungen können im Erwachsenenalter einen Knickfuß verursachen.
- Falschbelastung: Langes Stehen auf harten Böden oder ungeeignetes Schuhwerk können die Fehlstellung begünstigen.
Symptome
Leichte Knickfüße verursachen oft keine Beschwerden. Bei ausgeprägteren Formen können folgende Symptome auftreten:
- Schmerzen im Bereich des Innenknöchels, des Fußgewölbes oder der Ferse
- Schmerzen beim längeren Stehen oder Gehen
- Schnelles Ermüden der Füße und Beine
- Verändertes, nach innen geneigtes Gangbild
- Abnutzung des Schuhwerks an der Innenseite der Sohle
- Knie- und Rückenschmerzen durch die veränderte Beinachse
Diagnose
Die Diagnose des Knickfußes erfolgt in erster Linie klinisch durch eine körperliche Untersuchung beim Arzt oder Orthopäden. Dabei wird die Fußstellung im Stand und beim Gehen beurteilt. Folgende Untersuchungsmethoden kommen häufig zum Einsatz:
- Inspektion: Beurteilung der Stellung von Ferse, Fußgewölbe und der gesamten Beinachse.
- Fußdruckmessung (Pedobarographie): Analyse der Druckverteilung unter der Fußsohle beim Stehen und Gehen.
- Röntgenaufnahme: Bei starken Beschwerden oder zur Operationsplanung werden Röntgenbilder im Stehen angefertigt, um die Knochenstruktur zu beurteilen.
- Ganganalyse: Detaillierte Analyse des Gangmusters, oft in spezialisierten Zentren.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Fehlstellung und dem Alter des Patienten. In vielen Fällen ist keine aktive Therapie notwendig.
Konservative Behandlung
- Physiotherapie und gezielte Übungen: Kräftigung der fußstabilisierenden Muskulatur sowie Dehnung der Wadenmuskulatur zur Verbesserung der Fußstellung.
- Einlagen: Orthopädische Schuheinlagen können die Fehlstellung korrigieren und Schmerzen lindern, ersetzen jedoch keine Muskelkräftigung.
- Geeignetes Schuhwerk: Stabile, gut passende Schuhe mit ausreichender Innenstützung unterstützen das Fußgewölbe.
- Gewichtsreduktion: Bei Übergewicht kann eine Gewichtsabnahme die Belastung des Fußes deutlich reduzieren.
Operative Behandlung
Bei schweren, therapieresistenten Knickfüßen oder bei strukturellen Knochenveränderungen kann eine Operation notwendig sein. Mögliche Eingriffe umfassen die Korrektur der Fersen- oder Vorfussknochen sowie die Rekonstruktion von Bändern und Sehnen. Operative Eingriffe werden meist erst im fortgeschrittenen Alter oder bei ausbleibendem Therapieerfolg in Erwägung gezogen.
Vorbeugung
Einer Knickfußstellung kann man durch verschiedene Maßnahmen entgegenwirken:
- Regelmäßiges Barfußgehen auf natürlichen Untergründen fördert die Fußmuskulatur.
- Kräftigungsübungen für Fuß und Unterschenkel
- Geeignetes, unterstützendes Schuhwerk
- Normgewicht halten
Quellen
- Staheli, L. T. (1999). Planovalgus foot deformity. Journal of the American Academy of Orthopaedic Surgeons, 7(4), 253–259.
- Pfeiffer, M. et al. (2006). Prevalence of flatfoot in preschool-aged children. Pediatrics, 118(2), 634–639.
- Pschyrembel Klinisches Wörterbuch. 268. Auflage. De Gruyter, Berlin 2020.
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