Knirschschiene: Schutz bei Zahnknirschen
Eine Knirschschiene ist eine Zahnschiene zum Schutz vor Zahnschmerzen und -schäden durch nächtliches Zahnknirschen (Bruxismus). Sie wird vom Zahnarzt angepasst.
Wissenswertes über "Knirschschiene"
Eine Knirschschiene ist eine Zahnschiene zum Schutz vor Zahnschmerzen und -schäden durch nächtliches Zahnknirschen (Bruxismus). Sie wird vom Zahnarzt angepasst.
Was ist eine Knirschschiene?
Eine Knirschschiene (auch Okklusionsschiene oder Aufbissschiene genannt) ist eine individuell angepasste Kunststoffschiene, die über die Zähne des Ober- oder Unterkiefers gesetzt wird. Sie schützt Zähne, Kiefergelenke und Muskulatur vor den Folgen von Bruxismus – dem unbewussten Knirschen oder Pressen der Zähne, das häufig im Schlaf auftritt.
Ursachen von Zahnknirschen (Bruxismus)
Die genauen Ursachen des Bruxismus sind noch nicht vollständig geklärt. Als wesentliche Einflüsse gelten:
- Stress und psychische Belastung: Angst, innere Anspannung und emotionaler Druck gelten als wichtigste Auslöser.
- Schlafstörungen: Bruxismus tritt häufig in Verbindung mit Schnarchen oder Schlafapnoe auf.
- Fehlstellungen des Kiefers oder der Zähne: Okklusionsstörungen können das Knirschen begünstigen.
- Medikamente: Bestimmte Antidepressiva (z. B. SSRIs) können Bruxismus als Nebenwirkung verursachen.
- Genetische Faktoren: Eine familiäre Häufung ist bekannt.
Symptome und Folgen von Bruxismus
Ohne Behandlung kann anhaltendes Zahnknirschen zu erheblichen Schäden führen:
- Abnutzung und Abschleifen der Zahnsubstanz
- Geräusche beim Knirschen, die den Schlafpartner stören
- Kieferschmerzen und -verspannungen, vor allem morgens
- Kopfschmerzen, besonders an den Schläfen
- Beschwerden im Kiefergelenk (Craniomandibuläre Dysfunktion, CMD)
- Erhöhte Zahnempfindlichkeit
- Risse oder Brüche in Zähnen und Zahnfüllungen
Wie wirkt eine Knirschschiene?
Die Knirschschiene wirkt auf mehreren Ebenen:
- Schutzmechanismus: Sie legt sich zwischen Ober- und Unterkiefer und verhindert den direkten Kontakt der Zähne beim Knirschen. Statt Zahnschmelz reibt Kunststoff aneinander.
- Entlastung der Kaumuskulatur: Durch die definierte Bisshöhe entspannt sich die Kaumuskulatur, was Verspannungen und Schmerzen reduziert.
- Stabilisierung des Kiefergelenks: Die gleichmäßige Verteilung der Kaufkräfte entlastet das Kiefergelenk und beugt CMD-Beschwerden vor.
Herstellung und Anpassung
Eine qualitativ hochwertige Knirschschiene wird vom Zahnarzt individuell angefertigt:
- Zunächst wird ein präziser Abdruck beider Kiefer genommen.
- Im zahntechnischen Labor wird die Schiene aus medizinischem Kunststoff hergestellt.
- In einer Einpröbsitzung wird die Schiene auf den Patienten angepasst und der Biss eingestellt.
- Regelmäßige Kontrolltermine stellen sicher, dass die Schiene korrekt sitzt und keine neuen Fehlbelastungen entstehen.
Es gibt auch frei verkäufliche Thermoplastschienen zum Selbstformen, diese sind jedoch in Schutzwirkung und Passform deutlich unterlegen.
Tragehinweise und Pflege
Die Knirschschiene wird in der Regel nachts getragen. Wichtige Hinweise für den Alltag:
- Schiene nach dem Tragen mit kaltem Wasser und einer weichen Bürste reinigen.
- Keine heißen Flüssigkeiten verwenden (Verformungsgefahr).
- Schiene trocken und in der mitgelieferten Box aufbewahren.
- Regelmäßig zum Zahnarzt, um den Zustand der Schiene prüfen zu lassen.
Kosten und Kostenerstattung
Die Kosten für eine zahnarztlich angefertigte Knirschschiene liegen in Deutschland je nach Ausführung zwischen ca. 200 und 800 Euro. Gesetzliche Krankenkassen (übernehmen die Kosten in der Regel nur bei nachgewiesener Craniomandibulärer Dysfunktion (CMD) oder anderen medizinischen Indikationen teilweise oder vollständig. Bei privat Versicherten hängt die Erstattung vom jeweiligen Tarif ab. Es empfiehlt sich, vor Beginn der Behandlung eine Kostenzusage bei der Krankenkasse einzuholen.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK): Leitlinie zu Bruxismus und okklusalen Schienen (2019).
- American Academy of Sleep Medicine (AASM): Clinical Practice Guideline for the Treatment of Sleep Bruxism (2015).
- Lobbezoo F. et al.: Bruxism defined and graded: an international consensus. Journal of Oral Rehabilitation, 2013; 40(1): 2–4.
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