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Knochenbildungsmarker sind Laborwerte, die die Aktivität knochenaufbauender Zellen (Osteoblasten) messen und bei der Diagnose und Therapiekontrolle von Knochenstoffwechselerkrankungen eingesetzt werden.
Knochenbildungsmarker sind Laborwerte, die die Aktivität knochenaufbauender Zellen (Osteoblasten) messen und bei der Diagnose und Therapiekontrolle von Knochenstoffwechselerkrankungen eingesetzt werden.
Knochenbildungsmarker (auch Knochenformationsmarker genannt) sind biochemische Parameter, die im Blut oder Urin gemessen werden und Auskunft über die Aktivität der knochenaufbauenden Zellen, der sogenannten Osteoblasten, geben. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der Labordiagnostik bei Erkrankungen des Knochenstoffwechsels und ermöglichen eine nicht-invasive Beurteilung des Knochenumbaus.
Knochen ist kein statisches Gewebe, sondern wird ständig umgebaut. Dieser Prozess wird als Knochenremodeling bezeichnet und umfasst den gleichzeitigen Abbau alten Knochengewebes durch Osteoklasten und den Aufbau neuen Gewebes durch Osteoblasten. Knochenbildungsmarker spiegeln dabei gezielt den Aufbauanteil dieses Prozesses wider.
Die knochenspezifische alkalische Phosphatase (bone-specific alkaline phosphatase, BAP) ist ein Enzym, das von Osteoblasten produziert wird und an der Mineralisation des Knochens beteiligt ist. Erhöhte BAP-Werte deuten auf eine gesteigerte osteoblastäre Aktivität hin, wie sie bei Erkrankungen wie Morbus Paget, Knochenmetastasen oder Osteoporose vorkommt.
Osteocalcin ist ein Protein, das ausschließlich von Osteoblasten synthetisiert wird und eines der spezifischsten Marker für die Knochenbildung darstellt. Es wird teils in den Knochen eingebaut, teils ins Blut abgegeben. Osteocalcin-Spiegel sind bei Erkrankungen mit erhöhtem Knochenumbau, wie Osteoporose oder Hyperparathyreoidismus, verändert und werden häufig zur Therapieverlaufskontrolle eingesetzt.
Bei der Synthese von Kollagen Typ I – dem Hauptstrukturprotein des Knochens – werden die sogenannten Propeptide abgespalten: das aminoterminale Propeptid (PINP) und das carboxyterminale Propeptid (PICP). Beide gelangen ins Blut und dienen als direkte Indikatoren für die Kollagensyntheserate der Osteoblasten. Insbesondere PINP wird von der Internationalen Osteoporose-Stiftung (IOF) und der Internationalen Föderation für klinische Chemie (IFCC) als bevorzugter Referenzmarker empfohlen.
Knochenbildungsmarker werden in folgenden klinischen Situationen eingesetzt:
Die Bestimmung von Knochenbildungsmarkern erfolgt aus einer Blutprobe (Serum oder Plasma), seltener aus dem Urin. Da die Werte tageszeitlichen Schwankungen unterliegen (zirkadiane Rhythmik), sollte die Blutabnahme standardisiert – idealerweise morgens nüchtern – erfolgen. Auch Nahrungsaufnahme, körperliche Aktivität und Immobilisierung können die Werte beeinflussen.
Die Interpretation der Marker erfolgt stets im klinischen Kontext, da einzelne Werte oft keine eindeutige Diagnose erlauben. Eine kombinierte Beurteilung aus Knochenbildungsmarkern und Knochenabbaumarkern (z. B. CTX-I, NTX) gibt ein vollständigeres Bild des Knochenmetabolismus.
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