Knorpelglättung: Eingriff, Ablauf & Nachsorge
Die Knorpelglättung ist ein minimalinvasiver arthroskopischer Eingriff, bei dem geschädigter Gelenkknorpel geglättet und stabilisiert wird, um Schmerzen zu lindern und die Gelenkfunktion zu verbessern.
Wissenswertes über "Knorpelglättung"
Die Knorpelglättung ist ein minimalinvasiver arthroskopischer Eingriff, bei dem geschädigter Gelenkknorpel geglättet und stabilisiert wird, um Schmerzen zu lindern und die Gelenkfunktion zu verbessern.
Was ist eine Knorpelglättung?
Die Knorpelglättung (auch Chondroplastik genannt) ist ein operativer Eingriff, der überwiegend arthroskopisch – also durch eine sogenannte Gelenkspiegelung – durchgeführt wird. Dabei werden aufgefaserte, geschädigte oder ausgefranste Knorpelbereiche in einem Gelenk abgetragen und geglättet, um eine ebene, stabile Knorpelfläche wiederherzustellen. Der Eingriff wird häufig am Kniegelenk vorgenommen, kann aber auch an anderen Gelenken wie dem Schulter-, Hüft- oder Sprunggelenk erfolgen.
Ursachen und Indikationen
Eine Knorpelglättung wird durchgeführt, wenn der Gelenkknorpel durch verschiedene Ursachen geschädigt ist:
- Arthrose: Degenerativer Knorpelverschleiß, der häufig altersbedingt auftritt
- Sportverletzungen: Akute Traumata oder überlastungsbedingte Knorpelschäden
- Fehlbelastung des Gelenks: Zum Beispiel durch Fehlstellungen wie X- oder O-Beine
- Entzündliche Gelenkerkrankungen: Wie rheumatoide Arthritis
- Frühere Verletzungen: Etwa nach Meniskusrissen oder Bänderrissen, die den Knorpel langfristig belasten
Die Knorpelglättung eignet sich in erster Linie für frühzeitige bis mittelgradige Knorpelschäden (Grad 1 bis 3 nach der ICRS-Klassifikation). Bei vollständigem Knorpelverlust (Grad 4) sind weiterführende Verfahren wie eine Knorpeltransplantation oder ein künstliches Gelenk notwendig.
Ablauf des Eingriffs
Die Knorpelglättung wird in der Regel arthroskopisch unter Voll- oder Teilnarkose durchgeführt. Dabei werden zwei bis drei kleine Hautschnitte (Portale) am betroffenen Gelenk vorgenommen, durch die eine Minikamera (Arthroskop) sowie spezielle Instrumente eingeführt werden.
- Das Gelenk wird mit einer sterilen Spüllösung aufgefüllt, um die Sicht zu verbessern
- Geschädigte Knorpelareale werden mit einem mechanischen Shaver (rotierendes Schneidgerät) oder einem Laser abgetragen und geglättet
- Loses Gewebe und Knorpelpartikel werden ausgespült
- Bei Bedarf können gleichzeitig andere Gelenkprobleme (z. B. entzündete Schleimhaut, Meniskusschäden) behandelt werden
Der Eingriff dauert je nach Ausdehnung des Schadens meist zwischen 20 und 60 Minuten und kann oft ambulant durchgeführt werden.
Nachbehandlung und Rehabilitation
Nach der Knorpelglättung ist eine konsequente Nachbehandlung entscheidend für den Heilungserfolg:
- Teilbelastung: In den ersten Wochen wird das operierte Gelenk nur teilweise belastet, um die Heilung zu unterstützen
- Physiotherapie: Krankengymnastik zur Mobilisierung, Kräftigung der gelenkumgebenden Muskulatur und Koordinationsschulung
- Lymphdrainage und Kühlung: Zur Reduktion von Schwellungen und Schmerzen
- Medikamentöse Unterstützung: Schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente nach ärztlicher Verordnung
- Sportliche Aktivitäten: Eine Rückkehr zum Sport ist meist nach 6 bis 12 Wochen möglich, abhängig vom Gelenk und Ausmaß des Eingriffs
Chancen und Grenzen
Die Knorpelglättung kann bei geeigneten Patienten die Schmerzsymptomatik deutlich reduzieren und die Gelenkfunktion verbessern. Da Knorpelgewebe jedoch nur eine begrenzte Fähigkeit zur Selbstheilung besitzt, behandelt der Eingriff die Symptome, ohne die eigentliche Grunderkrankung (z. B. Arthrose) zu heilen. In vielen Fällen kann der Eingriff den Verlauf einer Arthrose verlangsamen und einen späteren prothetischen Gelenkersatz hinauszögern.
Risiken und Komplikationen
Wie bei jedem operativen Eingriff bestehen auch bei der Knorpelglättung gewisse Risiken:
- Infektionen im Gelenk (Gelenkempyem)
- Blutungen oder Bluterguss (Hämatom)
- Thrombose oder Lungenembolie
- Narkosekomplikationen
- Verletzung von Nerven oder Gefäßen
- Anhaltende Schmerzen oder ausbleibende Besserung
Schwerwiegende Komplikationen sind bei diesem Eingriff jedoch selten.
Quellen
- Steadman JR et al. - Microfracture: Surgical Technique and Rehabilitation to Treat Chondral Defects. Clinical Orthopaedics and Related Research, 2001.
- Brittberg M, Winalski CS - Evaluation of Cartilage Injuries and Repair. Journal of Bone and Joint Surgery, 2003.
- Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) - Leitlinien zur Knorpeltherapie, 2022.
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