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Kojibiose: Seltener Zucker mit praebiotischer Wirkung

Kojibiose ist ein natuerlich vorkommendes Disaccharid aus zwei Glukosemolekuelen. Es wird in fermentierten Lebensmitteln gefunden und zeigt interessante ernaehrungsphysiologische sowie praebiotische Eigenschaften.

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Wissenswertes über "Kojibiose"

Kojibiose ist ein natuerlich vorkommendes Disaccharid aus zwei Glukosemolekuelen. Es wird in fermentierten Lebensmitteln gefunden und zeigt interessante ernaehrungsphysiologische sowie praebiotische Eigenschaften.

Was ist Kojibiose?

Kojibiose ist ein Disaccharid, das aus zwei Glukose-Einheiten besteht, die ueber eine alpha-1,2-glykosidische Bindung miteinander verknuepft sind. Es gehoert zur Gruppe der seltenen Zucker (englisch: rare sugars) und kommt in der Natur in relativ geringen Mengen vor. Chemisch wird Kojibiose als 2-O-alpha-D-Glucopyranosyl-D-glucose bezeichnet.

Vorkommen und Quellen

Kojibiose wird natuerlich waehrend der Fermentation durch den Schimmelpilz Aspergillus oryzae gebildet, der traditionell bei der Herstellung von Koji-Produkten wie Miso, Sake und Sojasauce eingesetzt wird. Darueber hinaus entsteht Kojibiose als Nebenprodukt bei der enzymatischen Hydrolyse von Staerke. Geringe Mengen koennen auch in bestimmten Honigarten nachgewiesen werden.

Chemische Eigenschaften und Struktur

Kojibiose unterscheidet sich von dem bekannteren Disaccharid Maltose durch die Art der glykosidischen Bindung. Waehrend Maltose eine alpha-1,4-Bindung aufweist, besitzt Kojibiose eine alpha-1,2-Bindung. Diese strukturelle Besonderheit beeinflusst massgeblich die Verdaulichkeit und den Stoffwechsel des Zuckers im menschlichen Koerper.

Biologische Wirkungen und praebiotisches Potenzial

Kojibiose wird im menschlichen Duenndarm nur sehr langsam oder kaum verdaut, da das Enzym Kojibiase (alpha-1,2-Glucosidase) beim Menschen in vergleichsweise geringer Aktivitaet vorkommt. Dadurch gelangt ein Teil der Kojibiose unverdaut in den Dickdarm, wo sie von bestimmten Darmbakterien fermentiert werden kann. Dieser Mechanismus macht Kojibiose zu einem potenziellen Praebiotikum:

  • Foerderung des Wachstums guenstiger Darmbakterien wie Bifidobacterium- und Lactobacillus-Staemmen
  • Moegliche positive Wirkung auf die Zusammensetzung der Darmflora (Mikrobiom)
  • Reduzierte glykamische Wirkung im Vergleich zu regulaerer Glucose oder Saccharose

Ernaehrungsphysiologische Bedeutung

Aufgrund seiner langsamen Verdaulichkeit und des niedrigeren glykamischen Index im Vergleich zu gebraeuchlichen Zuckern wird Kojibiose als potenziell vorteilhaft fuer Menschen mit Insulinresistenz oder Typ-2-Diabetes diskutiert. Es kann ausserdem als kalorienreduzierter Zuckerersatz in funktionellen Lebensmitteln eingesetzt werden. Die Sueszkraft von Kojibiose ist geringer als die von Saccharose.

Sicherheit und Vertraeglichkeit

Kojibiose gilt allgemein als gut vertraeglich. Bei hoeheren Mengen koennen jedoch wie bei anderen schwer verdaulichen Kohlenhydraten gastrointestinale Beschwerden wie Blaehungen oder ein Voellegefuehl auftreten. Menschen mit bestehenden Darmerkrankungen sollten bei der Aufnahme groesserer Mengen fermentierbare Kohlenhydrate Vorsicht walten lassen. Bisher sind keine schwerwiegenden Nebenwirkungen oder Toxizitaetsrisiken fuer Kojibiose beschrieben.

Anwendung in der Lebensmittelindustrie

Kojibiose findet zunehmend Interesse als funktioneller Lebensmittelzusatz in der Lebensmittel- und Ernaehrungsindustrie. Moegliche Einsatzbereiche umfassen:

  • Funktionelle Getraenke und Nahrungsergaenzungsmittel zur Unterstuetzung der Darmgesundheit
  • Zuckerreduzierte Lebensmittel mit praebiotischer Wirkung
  • Forschung zu niedrig-glykamischen Suessmitteln

Quellen

  1. Sigma-Aldrich / Merck: Kojibiose - Produktdatenblatt und chemische Charakterisierung. Verfuegbar unter: www.sigmaaldrich.com
  2. Tokuda, M. et al. (2016): Physiological effects of rare sugars. Journal of Nutritional Science and Vitaminology, 62(1), 1-8. PubMed PMID: 27108163
  3. Morita, T. et al. (2011): Prebiotic potential of rare sugars including kojibiose. Food Chemistry, 128(3), 617-623.

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