Kokosöl – Wirkung, Inhaltsstoffe & Anwendung
Kokosöl ist ein pflanzliches Öl aus dem Fleisch der Kokosnuss. Es wird in der Ernährung, Kosmetik und alternativmedizinisch eingesetzt.
Wissenswertes über "Kokosöl"
Kokosöl ist ein pflanzliches Öl aus dem Fleisch der Kokosnuss. Es wird in der Ernährung, Kosmetik und alternativmedizinisch eingesetzt.
Was ist Kokosöl?
Kokosöl (auch Kokosfett oder Kokosnussöl genannt) wird aus dem getrockneten oder frischen Fruchtfleisch der Kokosnuss (Cocos nucifera) gewonnen. Es gehört zu den wenigen pflanzlichen Fetten, die bei Raumtemperatur fest sind, und hat einen charakteristischen milden Kokosgeschmack. Es gibt zwei Hauptvarianten: natives (kaltgepresstes) Kokosöl, das schonend verarbeitet wird und mehr Aromastoffe enthält, sowie raffiniertes Kokosöl, das geruchs- und geschmacksneutral ist und einen höheren Rauchpunkt besitzt.
Nährwertprofil und Zusammensetzung
Kokosöl besteht zu etwa 85–90 % aus gesättigten Fettsäuren, was es von anderen pflanzlichen Ölen deutlich unterscheidet. Besonders charakteristisch ist der hohe Anteil an mittelkettigen Triglyzeriden (MCT), vor allem:
- Laurinsäure (ca. 47–52 %): die dominierende Fettsäure
- Myristinsäure (ca. 16–21 %)
- Palmitinsäure (ca. 7–10 %)
- Caprylsäure und Caprinsäure (MCT-typische Fettsäuren, je ca. 5–8 %)
Ungesättigte Fettsäuren wie Ölsäure und Linolsäure sind nur in geringen Mengen vorhanden. Kokosöl enthält kaum Vitamine oder Mineralstoffe in nennenswerten Mengen.
Mögliche gesundheitliche Vorteile
Mittelkettige Triglyzeride (MCT)
Die in Kokosöl enthaltenen MCTs werden im Körper anders verarbeitet als langkettige Fettsäuren: Sie werden schneller aus dem Darm resorbiert und direkt in der Leber zu Energie umgewandelt. Dadurch können sie eine schnelle Energiequelle darstellen. Einige Studien deuten darauf hin, dass MCTs das Sättigungsgefühl fördern und den Stoffwechsel kurzfristig ankurbeln können.
Antimikrobielle Eigenschaften
Laurinsäure, die Hauptfettsäure im Kokosöl, hat in Laborstudien antimikrobielle und antivirale Eigenschaften gezeigt. Im Körper wird sie teilweise in Monolaurin umgewandelt, das gegen bestimmte Bakterien und Viren wirksam sein soll. Klinische Belege beim Menschen sind jedoch begrenzt.
Hautpflege und kosmetische Anwendung
In der Kosmetik wird Kokosöl haüfig als feuchtigkeitsspendende Hautpflege und als Haarpflege eingesetzt. Studien belegen, dass es die Hautbarriere unterstützen und bei trockener Haut sowie bei leichtem Ekzem lindernd wirken kann.
Kokosöl und Herzgesundheit – eine kontroverse Debatte
Aufgrund des sehr hohen Gehalts an gesättigten Fettsäuren ist Kokosöl in Ernährungskreisen umstritten. Mehrere Studien zeigen, dass Kokosöl den LDL-Cholesterinspiegel (das sogenannte „schlechte“ Cholesterin) erhöht, was als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gilt. Gleichzeitig erhöht es jedoch auch den HDL-Cholesterinspiegel (das „gute“ Cholesterin). Die American Heart Association (AHA) rät aufgrund dieser Datenlage dazu, den Konsum von Kokosöl zu begrenzen und es nicht als herzgesundes Öl einzustufen. Es gibt jedoch auch Gegenpositionen aus der Ernährungswissenschaft, die auf die besondere Stoffwechselrolle der MCTs hinweisen.
Verwendung in der Küche
Natives Kokosöl eignet sich für das schonende Braten und Backen sowie für asiatische Gerichte, Curries und Smoothies. Raffiniertes Kokosöl hat einen höheren Rauchpunkt (ca. 200–230 °C) und ist daher auch für das Hoch-Erhitzen geeignet. Als Faustregel gilt: 1–2 Esslöffel pro Tag (ca. 14–28 g) werden in vielen Ernährungskonzepten als moderate Menge genannt, jedoch empfehlen offizielle Ernährungsgesellschaften, den Gesamtanteil gesättigter Fettsäuren in der Ernährung gering zu halten.
Sicherheit und mögliche Risiken
- Bei Personen mit erhöhtem Herzerkrankungsrisiko sollte Kokosöl nur in Maßen verwendet werden.
- Kokosöl ist sehr kalorienreich (ca. 862 kcal pro 100 g) und sollte daher bei einer kalorienreduzierten Diät beachtet werden.
- Allergien gegen Kokosöl sind selten, aber möglich – insbesondere bei bekannter Kokosnuss-Allergie.
- Die topische Anwendung auf der Haut ist für die meisten Menschen gut verträglich, kann jedoch bei akneanfälliger Haut komedogen (porenver stopfend) wirken.
Quellen
- Eyres L. et al. – Coconut oil consumption and cardiovascular risk factors in humans. Nutrition Reviews, 2016.
- American Heart Association (AHA) – Dietary Fats and Cardiovascular Disease: A Presidential Advisory. Circulation, 2017.
- Verallo-Rowell VM. et al. – Novel antibacterial and emollient effects of coconut and virgin olive oils in adult atopic dermatitis. Dermatitis, 2008.
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