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Kollagenquervernetzung beschreibt die chemische Verbindung einzelner Kollagenfasern zu einem stabilen Netzwerk – entscheidend für Festigkeit und Elastizität von Haut, Knochen und Bindegewebe.
Kollagenquervernetzung beschreibt die chemische Verbindung einzelner Kollagenfasern zu einem stabilen Netzwerk – entscheidend für Festigkeit und Elastizität von Haut, Knochen und Bindegewebe.
Die Kollagenquervernetzung (auch: Kollagen-Quervernetzung) bezeichnet einen biochemischen Prozess, bei dem einzelne Kollagenmoleküle oder Kollagenfibrillen durch kovalente Bindungen miteinander verknüpft werden. Diese Vernetzungen verleihen dem Kollagengeflecht seine charakteristische mechanische Stabilität, Zugfestigkeit und Elastizität. Kollagen ist das am häufigsten vorkommende Strukturprotein im menschlichen Körper und Hauptbestandteil von Haut, Sehnen, Knochen, Knorpel und Blutgefäßen.
Die Quervernetzung von Kollagen erfolgt in mehreren Schritten. Nach der Synthese und Sekretion der Kollagenvorstufen (sogenannte Prokollagenmoleküle) werden diese extrazellulär zu Tropokollagen prozessiert. Anschließend lagern sie sich zu Fibrillen zusammen, die durch enzymatische und nicht-enzymatische Quervernetzungen stabilisiert werden.
Das Enzym Lysyloxidase (LOX) katalysiert die wichtigste Form der enzymatischen Quervernetzung. Es oxidiert spezifische Lysin- und Hydroxylysinreste in den Kollagenmolekülen, wodurch reaktive Aldehydgruppen entstehen. Diese reagieren spontan miteinander oder mit benachbarten Aminogruppen und bilden stabile kovalente Querverbindungen. Lysyloxidase benötigt Kupfer als Kofaktor sowie Vitamin C (Ascorbinsäure) zur Hydroxylierung von Lysin- und Prolinresten im Vorfeld der Vernetzung.
Im Rahmen der sogenannten Glykierung (Maillard-Reaktion) reagieren Zuckergruppen, insbesondere Glukose, spontan mit freien Aminogruppen des Kollagens. Es entstehen Advanced Glycation Endproducts (AGEs), also fortgeschrittene Glykierungsendprodukte. Diese Form der Quervernetzung ist nicht enzymatisch gesteuert und nimmt mit dem Alter sowie bei erhöhten Blutzuckerwerten (z.B. bei Diabetes mellitus) deutlich zu. AGE-vermittelte Quervernetzungen machen das Gewebe steifer und weniger regenerationsfähig.
Eine physiologisch ausgewogene Kollagenquervernetzung ist essenziell für:
Sowohl eine zu geringe als auch eine übermäßige Quervernetzung kann zu Erkrankungen führen:
Ein Kupfermangel oder Vitamin-C-Mangel (Skorbut) hemmt die Lysyloxidase-Aktivität und führt zu instabilem, brüchigem Kollagen. Dies äußert sich in schlechter Wundheilung, brüchigen Knochen und Gefäßschwäche. Auch genetische Erkrankungen wie das Ehlers-Danlos-Syndrom beeinträchtigen die Kollagenstruktur und -vernetzung.
Eine pathologisch erhöhte Quervernetzung, insbesondere durch AGEs, wird mit folgenden Erkrankungen assoziiert:
Ein spezielles medizinisches Anwendungsgebiet der Quervernetzung ist das sogenannte Cornea-Crosslinking (CXL). Bei dieser Therapie wird die Hornhaut des Auges gezielt mit Riboflavin (Vitamin B2) und UV-A-Licht behandelt, um die Kollagenstruktur der Hornhaut zu verstärken. Diese Methode kommt vor allem bei der Augenerkrankung Keratokonus zum Einsatz, bei der die Hornhaut sich fortschreitend verformt und ausdünnt.
Verschiedene Faktoren beeinflussen die Qualität der Kollagenquervernetzung im Körper:
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