Komedolytisch – Wirkung, Wirkstoffe und Anwendung
Komedolytisch bezeichnet Wirkstoffe, die Mitesser auflösen oder deren Entstehung verhindern. Sie werden häufig bei Akne eingesetzt.
Wissenswertes über "Komedolytisch"
Komedolytisch bezeichnet Wirkstoffe, die Mitesser auflösen oder deren Entstehung verhindern. Sie werden häufig bei Akne eingesetzt.
Was bedeutet komedolytisch?
Der Begriff komedolytisch setzt sich aus den Wörtern Komedo (Mitesser) und dem griechischen lytikos (auflösend) zusammen. Komedolytische Substanzen sind Wirkstoffe, die in der Lage sind, Komedonen – also verstopfte Haarfollikel, die als Mitesser sichtbar werden – aufzulösen, zu verhindern oder deren Bildung zu reduzieren. Sie spielen eine zentrale Rolle in der Behandlung von Akne vulgaris und anderen follikulären Hauterkrankungen.
Wie entstehen Komedonen?
Komedonen entstehen, wenn sich Talg (Sebum) und abgestorbene Hautschuppen in den Talgdrüsenfollikeln ansammeln und diese verstopfen. Man unterscheidet zwei Typen:
- Offene Komedonen (Mitesser): Die Pore ist geöffnet, der Pfropf oxidiert und erscheint dunkel.
- Geschlossene Komedonen (Weißköpfchen): Die Pore ist verschlossen, der Pfropf bleibt weißlich.
Komedonen sind häufig der Ausgangspunkt für entzündliche Akneläsionen wie Papeln, Pusteln oder Zysten.
Wirkmechanismus komedolytischer Substanzen
Komedolytische Wirkstoffe wirken auf unterschiedliche Weisen, haben jedoch alle das Ziel, die Verstopfung der Follikel zu beseitigen oder zu verhindern:
- Förderung der Keratinozyten-Abschilferung: Sie beschleunigen die Erneuerung der Hornschicht, sodass abgestorbene Hautzellen regelmäßiger abgestoßen werden und sich nicht im Follikel ansammeln.
- Regulierung der Talgproduktion: Einige Substanzen reduzieren die Talgproduktion der Talgdrüsen.
- Normalisierung der follikulären Verhornung: Sie wirken der übermäßigen Verhornung innerhalb des Follikels (Hyperkeratose) entgegen.
Wichtige komedolytische Wirkstoffe
Retinoide
Retinoide gelten als die wirksamsten komedolytischen Substanzen. Sie sind Abkömmlinge von Vitamin A und regulieren die Zellerneuerung der Haut. Zu den gängigen topischen Retinoiden zählen Tretinoin, Adapalen und Tazaroten. Orale Retinoide wie Isotretinoin werden bei schwerer Akne eingesetzt und haben zusätzlich eine stark talgdrüsenhemmende Wirkung.
Salicylsäure
Salicylsäure ist ein Beta-Hydroxy-Säure (BHA), die in die Poren eindringt, dort überschüssigen Talg löst und die Hornschicht lockert. Sie wird häufig in rezeptfreien Akneprodukten in Konzentrationen von 0,5 bis 2 % eingesetzt.
Azelainsäure
Azelainsäure wirkt komedolytisch, antibakteriell und entzündungshemmend. Sie eignet sich auch für empfindliche Haut und ist sowohl rezeptfrei als auch auf Rezept erhältlich.
Benzoylperoxid
Obwohl Benzoylperoxid in erster Linie antibakteriell wirkt, hat es auch eine gewisse komedolytische Wirkung, indem es die Hautverhornung normalisiert.
Alpha-Hydroxy-Säuren (AHA)
Säuren wie Glykolsäure und Milchsäure fördern die Abschilferung der oberflächlichen Hornschicht und können zur Reduzierung von Komedonen beitragen.
Anwendungsgebiete
Komedolytische Substanzen werden primär bei folgenden Erkrankungen und Zuständen eingesetzt:
- Akne vulgaris (Jugendakne und Erwachsenenakne)
- Periorale Dermatitis
- Follikulitis (Haarbalgentzündung)
- Seborrhoeische Keratosen (unterstützend)
- Anti-Aging-Pflege (Verbesserung der Hauttextur)
Mögliche Nebenwirkungen
Komedolytische Wirkstoffe können insbesondere zu Beginn der Anwendung Hautreizungen verursachen. Häufige Nebenwirkungen sind:
- Rötung und Trockenheit der Haut
- Brennen oder Juckreiz
- Erhöhte Lichtempfindlichkeit (besonders bei Retinoiden)
- Abblättern der Haut (Peeling)
Es wird empfohlen, komedolytische Produkte langsam in die Pflegeroutine einzuführen und einen ausreichenden Sonnenschutz zu verwenden.
Quellen
- Zouboulis C.C. et al. – European S3-Guideline on the Treatment of Acne. Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology, 2016.
- Thiboutot D. et al. – New Insights into the Management of Acne: An Update from the Global Alliance to Improve Outcomes in Acne Group. Journal of the American Academy of Dermatology, 2009.
- Dreßen M. – Komedolytika und Retinoide in der Aknebehandlung. In: Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie. Springer Verlag, 2018.
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