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Komplementverbrauch beschreibt die Aktivierung und den Abbau von Komplementproteinen im Blut. Er ist ein wichtiger Marker bei Autoimmunerkrankungen und Infektionen.
Komplementverbrauch beschreibt die Aktivierung und den Abbau von Komplementproteinen im Blut. Er ist ein wichtiger Marker bei Autoimmunerkrankungen und Infektionen.
Der Komplementverbrauch bezeichnet den Vorgang, bei dem Proteine des Komplementsystems – einem Teil des angeborenen Immunsystems – aktiviert und dabei verbraucht werden. Das Komplementsystem besteht aus einer Reihe von Eiweißmolekülen im Blut, die bei der Abwehr von Krankheitserregern und bei Entzündungsreaktionen eine zentrale Rolle spielen. Werden diese Proteine in großem Umfang aktiviert, sinkt ihre Konzentration im Blut messbar ab – man spricht von Komplementverbrauch oder Komplementerniedrigung.
Das Komplementsystem umfasst mehr als 30 Proteine, die im Blutplasma zirkulieren. Es kann über drei Wege aktiviert werden:
Bei jeder Aktivierung werden Komplementproteine gespalten und weiterverarbeitet, was letztlich zur Zerstörung von Krankheitserregern, zur Förderung von Entzündungsreaktionen und zur Markierung von Fremdstoffen für die Phagozytose (Aufnahme durch Immunzellen) führt.
Ein erhöhter Komplementverbrauch tritt auf, wenn das Immunsystem stark aktiviert ist. Häufige Ursachen sind:
Der Komplementverbrauch wird im Blut durch die Bestimmung der Komplementfaktoren nachgewiesen. Die wichtigsten Laborparameter sind:
Eine erniedrigte C3- und C4-Konzentration kombiniert mit klinischen Symptomen gibt wichtige Hinweise auf aktive Autoimmunerkrankungen wie SLE. Bei isoliert erniedrigtem C4 ist auch an einen genetischen C4-Mangel zu denken.
Der Nachweis eines Komplementverbrauchs hilft Ärzten dabei, den Aktivitätsgrad einer Erkrankung zu beurteilen, eine Therapie anzupassen und den Krankheitsverlauf zu überwachen. Besonders bei SLE-Patienten wird der Komplementspiegel regelmäßig kontrolliert, da sinkende Werte einen Krankheitsschub ankündigen können. Auch bei der Diagnostik seltener Komplement-assoziierter Erkrankungen wie der paroxysmalen nächtlichen Hämoglobinurie (PNH) oder dem atypischen HUS spielt die Komplementdiagnostik eine zentrale Rolle.
Die Behandlung des Komplementverbrauchs richtet sich nach der Grunderkrankung:
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