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Kompressionsstrümpfe – Wirkung, Klassen & Anwendung

Kompressionsstrümpfe sind medizinische Strümpfe, die gezielten Druck auf die Beine ausüben und die Durchblutung fördern. Sie werden bei Venenschwäche, Ödemen und zur Thrombosevorbeugung eingesetzt.

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Wissenswertes über "Kompressionsstrümpfe"

Kompressionsstrümpfe sind medizinische Strümpfe, die gezielten Druck auf die Beine ausüben und die Durchblutung fördern. Sie werden bei Venenschwäche, Ödemen und zur Thrombosevorbeugung eingesetzt.

Was sind Kompressionsstrümpfe?

Kompressionsstrümpfe sind medizinische Hilfsmittel, die einen definierten, gleichmäßigen Druck auf das Bein ausüben. Dieser Druck unterstützt den venösen Rückfluss des Blutes zum Herzen und verhindert, dass sich Blut in den Beinvenen staut. Sie werden in verschiedenen Kompressionsklassen und Längen angeboten – von der Kniestrumpflänge bis zum Hüftstrumpf oder als Strumpfhose.

Wirkungsweise

Das Grundprinzip der Kompressionstherapie beruht auf einem von außen aufgebrachten Druck, der die Venenwände zusammenpresst und so den Querschnitt der Venen verkleinert. Dadurch wird die Fließgeschwindigkeit des Blutes erhöht und der Rückstrom zum Herzen verbessert. Gleichzeitig wirkt der Druck dem Austreten von Flüssigkeit aus den Blutgefäßen ins umliegende Gewebe entgegen, was Schwellungen (Ödeme) reduziert.

Kompressionsklassen

Kompressionsstrümpfe werden nach dem Druck, den sie ausüben, in verschiedene Klassen eingeteilt:

  • Klasse I (15–21 mmHg): Leichte Kompression, geeignet bei müden, schweren Beinen und leichter Venenschwäche.
  • Klasse II (23–32 mmHg): Mittlere Kompression, häufig bei Krampfadern, Ödemen und nach Venenoperationen eingesetzt.
  • Klasse III (34–46 mmHg): Starke Kompression, z. B. bei schwerer chronisch-venöser Insuffizienz oder ausgeprägten Ödemen.
  • Klasse IV (über 49 mmHg): Sehr starke Kompression, bei schwerwiegenden lymphatischen Erkrankungen.

Anwendungsgebiete

Kompressionsstrümpfe werden bei einer Vielzahl von Erkrankungen und Situationen empfohlen:

  • Chronisch-venöse Insuffizienz (CVI): Schwäche der Venenklappen, die zu Blutansammlungen in den Beinen führt.
  • Krampfadern (Varizen): Erweiterte, geschlängelte Venen.
  • Thromboseprophylaxe: Vorbeugung gegen tiefe Venenthrombosen (TVT), z. B. bei langen Flugreisen oder nach Operationen.
  • Ödeme: Wasseransammlungen im Gewebe, z. B. bei Lymphödemen.
  • Schwangerschaft: Vorbeugung von Venenproblemen und Schwellungen.
  • Postoperative Versorgung: Nach Veneneingriffen oder anderen operativen Maßnahmen.

Richtige Anwendung und Pflege

Kompressionsstrümpfe sollten morgens, noch vor dem Aufstehen, angelegt werden, da die Beine zu diesem Zeitpunkt am wenigsten geschwollen sind. Das Anziehen kann durch spezielle Anziehhilfen erleichtert werden. Im Laufe des Tages können die Strümpfe bei Bedarf ausgezogen und neu angelegt werden. Sie sollten täglich gewaschen und auf Beschädigungen geprüft werden, da ein beschädigter Strumpf seine Kompressionswirkung verliert.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

In bestimmten Fällen dürfen Kompressionsstrümpfe nicht getragen werden. Dazu gehören:

  • Schwere arterielle Durchblutungsstörungen (periphere arterielle Verschlusskrankheit, pAVK)
  • Fortgeschrittene Herzinsuffizienz
  • Schwere Nervenschäden (Neuropathie) mit eingeschränkter Schmerzwahrnehmung
  • Infektionen oder offene Wunden an den Beinen

Eine ärztliche Abklärung vor der Anwendung von Kompressionsstrümpfen ist daher stets empfehlenswert, insbesondere bei bestehenden Grunderkrankungen.

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Phlebologie und Lymphologie (DGPL): Leitlinien zur Kompressionstherapie, 2022.
  2. Dissemond J. et al. - Kompressionstherapie. JDDG: Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, 2016.
  3. World Health Organization (WHO): Prevention of Venous Thromboembolism. Verfügbar unter: www.who.int

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