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Das kostimulatorische Signal ist ein zweites Aktivierungssignal, das T-Zellen des Immunsystems benötigen, um vollständig aktiviert zu werden und eine Immunantwort auszulösen.
Das kostimulatorische Signal ist ein zweites Aktivierungssignal, das T-Zellen des Immunsystems benötigen, um vollständig aktiviert zu werden und eine Immunantwort auszulösen.
Das kostimulatorische Signal ist ein essenzieller Bestandteil der Aktivierung von T-Lymphozyten (T-Zellen), einer zentralen Zellgruppe des adaptiven Immunsystems. Die Aktivierung einer T-Zelle benötigt in der Regel zwei voneinander unabhängige Signale, die gleichzeitig vorliegen müssen:
Ohne dieses zweite Signal wird die T-Zelle nicht aktiviert, sondern tritt in einen Zustand funktioneller Inaktivität, die sogenannte Anergie, ein oder wird sogar in den programmierten Zelltod (Apoptose) geführt. Dieses Zwei-Signal-Modell ist ein wichtiger Schutzmechanismus des Körpers gegen Autoimmunreaktionen.
Der bekannteste kostimulatorische Signalweg ist die Interaktion zwischen dem CD28-Rezeptor auf der T-Zelle und den Liganden B7-1 (CD80) sowie B7-2 (CD86) auf der antigenpraezentierenden Zelle. Diese Bindung liefert das kostimulatorische Signal 2 und führt zu einer vollständigen Aktivierung der T-Zelle.
Kostimulatorische Signale erfüllen mehrere kritische Funktionen im Immunsystem:
Störungen im kostimulatorischen Signalweg können schwerwiegende Folgen haben und sind Gegenstand intensiver medizinischer Forschung:
Eine übermäßige oder fehlgeleitete Kostimulation kann zur Aktivierung von T-Zellen gegen körpereigene Strukturen führen. Dies spielt eine Rolle bei Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis, Typ-1-Diabetes und Multipler Sklerose.
In der Transplantationsmedizin werden kostimulatorische Signalwege gezielt blockiert, um eine Abstossung des Transplantats zu verhindern. Das Medikament Abatacept (CTLA-4-Ig) etwa blockiert die CD28/B7-Interaktion und wird sowohl bei rheumatoider Arthritis als auch bei der Verhinderung von Transplantatabstoßungen eingesetzt.
Tumorzellen können hemmende kostimulatorische Signale nutzen, um der Immunantwort zu entkommen (sogenannte Immun-Checkpoint-Evasion). Checkpoint-Inhibitoren wie Anti-PD-1- oder Anti-CTLA-4-Antikörper (z. B. Ipilimumab, Nivolumab) blockieren diese hemmenden Signale und reaktivieren die Anti-Tumor-Immunantwort. Sie gehören heute zu den wirksamsten Krebstherapien.
Das Wissen um kostimulatorische Signale wird auch in der Impfstoffentwicklung genutzt. Adjuvanzien in Impfstoffen wirken unter anderem dadurch, dass sie antigenpraesentierende Zellen aktivieren und die Expression von B7-Molekülen hochregulieren, was eine stärkere und länger anhaltende Immunantwort begünstigt.
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