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Kraniotabes bezeichnet eine krankhafte Erweichung der Schädelknochen bei Säuglingen und Kleinkindern, häufig verursacht durch Vitamin-D-Mangel oder Rachitis.
Kraniotabes bezeichnet eine krankhafte Erweichung der Schädelknochen bei Säuglingen und Kleinkindern, häufig verursacht durch Vitamin-D-Mangel oder Rachitis.
Kraniotabes ist eine krankhafte Erweichung und Ausdünnung der Schädelknochen, die vorwiegend bei Säuglingen und Kleinkindern auftritt. Beim Drücken auf die betroffenen Knochenstellen lässt sich das Schädeldach vorübergehend eindrücken und springt danach wie eine Tischtennisball-Wand wieder zurück – ein Phänomen, das in der Medizin als Ping-Pong-Ball-Phänomen bekannt ist. Kraniotabes gilt als eines der frühesten klinischen Zeichen einer gestörten Knochenentwicklung im Säuglingsalter.
Die häufigste Ursache von Kraniotabes ist ein Vitamin-D-Mangel, der zu einer unzureichenden Mineralisation des Knochengewebes führt und als Rachitis bezeichnet wird. Weitere mögliche Ursachen umfassen:
Kraniotabes selbst ist in erster Linie ein klinisches Zeichen und weniger eine eigenständige Erkrankung. Typische Befunde und begleitende Symptome sind:
Die Diagnose von Kraniotabes wird in erster Linie klinisch gestellt, also durch körperliche Untersuchung des Säuglings. Ergänzend kommen folgende diagnostische Maßnahmen zum Einsatz:
Die Behandlung richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache:
Die wichtigste Maßnahme ist die Supplementierung mit Vitamin D. In Deutschland empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) eine tägliche Vitamin-D-Prophylaxe für alle Säuglinge im ersten Lebensjahr. Bei bereits bestehender Rachitis erfolgt eine therapeutische Hochdosisbehandlung unter ärztlicher Aufsicht. Zusätzlich wird eine ausreichende Kalziumzufuhr sichergestellt.
Diese Form bildet sich in der Regel spontan innerhalb der ersten Lebenswochen zurück und bedarf keiner spezifischen Behandlung, sondern lediglich regelmäßiger Verlaufskontrollen.
Bei anderen Grunderkrankungen wie Malabsorptionssyndromen oder Nierenerkrankungen steht die Behandlung der jeweiligen Grunderkrankung im Vordergrund. Bei Osteogenesis imperfecta wird ein spezialisiertes Therapieteam hinzugezogen.
Der wirksamste Schutz vor Kraniotabes durch Vitamin-D-Mangel ist eine konsequente Vitamin-D-Prophylaxe ab der ersten Lebenswoche. Eltern sollten dies mit dem Kinderarzt besprechen. Eine ausgewogene, kalziumreiche Ernährung sowie angemessene Sonnenlichtexposition (unter Berücksichtigung des Schutzes vor UV-Strahlung) unterstützen die gesunde Knochenentwicklung.
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