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KRAS ist ein menschliches Gen, das ein wichtiges Signalprotein kodiert. Mutationen im KRAS-Gen spielen eine zentrale Rolle bei der Entstehung verschiedener Krebserkrankungen.
KRAS ist ein menschliches Gen, das ein wichtiges Signalprotein kodiert. Mutationen im KRAS-Gen spielen eine zentrale Rolle bei der Entstehung verschiedener Krebserkrankungen.
KRAS (Kirsten Rat Sarcoma Viral Proto-Oncogene) ist ein Proto-Onkogen, das ein kleines GTP-bindendes Protein kodiert. Dieses Protein ist ein zentraler Bestandteil von Signalwegen, die das Zellwachstum, die Zellteilung und das Überleben von Zellen regulieren. KRAS gehört zur Familie der RAS-GTPasen und fungiert als molekularer Schalter: Im aktiven Zustand ist es an GTP (Guanosintriphosphat) gebunden, im inaktiven Zustand an GDP (Guanosindiphosphat). Mutationen im KRAS-Gen können diesen Schalter dauerhaft in die aktive Stellung bringen und damit unkontrolliertes Zellwachstum auslösen.
Das KRAS-Protein spielt eine Schlüsselrolle in verschiedenen intrazellulären Signalwegen:
Unter normalen Bedingungen wird KRAS durch GTPase-aktivierende Proteine (GAPs) inaktiviert, sobald das Zellwachstumssignal nicht mehr benötigt wird. Bei mutierten KRAS-Proteinen ist diese Inaktivierung gestört, was zu einer dauerhaften Aktivierung führt.
Mutationen im KRAS-Gen gehören zu den häufigsten onkogenen Mutationen beim Menschen. Sie treten in etwa 25–30 % aller menschlichen Tumore auf. Besonders häufig sind KRAS-Mutationen bei folgenden Krebsarten:
Die häufigsten Mutationspunkte befinden sich an den Codons 12 und 13 des KRAS-Gens. Eine der klinisch bedeutsamsten Varianten ist die KRAS G12C-Mutation, bei der Glycin durch Cystein ersetzt wird.
Der Nachweis von KRAS-Mutationen erfolgt in der Regel durch molekulargenetische Analyseverfahren:
Die KRAS-Testung ist bei verschiedenen Krebserkrankungen Teil der Standarddiagnostik, da das Ergebnis die Therapiewahl direkt beeinflusst.
Lange Zeit galt KRAS als undruggable target – also als therapeutisch nicht angreifbar –, da keine geeigneten Bindungsstellen für Medikamente identifiziert werden konnten. In den letzten Jahren hat sich dies jedoch grundlegend geändert:
Mit der Entwicklung von Sotorasib (AMG 510) und Adagrasib (MRTX849) stehen seit 2021 bzw. 2022 die ersten zugelassenen KRAS-Inhibitoren zur Verfügung. Diese kovalenten Inhibitoren binden spezifisch an die KRAS G12C-Mutante und blockieren deren dauerhafter Aktivierung. Sie sind für Patienten mit KRAS G12C-mutiertem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom zugelassen.
Beim kolorektalen Karzinom schließt das Vorliegen einer KRAS-Mutation den Einsatz von EGFR-Antikörpern (z. B. Cetuximab, Panitumumab) aus, da diese Therapien bei KRAS-mutierten Tumoren nicht wirksam sind. Die KRAS-Testung ist daher vor Beginn dieser Therapien obligatorisch.
Aktuelle Forschungsansätze untersuchen die Kombination von KRAS-Inhibitoren mit anderen zielgerichteten Therapien (z. B. MEK-Inhibitoren, SHP2-Inhibitoren) oder Immuntherapien, um Resistenzmechanismen zu überwinden und die Therapieeffektivität zu steigern.
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