Krokodil Droge: Wirkung, Gefahren und Behandlung
Krokodil ist eine hochgefährliche, selbst hergestellte Designerdroge auf Desomorphin-Basis, die schwere Gewebeschäden verursacht und extrem abhängig macht.
Wissenswertes über "Krokodil Droge"
Krokodil ist eine hochgefährliche, selbst hergestellte Designerdroge auf Desomorphin-Basis, die schwere Gewebeschäden verursacht und extrem abhängig macht.
Was ist die Krokodil Droge?
Die sogenannte Krokodil Droge ist ein illegales Rauschgift, das hauptsächlich als billiger Ersatz für Heroin verwendet wird. Der Wirkstoff ist Desomorphin, ein synthetisches Opioid, das in illegalen Laboren aus leicht verfügbaren Substanzen wie Codein-haltigen Schmerzmitteln, rotem Phosphor, Benzin, Lösungsmitteln und anderen giftigen Chemikalien hergestellt wird. Der Name "Krokodil" leitet sich vom charakteristischen Erscheinungsbild der Haut ab: An den Injektionsstellen entstehen grünlich-schwarze, schuppige Wunden, die an Krokodilhaut erinnern.
Herkunft und Verbreitung
Die Droge entstand ursprünglich in Russland und anderen Ländern der ehemaligen Sowjetunion, wo Heroin schwer zugänglich und teuer war. Krokodil kostete nur einen Bruchteil des Heroinpreises und konnte mit einfachen Mitteln aus Apothekenmedikamenten synthetisiert werden. Seit den 2000er-Jahren breitete sich der Konsum in Osteuropa aus. Vereinzelt wurden Fälle auch in Westeuropa und den USA gemeldet.
Wirkmechanismus
Desomorphin wirkt als starker Agonist an den Mu-Opioid-Rezeptoren im Gehirn und Zentralnervensystem. Es entfaltet eine Wirkung, die acht- bis zehnmal stärker als Morphin sein kann. Die euphorisierende Wirkung setzt sehr schnell ein, hält jedoch nur für kurze Zeit an (etwa 90 Minuten bis 2 Stunden), was zu einem schnellen Anstieg des Suchtdrucks führt. Aufgrund der zahlreichen giftigen Verunreinigungen, die bei der Hausherstellung entstehen, ist die Droge besonders schädlich für den Körper.
Gesundheitliche Folgen und Symptome
Die Krokodil Droge verursacht verheerende Schäden im Körper. Die Folgeschäden übertreffen bei weitem jene anderer Opioide:
- Gewebenekrose: Das Gewebe um die Einstichstellen stirbt ab, es bilden sich tiefe, eitrige Wunden.
- Gangrän: In schweren Fällen kann es zu Gangrän kommen, die Amputationen notwendig macht.
- Knochenschäden: Die giftigen Inhaltsstoffe greifen Knochen und Knochenmark an.
- Organschäden: Leber, Nieren und das Herz-Kreislauf-System werden stark beeinträchtigt.
- Neurologische Schäden: Es können Krampfanfälle, Sprach- und Bewegungsstörungen auftreten.
- Infektionen: Durch unsterile Injektionen drohen HIV, Hepatitis und andere Infektionskrankheiten.
- Psychische Folgen: Schwere Depressionen, Psychosen und kognitive Einschränkungen sind möglich.
Abhängigkeit und Suchtpotenzial
Das Suchtpotenzial der Krokodil Droge ist extrem hoch. Bereits nach wenigen Anwendungen kann eine schwere körperliche und psychische Abhängigkeit entstehen. Die kurze Wirkdauer zwingt Betroffene, die Droge mehrfach täglich zu konsumieren. Entzugserscheinungen sind sehr intensiv und können über Wochen andauern.
Diagnose
Die Diagnose einer Krokodil-Abhängigkeit erfolgt hauptsächlich klinisch durch:
- Beurteilung der charakteristischen Hautwunden und Gewebsschäden
- Blut- und Urinanalysen zum Nachweis von Desomorphin und Verunreinigungen
- Bildgebende Verfahren (Röntgen, MRT) zur Beurteilung von Knochen- und Organschäden
- Ausführliche Anamnese und psychologische Beurteilung
Behandlung
Die Behandlung einer Krokodil-Abhängigkeit ist komplex und erfordert einen interdisziplinären Ansatz:
- Medizinische Notfallversorgung: Wundbehandlung, chirurgische Eingriffe bei Nekrosen, Amputationen wenn nötig
- Entzugsbehandlung: Ärztlich überwachter Opioid-Entzug, häufig mit Substitutionsmitteln wie Methadon oder Buprenorphin
- Schmerztherapie: Intensives Schmerzmanagement während des Entzugs und der Wundheilung
- Rehabilitationsmaßnahmen: Langfristige psychosoziale Betreuung und Therapie
- Behandlung von Begleiterkrankungen: Therapie von Infektionen (HIV, Hepatitis) und Organschäden
Die Prognose ist oft schlecht: Ohne Behandlung sterben viele Betroffene innerhalb weniger Jahre nach Beginn des Konsums. Selbst mit Behandlung bleiben häufig dauerhafte körperliche Schäden zurück.
Quellen
- European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction (EMCDDA): Krokodil - Desomorphin. EMCDDA Drug Profile, 2014. https://www.emcdda.europa.eu
- Grund J-P. et al. - Breaking worse: The emergence of krokodil and excessive injuries among people who inject drugs in Eurasia. International Journal of Drug Policy, 2013; 24(4): 265-274.
- Haskin A. et al. - Krokodil: An Overview of Its Chemistry, Pharmacology, and Toxicology. Journal of the American Academy of Dermatology, 2016; 74(5): 1004-1005.
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