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Kryptorchismus bezeichnet das Ausbleiben des Hodenabstiegs in den Hodensack. Er gehört zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen bei Jungen.
Kryptorchismus bezeichnet das Ausbleiben des Hodenabstiegs in den Hodensack. Er gehört zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen bei Jungen.
Kryptorchismus (von griechisch kryptos = verborgen und orchis = Hoden) bezeichnet einen Zustand, bei dem ein oder beide Hoden nicht in den Hodensack abgestiegen sind. Während der fetalen Entwicklung wandern die Hoden aus dem Bauchraum durch den Leistenkanal in den Hodensack. Bleibt dieser Abstieg aus oder ist er unvollständig, spricht man von Kryptorchismus. Es handelt sich um eine der häufigsten angeborenen Fehlbildungen des männlichen Urogenitaltrakts.
Kryptorchismus betrifft etwa 2–4 % aller reif geborenen männlichen Neugeborenen. Bei Frühgeborenen ist die Rate deutlich höher und kann bis zu 30 % betragen. In vielen Fällen steigt der Hoden innerhalb der ersten Lebensmonate spontan ab, sodass die Rate im ersten Lebensjahr auf etwa 1 % zurückgeht.
Die genauen Ursachen des Kryptorchismus sind nicht vollständig geklärt. Folgende Faktoren können eine Rolle spielen:
Das Hauptmerkmal des Kryptorchismus ist das Fehlen eines oder beider Hoden im Hodensack. Man unterscheidet verschiedene Formen:
In der Regel verursacht Kryptorchismus keine Schmerzen, kann aber das Risiko für spätere Komplikationen erhöhen.
Die Diagnose wird in der Regel durch körperliche Untersuchung gestellt. Dabei tastet der Arzt den Hodensack und den Leistenbereich ab. Zusätzliche Untersuchungen können sein:
Unbehandelter Kryptorchismus kann zu folgenden Komplikationen führen:
Eine frühzeitige Behandlung wird empfohlen, idealerweise zwischen dem 6. und 18. Lebensmonat. Die Behandlungsoptionen umfassen:
In bestimmten Fällen kann eine Behandlung mit humanem Choriongonadotropin (hCG) oder GnRH (Gonadotropin-Releasing-Hormon) versucht werden, um den Hodenabstieg hormonell zu fördern. Die Erfolgsrate ist jedoch begrenzt und liegt bei etwa 15–20 %.
Die Orchidopexie ist der Goldstandard der Behandlung. Dabei wird der Hoden operativ in den Hodensack verlagert und dort fixiert. Der Eingriff wird in der Regel laparoskopisch oder offen-chirurgisch durchgeführt und gilt als sicher und effektiv. Eine frühzeitige Operation verbessert die Prognose hinsichtlich Fertilität und reduziert das Tumorrisiko.
Bei frühzeitiger Behandlung ist die Prognose insgesamt gut. Die Fertilität kann bei einseitigem Kryptorchismus meist erhalten werden. Bei beidseitigem Befall ist die Fruchtbarkeit stärker eingeschränkt. Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen sind wichtig, um Spätfolgen frühzeitig zu erkennen.
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