Kyphose: Ursachen, Symptome und Behandlung
Die Kyphose ist eine Verkrümmung der Wirbelsäule nach hinten. Sie betrifft häufig die Brustwirbelsäule und kann Haltungsschäden, Schmerzen oder Atembeschwerden verursachen.
Wissenswertes über "Kyphose"
Die Kyphose ist eine Verkrümmung der Wirbelsäule nach hinten. Sie betrifft häufig die Brustwirbelsäule und kann Haltungsschäden, Schmerzen oder Atembeschwerden verursachen.
Was ist eine Kyphose?
Die Kyphose bezeichnet eine nach hinten gerichtete Krümmung der Wirbelsäule, die im medizinischen Sinne als übermäßige Auswölbung des Rückens nach hinten beschrieben wird. Während eine leichte natürliche Krümmung der Brustwirbelsäule normal ist, spricht man von einer pathologischen Kyphose, wenn der Krümmungswinkel (Cobb-Winkel) über 45 Grad beträgt. Betroffene wirken oft rundrückig oder haben einen sichtbar gebeugten Oberkörper.
Ursachen
Es gibt verschiedene Ursachen für eine Kyphose, die je nach Altersgruppe und Grunderkrankung variieren:
- Haltungskyphose: Häufig bei Jugendlichen durch anhaltend schlechte Körperhaltung; in der Regel reversibel.
- Morbus Scheuermann: Eine strukturelle Wirbelsäulenerkrankung im Wachstumsalter, bei der Wirbelkörper keilförmig deformiert werden.
- Osteoporotische Kyphose: Durch Knochenabbau bedingte Wirbeleinbrüche, vor allem bei älteren Frauen.
- Angeborene Kyphose: Fehlbildungen der Wirbelkörper bereits bei der Geburt.
- Entzündliche Erkrankungen: Zum Beispiel Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans).
- Tumoren oder Infektionen der Wirbelsäule können ebenfalls eine Kyphose verursachen.
Symptome
Die Beschwerden hängen vom Schweregrad der Krümmung ab:
- Sichtbar gerundeter Rücken (Rundrücken, Buckel)
- Rücken- und Nackenschmerzen
- Muskelverspannungen und -schwäche
- Einschränkung der Beweglichkeit
- In schweren Fällen: Atembeschwerden durch Einengung des Brustkorbs
- Neurologische Ausfälle bei Kompression des Rückenmarks
Diagnose
Die Diagnose einer Kyphose erfolgt durch:
- Körperliche Untersuchung: Beurteilung der Körperhaltung und der Wirbelsäulenkurve.
- Röntgenaufnahme: Messung des Cobb-Winkels zur Bestimmung des Krümmungsgrades.
- MRT oder CT: Bei Verdacht auf strukturelle Veränderungen, Nervenbeteiligung oder Tumoren.
- Knochendichtemessung (DXA): Bei Verdacht auf Osteoporose.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Kyphose:
Konservative Behandlung
- Physiotherapie: Kräftigung der Rückenmuskulatur, Verbesserung der Haltung.
- Schmerztherapie: Einsatz von Analgetika oder Antiphlogistika bei starken Schmerzen.
- Korsettversorgung: Besonders bei Jugendlichen mit Morbus Scheuermann, um eine weitere Verkrümmung zu verhindern.
- Osteoporose-Therapie: Calcium, Vitamin D und Bisphosphonate zur Knochenstabilisierung.
Operative Behandlung
Eine Operation ist selten notwendig, kann aber bei sehr starker Krümmung (Cobb-Winkel über 75 Grad), neurologischen Ausfällen oder therapieresistenten Schmerzen erforderlich sein. Dabei werden Wirbelkörper aufgerichtet und mittels Schrauben und Stäben stabilisiert (Spondylodese).
Quellen
- Niethard, F. U., Pfeil, J., Biberthaler, P. (2014). Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag, 7. Auflage.
- Lowe, T. G. et al. (2007). Etiology of idiopathic scoliosis: current trends in research. Journal of Bone and Joint Surgery, 89(Suppl 1), 93-98. PubMed PMID: 17272194.
- World Health Organization (WHO). Musculoskeletal conditions. Abgerufen von https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/musculoskeletal-conditions
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