Läuferknie: Ursachen, Symptome & Behandlung
Das Läuferknie ist ein Schmerzsyndrom am äußeren Knie, häufig bei Läufern. Ursache ist meist eine Reizung des Tractus iliotibialis. Erfahren Sie mehr über Ursachen, Symptome und Behandlung.
Wissenswertes über "Läuferknie"
Das Läuferknie ist ein Schmerzsyndrom am äußeren Knie, häufig bei Läufern. Ursache ist meist eine Reizung des Tractus iliotibialis. Erfahren Sie mehr über Ursachen, Symptome und Behandlung.
Was ist das Läuferknie?
Das Läuferknie (medizinisch: Iliotibialband-Syndrom, kurz ITBS) ist ein schmerzhaftes Überlastungssyndrom am Kniegelenk, das vor allem Ausdauersportler betrifft. Betroffen ist dabei der äußere Bereich des Knies, wo der Tractus iliotibialis – ein breites Bindegewebsband, das von der Hüfte bis zum Schienbein verläuft – über den knöchernen Vorsprung des Oberschenkels (lateraler Femurepikondylus) gleitet und dabei gereizt wird.
Ursachen
Das Läuferknie entsteht typischerweise durch wiederholte Beuge- und Streckbewegungen des Knies, wie sie beim Laufen, Radfahren oder Wandern auftreten. Zu den häufigsten Ursachen gehören:
- Zu schnelle Steigerung des Trainingsumfangs oder der Trainingsintensität
- Laufen auf unebenen, geneigten oder harten Untergründen
- Muskelschwäche der Hüftabduktoren und Glutealmuskulatur
- Fehlstellung der Beinachse (z.B. O-Beine)
- Ungeeignetes oder verschlissenes Schuhwerk
- Mangelnde Regenerationszeit zwischen Trainingseinheiten
Symptome
Das Leitsymptom des Läuferkniees ist ein stechender oder brennender Schmerz an der Außenseite des Knies, der typischerweise nach einer bestimmten Laufstrecke auftritt und sich bei fortgesetzter Belastung verstärkt. Weitere typische Symptome sind:
- Schmerzen beim Treppensteigen oder Bergablaufen
- Druckschmerz am lateralen Femurepikondylus
- Gelegentliche leichte Schwellung oder Wärmegefühl am äußeren Knie
- Beschwerden, die im Ruhezustand nachlassen, bei erneuter Belastung aber rasch wiederkehren
Diagnose
Die Diagnose des Läuferkniees wird in der Regel klinisch gestellt, das heißt durch eine gezielte körperliche Untersuchung und die Erhebung der Krankengeschichte. Typische Untersuchungsverfahren umfassen:
- Noble-Kompressionstest: Druckschmerz am Epikondylus bei 30 Grad Kniebeugung
- Ober-Test: Beurteilung der Dehnbarkeit und Spannung des Tractus iliotibialis
- MRT (Magnetresonanztomographie): Bei unklaren Befunden zum Ausschluss anderer Verletzungen wie Meniskusschäden oder Seitenbandverletzungen
Behandlung
Konservative Maßnahmen
Die meisten Fälle des Läuferkniees lassen sich konservativ, also ohne Operation, erfolgreich behandeln. Die wichtigsten Therapiebausteine sind:
- Trainingsreduktion oder -pause: Entlastung ist der erste und wichtigste Schritt
- Physiotherapie: Gezielte Dehn- und Kräftigungsübungen für Hüfte, Gesäss und Oberschenkel
- Faszienrolle (Foam Rolling): Selbstmassage zur Lockerung des Tractus iliotibialis
- Entzündungshemmende Medikamente (NSAIDs): z.B. Ibuprofen zur kurzfristigen Schmerzlinderung
- Kältetherapie: Eisapplikation zur Reduktion von Schmerz und Schwellung
- Lauftechnikanalyse und Schuhoptimierung: Anpassung der Schrittlänge und des Schuhwerks
Weitere Therapioptionen
- Kortikosteroid-Injektionen bei anhaltenden Beschwerden
- Stosswellentherapie (ESWT)
- Operative Behandlung (in seltenen, therapieresistenten Fällen)
Vorbeugung
Einer Wiederkehr des Läuferkniees lässt sich durch regelmäßiges Kräftigen der Hüft- und Gesäßmuskulatur, schrittweise Trainingssteigerung, ausreichende Erholungszeiten sowie die Wahl geeigneten Schuhwerks effektiv vorbeugen.
Quellen
- Louw, M. & Deary, C. (2014): The biomechanical variables involved in the aetiology of iliotibial band syndrome in distance runners. In: Physical Therapy in Sport, 15(1), 64–75.
- Strauss, E.J. et al. (2011): Iliotibial band syndrome: Evaluation and management. In: Journal of the American Academy of Orthopaedic Surgeons, 19(12), 728–736.
- Beers, M.H. et al. (Hrsg.) (2018): Merck Manual der Diagnostik und Therapie. 5. Aufl. Urban & Fischer.
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