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Die LAG-3 Inhibition ist ein immunonkologischer Therapieansatz, der den Immun-Checkpoint LAG-3 blockiert, um die Anti-Tumor-Aktivität von T-Zellen zu stärken.
Die LAG-3 Inhibition ist ein immunonkologischer Therapieansatz, der den Immun-Checkpoint LAG-3 blockiert, um die Anti-Tumor-Aktivität von T-Zellen zu stärken.
Die LAG-3 Inhibition (Lymphocyte Activation Gene-3 Inhibition) bezeichnet einen modernen immuntherapeutischen Ansatz in der Onkologie. Dabei werden spezifische Antikörper oder andere Wirkstoffe eingesetzt, um das Oberflächenprotein LAG-3 zu blockieren. LAG-3 ist ein sogenannter Immun-Checkpoint – ein Regulatorprotein auf der Oberfläche von T-Lymphozyten (Immunzellen), das die Immunantwort des Körpers gedämpft. Tumorzellen nutzen diesen Mechanismus, um einer Erkennung und Zerstörung durch das Immunsystem zu entgehen. Durch die Hemmung von LAG-3 wird diese Bremsfunktion aufgehoben und T-Zellen können wieder effektiver gegen Krebszellen vorgehen.
LAG-3 (auch bekannt als CD223) ist ein transmembranes Protein, das auf aktivierten T-Zellen, NK-Zellen (natürlichen Killerzellen) und regulatorischen T-Zellen (Tregs) exprimiert wird. Es bindet an MHC-Klasse-II-Moleküle auf Antigen-präsentierenden Zellen sowie an weitere Liganden wie FGL1 (Fibrinogen-like Protein 1), LSECtin und Galectin-3.
Die Bindung von LAG-3 an seine Liganden führt zu einer Hemmung der T-Zell-Aktivierung und -Proliferation und begünstigt die sogenannte T-Zell-Erschöpfung (T cell exhaustion) – ein Zustand, in dem T-Zellen ihre Funktion verlieren und den Tumor nicht mehr wirksam bekämpfen können. LAG-3-Inhibitoren blockieren diese Interaktion, reaktivieren erschöpfte T-Zellen und verstärken die Immunantwort gegen den Tumor.
Besonders relevant ist die Kombination von LAG-3-Inhibitoren mit PD-1- oder PD-L1-Inhibitoren, da beide Checkpoint-Wege häufig gleichzeitig in Tumoren aktiv sind und sich in ihrer Hemmwirkung ergänzen.
Aktuell ist der LAG-3-Inhibitor Relatlimab in Kombination mit dem PD-1-Inhibitor Nivolumab (Handelsname: Opdualag) von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA sowie der Europäischen Arzneimittelagentur EMA für die Behandlung des unresektablen oder metastasierten Melanoms zugelassen. In klinischen Studien (insbesondere der RELATIVITY-047-Studie) konnte gezeigt werden, dass die Kombination das progressionsfreie Überleben im Vergleich zu Nivolumab als Monotherapie signifikant verlängert.
Wie andere Immun-Checkpoint-Inhibitoren kann die LAG-3 Inhibition zu immunvermittelten Nebenwirkungen führen. Diese entstehen, weil eine verstärkte Immunaktivität auch gesundes Gewebe angreifen kann.
Die Nebenwirkungen sind im Allgemeinen vergleichbar mit denen anderer Checkpoint-Inhibitoren und werden je nach Schweregrad mit Kortikosteroiden oder anderen immunsuppressiven Therapien behandelt.
Die LAG-3 Inhibition repräsentiert die nächste Generation der Immun-Checkpoint-Therapie. Während PD-1/PD-L1- und CTLA-4-Inhibitoren die erste Welle der Checkpoint-Immuntherapie bildeten, eröffnen LAG-3-Inhibitoren neue Behandlungsoptionen – insbesondere für Patienten, die auf bisherige Checkpoint-Therapien nicht ansprechen oder bei denen eine Resistenz entstanden ist. Zahlreiche klinische Studien untersuchen derzeit LAG-3-Inhibitoren sowohl als Monotherapie als auch in Kombination mit anderen Immuntherapeutika oder zielgerichteten Therapien.
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