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Der Laktat-Pyruvat-Quotient ist ein diagnostischer Laborwert, der das Verhältnis von Laktat zu Pyruvat im Blut oder Liquor beschreibt und Hinweise auf Störungen des Energiestoffwechsels liefert.
Der Laktat-Pyruvat-Quotient ist ein diagnostischer Laborwert, der das Verhältnis von Laktat zu Pyruvat im Blut oder Liquor beschreibt und Hinweise auf Störungen des Energiestoffwechsels liefert.
Der Laktat-Pyruvat-Quotient (auch L/P-Quotient genannt) beschreibt das Verhältnis der Konzentration von Laktat zu Pyruvat in einer Körperflüssigkeit, meist im Blutplasma oder im Liquor cerebrospinalis (Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit). Beide Moleküle sind zentrale Zwischenprodukte des Kohlenhydratstoffwechsels, insbesondere der Glykolyse und des mitochondrialen Energiestoffwechsels.
Ein normaler Quotient liegt in der Regel bei einem Wert unter 20 (je nach Labor und Methode). Ein erhöhter Quotient weist auf ein gestörtes Gleichgewicht im Redox-Stoffwechsel der Zellen hin und kann ein wichtiger Hinweis auf verschiedene Erkrankungen sein.
Pyruvat entsteht am Ende der Glykolyse und kann auf zwei Wegen weiterverarbeitet werden:
Das Verhältnis von Laktat zu Pyruvat spiegelt direkt den NADH/NAD+-Redox-Status der Zelle wider. Ein erhöhter Quotient bedeutet, dass mehr Laktat im Verhältnis zu Pyruvat vorhanden ist, was auf eine veränderte Redoxbalance oder einen Sauerstoffmangel hindeutet.
Ein erhöhter Laktat-Pyruvat-Quotient kann verschiedene Ursachen haben und ist bei der Differenzialdiagnostik von großer Bedeutung:
Bei mitochondrialen Erkrankungen (z. B. MELAS-Syndrom, Leigh-Syndrom) ist die Funktion der Atmungskette in den Mitochondrien gestört. Da Pyruvat nicht mehr ausreichend oxidiert werden kann, steigt das Laktat stark an, während der Pyruvat-Spiegel gleichzeitig erhöht sein kann. Der L/P-Quotient ist in diesen Fällen typischerweise deutlich erhöht (über 20).
Bei unzureichender Sauerstoffversorgung der Gewebe (z. B. bei Schock, Herzversagen oder Sepsis) schalten die Zellen auf den anaeroben Stoffwechsel um, was zu einem Anstieg des Laktats und einem erhöhten L/P-Quotienten führt.
Ein Mangel des Enzyms Pyruvat-Dehydrogenase (PDH) führt dazu, dass Pyruvat nicht in Acetyl-CoA umgewandelt werden kann. Dabei steigt Pyruvat an, während auch Laktat zunimmt. Der L/P-Quotient bleibt hier oft im Normalbereich oder ist leicht erhöht, was eine wichtige diagnostische Unterscheidung zu mitochondrialen Atmungskettendefekten darstellt.
Die Messung erfolgt aus Blutplasma oder Liquor. Dabei sind einige präanalytische Besonderheiten zu beachten:
Referenzwerte (Plasma):
Im Liquor können die Referenzwerte abweichen und sollten mit den laborspezifischen Angaben verglichen werden.
Die kombinierte Beurteilung von Laktat, Pyruvat und dem L/P-Quotienten ermöglicht eine wichtige Unterscheidung:
Diese Unterscheidung ist insbesondere bei der Abklärung angeborener Stoffwechselerkrankungen im Kindesalter von großer klinischer Bedeutung.
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