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Die Laktatdehydrogenasetherapie bezeichnet therapeutische Ansätze, die auf das Enzym Laktatdehydrogenase (LDH) abzielen, um Stoffwechselerkrankungen und Tumorerkrankungen zu behandeln.
Die Laktatdehydrogenasetherapie bezeichnet therapeutische Ansätze, die auf das Enzym Laktatdehydrogenase (LDH) abzielen, um Stoffwechselerkrankungen und Tumorerkrankungen zu behandeln.
Die Laktatdehydrogenasetherapie (kurz: LDH-Therapie) bezeichnet einen Bereich der medizinischen Forschung und klinischen Anwendung, der sich mit der gezielten Beeinflussung des Enzyms Laktatdehydrogenase (LDH) beschäftigt. LDH ist ein Schlüsselenzym im Energiestoffwechsel der Zellen und katalysiert die gegenseitige Umwandlung von Pyruvat und Laktat. Therapeutische Strategien, die auf LDH abzielen, gewinnen insbesondere in der Onkologie und bei Stoffwechselerkrankungen zunehmend an Bedeutung.
LDH ist ein ubiquitär vorkommendes Enzym, das in nahezu allen Körperzellen vorhanden ist. Es spielt eine zentrale Rolle im anaeroben Glukosestoffwechsel (Glykolyse) und ist für die Aufrechterhaltung der Energieversorgung unter Sauerstoffmangelbedingungen verantwortlich. Das Enzym existiert in fünf verschiedenen Isoformen (LDH-1 bis LDH-5), die in unterschiedlichen Geweben vorherrschen:
Ein erhöhter LDH-Spiegel im Blut kann auf Gewebsschäden, Herzinfarkt, Lebererkrankungen oder maligne Erkrankungen hinweisen.
Tumorzellen nutzen bevorzugt den anaeroben Stoffwechselweg – auch bekannt als Warburg-Effekt – und sind daher in besonderem Maße auf die Aktivität der LDH angewiesen. Die Hemmung von LDH, insbesondere der Isoform LDH-A (LDHA), stellt daher einen vielversprechenden Ansatz in der Krebstherapie dar. Durch die Blockierung dieses Enzyms soll die Energieversorgung von Tumorzellen unterbrochen und ihr Wachstum gehemmt werden.
LDH-Inhibitoren greifen gezielt in den Stoffwechsel von Tumorzellen ein:
In der Krebsmedizin wird die LDH-Therapie als mögliche ergänzende Behandlungsstrategie untersucht. Erhöhte LDH-Werte im Blut gelten als negativer prognostischer Marker bei verschiedenen Tumorerkrankungen, darunter malignes Melanom, Lymphome und solide Tumoren. Substanzen wie Gossypol, Oxamat und neuere synthetische LDH-A-Inhibitoren befinden sich in präklinischen und frühklinischen Studien.
Bei bestimmten Stoffwechselstörungen, wie dem Laktatazidose-Syndrom, kann eine Modulation der LDH-Aktivität therapeutisch relevant sein. Hier geht es um die Normalisierung des Laktat-Pyruvat-Gleichgewichts im Körper.
Da LDH-5 in der Skelettmuskulatur vorkommt, wird bei Erkrankungen mit erhöhtem Muskelabbau die LDH-Aktivität als diagnostischer und therapeutisch relevanter Biomarker untersucht.
Neben dem therapeutischen Einsatz ist LDH ein wichtiger diagnostischer Laborwert. Erhöhte LDH-Spiegel können auf folgende Erkrankungen hinweisen:
Die Bestimmung von LDH-Isoformen kann helfen, den Ursprung der Zellschädigung genauer einzugrenzen.
Die Entwicklung spezifischer LDH-Inhibitoren befindet sich weltweit im Fokus der pharmazeutischen Forschung. Zahlreiche Studien belegen die Bedeutung von LDHA als onkologische Zielstruktur. Aktuelle Forschungsarbeiten untersuchen die Kombination von LDH-Inhibitoren mit klassischen Chemotherapeutika oder Immuntherapien, um Synergieeffekte zu erzielen und die Therapieresistenz von Tumorzellen zu überwinden. Klinische Phase-I- und Phase-II-Studien sind in Gang, jedoch steht eine breite klinische Zulassung spezifischer LDH-Inhibitoren noch aus.
Da LDH in nahezu allen Körperzellen vorkommt, birgt eine systemische Hemmung des Enzyms potenzielle Risiken für gesundes Gewebe. Zu den diskutierten unerwünschten Effekten zählen:
Die gezielte Entwicklung tumorspezifischer Inhibitoren, die bevorzugt LDHA hemmen, soll diese Risiken minimieren.
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