Lansoprazol: Wirkung, Dosierung & Nebenwirkungen
Lansoprazol ist ein Protonenpumpenhemmer, der die Magensäureproduktion reduziert. Es wird bei Sodbrennen, Magengeschwüren und Refluxkrankheit eingesetzt.
Wissenswertes über "Lansoprazol"
Lansoprazol ist ein Protonenpumpenhemmer, der die Magensäureproduktion reduziert. Es wird bei Sodbrennen, Magengeschwüren und Refluxkrankheit eingesetzt.
Was ist Lansoprazol?
Lansoprazol ist ein Protonenpumpenhemmer (PPI, englisch: Proton Pump Inhibitor) und gehört zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten weltweit. Es hemmt gezielt die säureproduzierenden Zellen der Magenschleimhaut und senkt dadurch den Säuregehalt im Magen dauerhaft und wirksam. Lansoprazol ist in Deutschland als verschreibungspflichtiges sowie in niedrigen Dosierungen auch als rezeptfreies Arzneimittel erhältlich.
Indikationen (Anwendungsgebiete)
Lansoprazol wird bei einer Vielzahl von Erkrankungen eingesetzt, die durch übermäßige Magensäureproduktion verursacht oder verstärkt werden:
- Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD): Rückfluss von Magensaures in die Speiseröhre, verbunden mit Sodbrennen und Säureregurgitation
- Erosive Ösophagitis: Entzündung und Schädigung der Speiseröhrenschleimhaut durch Säure
- Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre (Ulcus ventriculi und Ulcus duodeni)
- Helicobacter-pylori-Eradikation: Im Rahmen einer Kombinationstherapie (Triple-Therapie) zur Behandlung von Mageninfektionen mit dem Bakterium Helicobacter pylori
- Zollinger-Ellison-Syndrom: Seltene Erkrankung mit übermäßiger Magensäureproduktion durch einen hormonproduzierenden Tumor
- NSAR-assoziierte Magenläsionen: Vorbeugung und Behandlung von Magenschleimhautschäden durch nicht-steroidale Antirheumatika (z. B. Ibuprofen, Diclofenac)
Wirkmechanismus
Lansoprazol wirkt als sogenannter irreversibler Protonenpumpenhemmer. Im Magen befinden sich spezialisierte Belegzellen (Parietalzellen), die über eine Protonenpumpe (H+/K+-ATPase) Salzsäure in den Magenraum abgeben. Lansoprazol wird als inaktive Vorstufe (Prodrug) eingenommen, gelangt über den Blutkreislauf in die Belegzellen und wird dort im sauren Milieu in seine aktive Form umgewandelt. Diese aktive Form bindet kovalent und dauerhaft an die Protonenpumpe und blockiert sie vollständig. Dadurch wird die Säureproduktion um bis zu 90 % reduziert. Da die Hemmung irreversibel ist, hält die Wirkung so lange an, bis neue Protonenpumpen von den Zellen gebildet werden – was etwa 24 bis 48 Stunden dauert.
Dosierung und Einnahme
Die Dosierung von Lansoprazol richtet sich nach der Indikation und dem individuellen Krankheitsbild:
- Refluxkrankheit und Ösophagitis: In der Regel 30 mg einmal täglich, meist über 4–8 Wochen
- Magengeschwür: 30 mg täglich über 4–8 Wochen
- Zwölffingerdarmgeschwür: 15–30 mg täglich über 2–4 Wochen
- H.-pylori-Eradikation: 30 mg zweimal täglich in Kombination mit zwei Antibiotika
- Erhaltungstherapie bei GERD: 15 mg täglich als Langzeittherapie
Lansoprazol sollte 30 Minuten vor einer Mahlzeit eingenommen werden, da die Protonenpumpen während der Nahrungsaufnahme am aktivsten sind und das Medikament so seine maximale Wirkung entfaltet. Die Kapsel sollte im Ganzen geschluckt werden. Für Patienten mit Schluckbeschwerden sind Schmelztabletten oder Granulat-Beutelchen erhältlich.
Nebenwirkungen
Lansoprazol wird im Allgemeinen gut vertragen. Mögliche Nebenwirkungen umfassen:
Häufige Nebenwirkungen
- Kopfschmerzen
- Durchfall, Übelkeit, Erbrechen
- Bauchschmerzen und Blähungen
- Verstopfung
Seltene, aber relevante Nebenwirkungen
- Hypomagnesiämie: Magnesiummangel bei Langzeiteinnahme (über 1 Jahr)
- Vitamin-B12-Mangel: Da Magensäure für die Freisetzung von Vitamin B12 aus der Nahrung benötigt wird
- Erhöhtes Frakturrisiko: Langfristige Anwendung kann mit verminderter Knochendichte assoziiert sein
- Clostridium-difficile-Infektionen: Verminderte Magensäure kann das Wachstum bestimmter Darmbakterien begünstigen
- Interstitielle Nephritis: Seltene Nierenentzündung als allergische Reaktion
- Leberwerterhöhungen: Gelegentlich beobachtet
Wechselwirkungen
Lansoprazol kann die Wirksamkeit anderer Medikamente beeinflussen:
- Clopidogrel: Lansoprazol kann die Aktivierung von Clopidogrel (Blutverдünnungsmittel) hemmen und dessen Wirksamkeit verringern
- Methotrexat: Erhöhte Methotrexat-Spiegel möglich
- Ketoconazol und Itraconazol: Verminderte Aufnahme dieser Antipilzmittel bei reduzierter Magensäure
- Atazanavir: Verminderte Wirksamkeit dieses HIV-Medikaments
- Digoxin: Leicht erhöhte Bioverfügbarkeit möglich
Gegenanzeigen und besondere Hinweise
Lansoprazol sollte nicht eingenommen werden bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder anderen Protonenpumpenhemmern. Bei Schwangerschaft und Stillzeit sollte die Einnahme nur nach Rücksprache mit einem Arzt erfolgen. Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz benötigen eine Dosisanpassung. Bei Langzeitanwendung (mehr als 1 Jahr) empfiehlt sich eine ärztliche Überwachung und gegebenenfalls eine Kontrolle von Magnesium- und Vitamin-B12-Spiegeln.
Quellen
- Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA): Fachinformation Lansoprazol. www.ema.europa.eu
- Landesärztekammer Deutschland / Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA): Leitlinien zur Säureblockertherapie, 2022.
- Sachs G, Shin JM, Howden CW. Review article: the clinical pharmacology of proton pump inhibitors. Alimentary Pharmacology & Therapeutics, 2006;23(Suppl 2):2–8.
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