Larynx (Kehlkopf): Aufbau, Funktion & Erkrankungen
Der Larynx (Kehlkopf) ist ein Organ im Hals, das die Stimmbildung ermöglicht und die unteren Atemwege vor dem Eindringen von Nahrung schützt.
Wissenswertes über "Larynx"
Der Larynx (Kehlkopf) ist ein Organ im Hals, das die Stimmbildung ermöglicht und die unteren Atemwege vor dem Eindringen von Nahrung schützt.
Was ist der Larynx?
Der Larynx, im deutschen Sprachgebrauch als Kehlkopf bezeichnet, ist ein komplexes Organ im vorderen Halsbereich. Er verbindet den Rachen (Pharynx) mit der Luftröhre (Trachea) und erfüllt drei wesentliche Aufgaben: Stimmbildung, Atemwegsschutz und Regulation des Luftstroms. Der Larynx besteht aus einem Gerüst aus Knorpeln, Muskeln und Schleimhaut und ist beim Menschen im Erwachsenenalter gut im Hals tastbar.
Aufbau des Larynx
Der Kehlkopf setzt sich aus mehreren Knorpeln zusammen, die durch Bänder und Muskeln miteinander verbunden sind:
- Schildknorpel (Cartilago thyroidea): Der größte Kehlkopfknorpel, beim Mann als "Adamsapfel" sichtbar.
- Ringknorpel (Cartilago cricoidea): Ein ringförmiger Knorpel, der den Larynx nach unten zur Trachea abgrenzt.
- Stellknorpel (Cartilagines arytenoideae): Zwei kleine Knorpel, die für die Bewegung der Stimmbänder verantwortlich sind.
- Epiglottis (Kehldeckel): Eine blattförmige Knorpelstruktur, die beim Schlucken den Eingang des Kehlkopfs verschließt und so verhindert, dass Nahrung in die Luftwege gelangt.
Funktionen des Larynx
Stimmbildung
Im Inneren des Kehlkopfs befinden sich die Stimmbänder (Plicae vocales), auch Stimmlippen genannt. Beim Sprechen oder Singen werden sie durch Muskelkraft angespannt. Der ausströmende Atem lässt sie in Schwingung versetzen, wodurch der Schall erzeugt wird. Tonlage und Lautstärke werden durch den Spannungsgrad und die Position der Stimmbänder reguliert.
Schutz der Atemwege
Während des Schluckens klappt die Epiglottis über den Kehlkopfeingang und verschließt ihn. Zusätzlich heben sich der gesamte Larynx und der Zungenbeinapparat an, wodurch der Schutz weiter verbessert wird. So wird verhindert, dass Speisen oder Flüssigkeiten in die unteren Atemwege gelangen.
Atemregulation
Die Stimmritze (Glottis), der Spalt zwischen den Stimmbändern, öffnet und schließt sich rhythmisch während der Atmung. Beim Einatmen ist die Stimmritze weit geöffnet, beim Ausatmen verengt sie sich leicht. Dieser Mechanismus reguliert den Atemwiderstand und ist auch beim Husten und Pressen (z. B. bei körperlicher Anstrengung) von Bedeutung.
Häufige Erkrankungen des Larynx
- Laryngitis (Kehlkopfentzündung): Eine Entzündung der Kehlkopfschleimhaut, häufig durch Viren oder Überlastung der Stimme verursacht. Typische Symptome sind Heiserkeit, Halsschmerzen und Hustenreiz.
- Larynxkarzinom (Kehlkopfkrebs): Ein bösartiger Tumor des Kehlkopfs, der häufig durch chronischen Tabakkonsum und Alkohol begünstigt wird. Frühzeichen sind anhaltende Heiserkeit, Schluckbeschwerden und Atemnot.
- Laryngospasmus: Ein plötzlicher, unwillkürlicher Krampf der Kehlkopfmuskulatur, der zu kurzzeitiger Atemnot führen kann.
- Stimmbänderknötchen: Kleine gutartige Verdickungen der Stimmbänder durch chronische stimmliche Überlastung, typisch bei Sängern und Lehrern.
- Krupp-Syndrom: Eine häufige Atemwegserkrankung im Kleinkindalter, die durch Entzündung und Schwellung im Kehlkopfbereich zu dem charakteristischen bellenden Husten führt.
Diagnostik bei Larynxerkrankungen
Die wichtigste diagnostische Methode zur Beurteilung des Kehlkopfs ist die Laryngoskopie, also die direkte oder indirekte Spiegelung des Kehlkopfs. Dabei wird ein flexibles oder starres Endoskop verwendet, um die Schleimhaut, die Stimmbänder und die Beweglichkeit des Kehlkopfs zu beurteilen. Ergänzend können Bildgebungsverfahren wie Ultraschall, CT (Computertomographie) oder MRT (Magnetresonanztomographie) eingesetzt werden.
Behandlung von Larynxerkrankungen
Die Therapie richtet sich nach der jeweiligen Erkrankung:
- Bei einer Laryngitis stehen Stimmschonung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und bei bakterieller Ursache Antibiotika im Vordergrund.
- Das Larynxkarzinom wird je nach Stadium mit Operation, Strahlentherapie oder Chemotherapie behandelt.
- Stimmbänderknötchen können durch Stimmtherapie (Logopädie) oder bei Bedarf operativ entfernt werden.
- Bei einem akuten Laryngospasmus sind beruhigende Maßnahmen und in schweren Fällen medikamentöse Behandlungen notwendig.
Quellen
- Schiebler, T.H.; Korf, H.W. (2007): Anatomie. 10. Auflage. Steinkopff Verlag, Darmstadt.
- Boenninghaus, H.G.; Lenarz, T. (2012): Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. 14. Auflage. Springer Medizin Verlag, Berlin.
- World Health Organization (WHO): Head and Neck Cancer. Verfügbar unter: https://www.who.int (Zugriff 2024).
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