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Laterale Halszyste: Ursachen, Symptome & Behandlung

Eine laterale Halszyste ist eine angeborene, gutartige Gewebsaussackung seitlich am Hals, die aus Resten der embryonalen Kiemenbogen entsteht. Sie wird oft erst im Kindes- oder Erwachsenenalter bemerkt.

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Wissenswertes über "Laterale Halszyste"

Eine laterale Halszyste ist eine angeborene, gutartige Gewebsaussackung seitlich am Hals, die aus Resten der embryonalen Kiemenbogen entsteht. Sie wird oft erst im Kindes- oder Erwachsenenalter bemerkt.

Was ist eine laterale Halszyste?

Eine laterale Halszyste (auch branchiogene Zyste genannt) ist eine gutartige, mit Flüssigkeit gefüllte Gewebstasche, die seitlich am Hals auftritt. Sie gehört zu den sogenannten branchiogenen Fehlbildungen und entsteht durch eine unvollständige Rückbildung embryonaler Kiemenbogenstrukturen während der Schwangerschaft. Laterale Halszysten sind die häufigsten angeborenen Halsfehlbildungen und machen etwa 20 Prozent aller gutartiger Halsgeschwülste aus.

Ursachen und Entstehung

Während der embryonalen Entwicklung bilden sich sogenannte Kiemenbogen und Kiemenfurchen, aus denen sich verschiedene Strukturen des Halses und des Gesichts entwickeln. Normalerweise bilden sich diese Strukturen vollständig zurück. Bleiben Reste dieser Gewebe erhalten, können sich daraus Zysten, Fisteln oder Sinus (offene Gänge) entwickeln.

  • Laterale Halszysten entstehen überwiegend aus dem zweiten Kiemenbogen (Branchialbogen II).
  • Sie liegen typischerweise am vorderen Rand des Musculus sternocleidomastoideus (des großen seitlichen Halsmuskels).
  • Eine genetische Veranlagung ist möglich, da familiäre Häufungen beobachtet wurden.

Symptome

Laterale Halszysten verlaufen häufig über lange Zeit symptomlos und werden zufällig entdeckt. Folgende Beschwerden können auftreten:

  • Schmerzlose Schwellung seitlich am Hals, meist weich und gut verschieblich
  • Druckgefühl oder Spannungsgefühl im Halsbereich
  • Schluckbeschwerden oder Heiserkeit (bei größeren Zysten)
  • Schmerz und Rötung bei Entzündung oder Infektion der Zyste
  • Ausfluss aus einer möglichen Fistelöffnung an der Haut

Häufig werden laterale Halszysten erstmals in der Kindheit oder im frühen Erwachsenenalter bemerkt, oft nach einer Infektionskrankheit, die zur Vergrößerung der Zyste führt.

Diagnose

Die Diagnose einer lateralen Halszyste erfolgt durch verschiedene Untersuchungsmethoden:

  • Klinische Untersuchung: Abtasten der Halsschwellung hinsichtlich Konsistenz, Lage und Verschieblichkeit.
  • Ultraschall (Sonographie): Wichtigstes bildgebendes Verfahren zur Erstdiagnostik; zeigt die zystische, flüssigkeitsgefüllte Struktur.
  • MRT oder CT: Magnetresonanztomographie oder Computertomographie zur genauen Lagebestimmung, insbesondere vor einer Operation.
  • Feinnadelaspiration: Entnahme einer kleinen Gewebsprobe zur Untersuchung des Zellinhalts, um eine bösartige Erkrankung auszuschließen.

Wichtig ist die Abgrenzung von anderen Halsraumforderungen, zum Beispiel vergrößerte Lymphknoten, Lipome, Speicheldrüsenzysten oder in seltenen Fällen zystische Metastasen eines Plattenepithelkarzinoms.

Behandlung

Die Behandlung der Wahl ist die vollständige operative Entfernung (Exzision) der Zyste. Eine Operation wird empfohlen, da:

  • Zysten sich wiederholt entzünden können
  • eine vollständige spontane Rückbildung nicht zu erwarten ist
  • bösartige Veränderungen (sehr selten) nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden können

Operatives Vorgehen

Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose. Der Chirurg entfernt die Zyste vollständig einschließlich aller Ausläufer und eines eventuell vorhandenen Fistelgangs. Eine vollständige Entfernung ist entscheidend, um ein Wiederauftreten (Rezidiv) zu vermeiden. Bei vorausgegangener Entzündung kann die Operation technisch anspruchsvoller sein.

Konservative Behandlung

Bei akuter Entzündung der Zyste erfolgt zunächst eine antibiotische Therapie. In manchen Fällen muss ein Abszess chirurgisch eröffnet und drainiert werden, bevor die endgültige Entfernung der Zyste geplant wird.

Prognose

Nach vollständiger operativer Entfernung ist die Prognose sehr gut. Rezidive treten vor allem bei unvollständiger Entfernung auf. Eine bösartige Entartung einer lateralen Halszyste ist äußerst selten.

Quellen

  1. Weerda H. - Chirurgie der Ohrmuschel, Thieme Verlag, 2. Auflage (2021)
  2. Capaccio P. et al. - Branchial cysts: clinical and ultrasound features, European Archives of Oto-Rhino-Laryngology (2012), PMID: 21638034
  3. Nationale Versorgungsleitlinien und Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNOKHC), www.awmf.org

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