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Der Leistenkanal ist ein kurzer Gewebekanal in der Leistenregion des Unterbauchs. Er spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Leistenbrüchen.
Der Leistenkanal ist ein kurzer Gewebekanal in der Leistenregion des Unterbauchs. Er spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Leistenbrüchen.
Der Leistenkanal (lateinisch: Canalis inguinalis) ist ein etwa 4 bis 6 Zentimeter langer Kanal, der schräg durch die Bauchwand im Bereich der Leiste verläuft. Er verbindet den inneren Leistenring (tiefer Leistenring) mit dem äußeren Leistenring (oberflächlicher Leistenring) und liegt oberhalb des Leistenbandes. Der Leistenkanal ist ein wichtiger anatomischer Durchgang, durch den beim Mann der Samenstrang (Funiculus spermaticus) und bei der Frau das runde Mutterband (Ligamentum teres uteri) verlaufen.
Der Leistenkanal besitzt vier Wände, eine Öffnung am Anfang und eine am Ende:
Der tiefe Leistenring ist die innere Öffnung des Kanals, der oberflächliche Leistenring die äußere Öffnung, die durch die Aponeurose des äußeren schrägen Bauchmuskels gebildet wird.
Beim Mann enthält der Leistenkanal den Samenstrang, welcher folgende Strukturen umfasst:
Bei der Frau verläuft durch den Leistenkanal das runde Mutterband (Ligamentum teres uteri), das die Gebärmutter in ihrer Position hält, sowie der Nervus ilioinguinalis und der Ramus genitalis des Nervus genitofemoralis.
Der Leistenkanal entsteht während der Embryonalentwicklung. Beim männlichen Fötus wandern die Hoden vom Bauchraum durch den Leistenkanal in den Hodensack (Descensus testis). Dieser Vorgang ist für die normale Entwicklung der Hoden essenziell, da die Spermienproduktion eine niedrigere Temperatur erfordert, als sie im Körperinneren herrscht. Bei der Frau verläuft das runde Mutterband ebenfalls durch den Leistenkanal und verankert die Gebärmutter im Becken.
Der Leistenkanal ist klinisch vor allem wegen seiner Bedeutung bei der Entstehung von Leistenbrüchen (Leistenhernien) bekannt. Ein Leistenbruch entsteht, wenn Bauchinhalt (z. B. Darmschlingen oder Fettgewebe) durch eine Schwachstelle in der Bauchwand in den Leistenkanal oder darüber hinaus vordringt. Man unterscheidet:
Symptome eines Leistenbruchs umfassen eine sichtbare oder tastbare Vorwölbung in der Leiste, Druckgefühl, Ziehen oder Schmerzen, die sich beim Husten, Pressen oder körperlicher Belastung verstärken. Ein eingeklemmter (inkarzerierter) Leistenbruch ist ein medizinischer Notfall und erfordert sofortige chirurgische Behandlung.
Die Diagnose eines Leistenbruchs oder anderer Erkrankungen des Leistenkanals erfolgt in erster Linie durch:
Die Behandlung von Erkrankungen des Leistenkanals richtet sich nach dem jeweiligen Krankheitsbild. Bei einem Leistenbruch ist die operative Versorgung die Standardtherapie:
Ziel jeder Operation ist es, den Bruchinhalt zurückzuverlagern und die Schwachstelle in der Bauchwand dauerhaft zu verschließen, meist unter Verwendung eines Kunststoffnetzes zur Verstärkung.
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