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Lidocain ist ein lokales Betäubungsmittel und Antiarrhythmikum, das in der Medizin zur Schmerzausschaltung und Herzrhythmustherapie eingesetzt wird.
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Lidocain (auch Lidokain oder ältere Bezeichnung Lignocain) ist ein synthetisches Lokalanästhetikum aus der Gruppe der Amide. Es gehört zu den am häufigsten verwendeten Betäubungsmitteln in der Medizin und wird sowohl zur lokalen Schmerzausschaltung als auch als Antiarrhythmikum (Mittel gegen Herzrhythmusstörungen) eingesetzt. Lidocain wurde 1943 von dem schwedischen Chemiker Nils Löfgren entwickelt und ist heute auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gelistet.
Lidocain entfaltet seine Wirkung durch die Blockade spannungsabhängiger Natriumkanäle in der Nervenzellmembran. Normalerweise strömen Natriumionen bei einer Erregung in die Nervenzelle ein und lösen ein elektrisches Signal (Aktionspotenzial) aus, das den Schmerzreiz weiterleitet. Lidocain verhindert diesen Natriumenfluss, wodurch die Erregungsleitung blockiert wird und kein Schmerzimpuls mehr weitergeleitet werden kann.
Als Antiarrhythmikum (Klasse Ib nach Vaughan Williams) stabilisiert Lidocain auch die Herzmuskelzellen, indem es übermäßige elektrische Aktivität im Herzmuskel dämpft und so bestimmte ventrikulare Herzrhythmusstörungen unterbricht.
Lidocain ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich:
Die Dosierung richtet sich nach dem Anwendungsgebiet, der Körperstelle, dem Körpergewicht des Patienten und der verwendeten Konzentration. Die Gesamtdosis sollte die empfohlene Höchstdosis nicht überschreiten, da sonst systemische Nebenwirkungen auftreten können.
Bei bestimmungsgemäßer Anwendung ist Lidocain gut verträglich. Systemische Nebenwirkungen können auftreten, wenn zu viel Wirkstoff ins Blut gelangt:
Lidocain darf nicht oder nur unter strenger Überwachung angewendet werden bei:
Wechselwirkungen können mit anderen Antiarrhythmika, Betablockern und Mitteln auftreten, die ebenfalls den Natriumkanal beeinflussen. Auch CYP3A4-Inhibitoren (z. B. bestimmte Antimykotika oder HIV-Medikamente) können den Lidocain-Spiegel im Blut erhöhen.
Lidocain sollte während der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung eingesetzt werden. Es geht in die Muttermilch über, allerdings in sehr geringen Mengen, die in der Regel klinisch nicht relevant sind. Bei älteren Patienten oder Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion kann die Elimination verlangsamt sein, weshalb eine Dosisanpassung erforderlich sein kann.
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