Lipidsenkung: Blutfette senken & Herz schützen
Lipidsenkung bezeichnet Maßnahmen zur Senkung erhöhter Blutfettwerte. Sie schützt vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und umfasst Ernährung, Bewegung und Medikamente.
Wissenswertes über "Lipidsenkung"
Lipidsenkung bezeichnet Maßnahmen zur Senkung erhöhter Blutfettwerte. Sie schützt vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und umfasst Ernährung, Bewegung und Medikamente.
Was ist Lipidsenkung?
Unter Lipidsenkung versteht man alle medizinischen und lebensstilbezogenen Maßnahmen, die darauf abzielen, erhöhte Blutfettwerte zu reduzieren. Zu den relevanten Blutfetten (Lipiden) gehören vor allem LDL-Cholesterin (sogenanntes schlechtes Cholesterin), Triglyzeride und das Gesamtcholesterin. Ein dauerhaft erhöhter Blutfettspiegel erhöht das Risiko für Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall erheblich.
Ursachen erhöhter Blutfettwerte
Erhöhte Blutfettwerte (medizinisch: Hyperlipämie oder Dyslipämie) können verschiedene Ursachen haben:
- Ernährungsbedingt: Übermäßiger Konsum von gesättigten Fettsäuren und Transfetten
- Genetisch: Familiäre Hypercholesterinämie als erbliche Erkrankung
- Sekundäre Ursachen: Diabetes mellitus, Schilddrüsenunterfunktion, Nierenerkrankungen, bestimmte Medikamente
- Lebensstil: Bewegungsmangel, Übergewicht, Alkoholkonsum, Rauchen
Ziele der Lipidsenkung
Das primäre Ziel der Lipidsenkung ist die Reduktion des kardiovaskulären Risikos. Die angestrebten Zielwerte richten sich nach dem individuellen Risikoprofil des Patienten. Laut europäischen Leitlinien sollte der LDL-Cholesterin-Wert bei Hochrisikopatienten auf unter 55 mg/dl gesenkt werden.
Nicht-medikamentöse Maßnahmen
Als erste Therapiestufe empfehlen Ärzte meist Lebensstiländerungen:
- Ernährungsumstellung: Reduktion von gesättigten Fettsäuren, mehr Ballaststoffe, Pflanzensterole und ungesättigte Fettsäuren (z. B. Olivenol, Fisch)
- Regelmäßige körperliche Aktivität: Mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche
- Gewichtsreduktion bei Übergewicht
- Rauchstopp und Einschränkung des Alkoholkonsums
Medikamentöse Therapie
Wenn Lebensstiländerungen nicht ausreichen, kommen lipidsenkende Medikamente zum Einsatz:
Statine
Statine (z. B. Atorvastatin, Simvastatin, Rosuvastatin) sind die am häufigsten eingesetzten Lipidsenker. Sie hemmen das Enzym HMG-CoA-Reduktase, das für die Cholesterinsynthese in der Leber verantwortlich ist, und senken dadurch effektiv den LDL-Cholesterinspiegel.
Ezetimib
Ezetimib hemmt die Aufnahme von Cholesterin im Dünndarm und wird häufig in Kombination mit Statinen eingesetzt, um eine zusätzliche LDL-Senkung zu erzielen.
PCSK9-Inhibitoren
PCSK9-Inhibitoren (z. B. Evolocumab, Alirocumab) sind moderne Antikörper-Therapien, die den Abbau von LDL-Rezeptoren hemmen und dadurch sehr stark den LDL-Spiegel senken. Sie werden vor allem bei Hochrisikopatienten oder bei Statin-Unverträglichkeit eingesetzt.
Fibrate und Niacin
Fibrate (z. B. Fenofibrat) wirken vor allem triglyzeridsenkend und werden bei stark erhöhten Triglyzeridwerten eingesetzt. Niacin (Vitamin B3 in hoher Dosierung) kann ebenfalls Blutfettwerte verbessern, wird jedoch aufgrund von Nebenwirkungen seltener verwendet.
Omega-3-Fettsäuren
Hochdosierte Omega-3-Fettsäuren (EPA/DHA) können Triglyzeride senken und sind als Ergänzungstherapie bei Hypertriglyzeridämie zugelassen.
Nebenwirkungen lipidsenkender Medikamente
Lipidsenkende Medikamente sind in der Regel gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen sind:
- Statine: Muskelschmerzen (Myopathie), selten erhöhte Leberwerte, Blutzuckeranstieg
- Ezetimib: Magenprobleme, selten Leberwerterhohung
- PCSK9-Inhibitoren: Reaktionen an der Injektionsstelle, Erkaltungssymptome
- Fibrate: Magenprobleme, selten Muskelprobleme (besonders in Kombination mit Statinen)
Monitoring und Verlaufskontrolle
Zur Überwachung der Lipidsenkungstherapie werden regelmäßige Blutuntersuchungen durchgeführt, bei denen das Lipidprofil (LDL, HDL, Triglyzeride, Gesamtcholesterin) sowie Leberwerte und bei Statinen gelegentlich die Creatinkinase (CK) kontrolliert werden. Zielwerte werden individuell nach kardiovaskulärem Risiko festgelegt.
Quellen
- Mach F et al. - 2019 ESC/EAS Guidelines for the management of dyslipidaemias. European Heart Journal, 2020.
- Grundy SM et al. - 2018 AHA/ACC Guideline on the Management of Blood Cholesterol. Journal of the American College of Cardiology, 2019.
- Weltgesundheitsorganisation (WHO) - Cardiovascular diseases: Key facts. WHO, 2021. https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/cardiovascular-diseases
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