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Lipopolysaccharid (LPS) ist ein Bestandteil der Zellwand gramnegativer Bakterien und löst im Körper starke Immunreaktionen aus. Es spielt eine zentrale Rolle bei Infektionen und Entzündungsprozessen.
Lipopolysaccharid (LPS) ist ein Bestandteil der Zellwand gramnegativer Bakterien und löst im Körper starke Immunreaktionen aus. Es spielt eine zentrale Rolle bei Infektionen und Entzündungsprozessen.
Lipopolysaccharid (LPS), auch als Endotoxin bekannt, ist ein komplexes Molekül, das in der äußeren Membran gramnegativer Bakterien vorkommt. Es besteht aus einem Fettsäure-haltigen Teil (Lipid A), einem Kernpolysaccharid und einem variablen O-Antigen. LPS wird freigesetzt, wenn Bakterien absterben oder sich teilen, und wirkt als starker Aktivator des menschlichen Immunsystems.
LPS ist aus drei Hauptkomponenten aufgebaut:
Wenn LPS in den menschlichen Körper gelangt, wird es vom Immunsystem als Gefahrensignal erkannt. Das Protein LPS-bindendes Protein (LBP) im Blut bindet LPS und präsentiert es dem CD14-Rezeptor auf Immunzellen. Anschließend aktiviert LPS den Toll-like-Rezeptor 4 (TLR4), was eine Kaskade von Entzündungsreaktionen auslöst:
In geringen Mengen ist diese Immunantwort sinnvoll, um Infektionen zu bekämpfen. Bei einer massiven LPS-Freisetzung kann es jedoch zu einer überschießenden Immunreaktion kommen.
Eine der gefährlichsten Folgen einer massiven LPS-Freisetzung ist die Sepsis (Blutvergiftung) und im schlimmsten Fall der septische Schock. Dabei kommt es zu einem unkontrollierten, systemischen Entzündungssturm, der zu Organversagen und im schlimmsten Fall zum Tod führen kann. LPS gramnegativer Bakterien gilt als einer der Hauptauslöser dieser lebensbedrohlichen Zustände.
Auch niedrige, chronische LPS-Spiegel im Blut – ein Zustand, der als metabolische Endotoxämie bezeichnet wird – werden mit chronischen Erkrankungen in Verbindung gebracht. Dazu zählen:
Der Darm ist eine bedeutende Quelle für LPS, da er zahlreiche gramnegative Bakterien beherbergt. Eine gestörte Darmbarriere (Leaky Gut) kann dazu führen, dass LPS in die Blutbahn gelangt und systemische Entzündungen fördert. Eine gesunde Ernährung und ein ausgewogenes Mikrobiom können helfen, die LPS-Durchlässigkeit des Darms zu reduzieren.
Der Limulus-Amöbozyten-Lysat-Test (LAL-Test) ist das Standardverfahren zur Messung von LPS-Konzentrationen in pharmazeutischen Produkten, Wasser und Blutproben. Der Test nutzt eine Reaktion aus dem Blut des Pfeilschwanzkrebses, die hochempfindlich auf LPS reagiert. In der klinischen Praxis kann die LPS-Messung zur Diagnose von gramnegativen Infektionen und zur Einschätzung des Sepsisrisikos beitragen.
Die Neutralisierung oder Blockade von LPS ist ein wichtiges Forschungsfeld. Therapeutische Strategien umfassen:
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