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Lipotoxizität bezeichnet die schädliche Wirkung von übermäßig angesammelten Fettsäuren und Fettmetaboliten auf körpereigene Zellen und Organe.
Lipotoxizität bezeichnet die schädliche Wirkung von übermäßig angesammelten Fettsäuren und Fettmetaboliten auf körpereigene Zellen und Organe.
Lipotoxizität beschreibt den Zellschäden, der entsteht, wenn freie Fettsäuren und deren Stoffwechselprodukte – insbesondere Ceramide, Diacylglycerol und Acylcarnitine – in nicht-Fettgewebe wie Leber, Herz, Bauchspeicheldrüse, Nieren und Skelettmuskel in übermäßigen Mengen eingelagert werden. Während Fettgewebe (Adipozyten) darauf spezialisiert ist, Fett sicher zu speichern, sind andere Gewebe nicht für große Fettmengen ausgestattet und reagieren mit Entzündung, oxidativem Stress und letztlich Zelltod (Apoptose).
Lipotoxizität entsteht, wenn die Kapazität des Fettgewebes überschritten wird, Fettsäuren sicher zu speichern. Wichtige Auslöser sind:
Die insulinproduzierenden Beta-Zellen des Pankreas sind besonders anfällig. Eine erhöhte Konzentration an Ceramiden und anderen toxischen Lipidmetaboliten löst Apoptose aus, vermindert die Insulinsekretion und fördert so die Entstehung von Typ-2-Diabetes.
In der Leber führt die Überladung mit Fettsäuren zu Steatohepatitis (Fettleber mit Entzündung), Fibrose und im Verlauf zu Leberzirrhose oder hepatozellulärem Karzinom.
Lipotoxische Kardiomyopathie: Fettan häufungen im Herzmuskelgewebe beeinträchtigen die Herzfunktion, verürsachen Arrhythmien und können zu Herzinsuffizienz führen.
Lipotoxizität in den Podozyten und Tubuluszellen der Niere begünstigt die Entwicklung einer diabetischen Nephropathie und chronischer Nierenerkrankungen.
Einlagerung von Lipidmetaboliten in Muskelzellen fördert die Insulinresistenz und beeinträchtigt die Muskelkraft.
Die Zellschädigung durch Lipotoxizität verläuft über mehrere Wege:
Es gibt keine einzelne Standarddiagnostik ausschließlich für Lipotoxizität. Die Diagnose basiert auf einer Kombination klinischer und laborchemischer Befunde:
Da Lipotoxizität eng mit Übergewicht, Insulinresistenz und erhöhten Blutfetten verbunden ist, stehen Lebensstiländerungen im Mittelpunkt:
Regelmäßige Bewegung verbessert die Insulinsensitivität, fördert die Fettoxidation in Muskeln und Leber und reduziert die Lipidanreicherung in nicht-Fettgewebe.
Aktuelle Forschungen untersuchen gezielte Eingriffe in Ceramid-Stoffwechselwege, Mitochondrienschutz und ER-Stress-Modulation als zukünftige Therapieoptionen gegen Lipotoxizität.
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