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Listeriose: Ursachen, Symptome & Behandlung

Listeriose ist eine durch Bakterien ausgelöste Infektionskrankheit, die über kontaminierte Lebensmittel übertragen wird und besonders für Schwangere und immungeschwächte Personen gefährlich ist.

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Wissenswertes über "Listeriose"

Listeriose ist eine durch Bakterien ausgelöste Infektionskrankheit, die über kontaminierte Lebensmittel übertragen wird und besonders für Schwangere und immungeschwächte Personen gefährlich ist.

Was ist Listeriose?

Listeriose ist eine Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Listeria monocytogenes verursacht wird. Diese Bakterien kommen in der Umwelt weit verbreitet vor – etwa im Boden, in Gewässern und in Tierköt – und können Lebensmittel kontaminieren. Die Erkrankung verläuft bei gesunden Erwachsenen häufig mild oder sogar ohne Symptome, kann jedoch für bestimmte Risikogruppen lebensbedrohlich sein.

Ursachen und Übertragungswege

Die Infektion erfolgt in den meisten Fällen durch den Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln. Besonders häufig betroffen sind:

  • Rohmilchprodukte und Weichkäse
  • Rohes oder geräuchertes Fleisch und Fisch (z. B. Räucherlachs)
  • Fertige Salate, Aufschnitt und Feinkostprodukte
  • Nicht ausreichend erhitztes Gemüse oder Keimprodukte

Listeria monocytogenes kann sich im Gegensatz zu vielen anderen Bakterien auch bei Kühlschranktemperaturen (0–4 °C) vermehren, was die Lebensmittelsicherheit besonders herausfordernd macht. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist in der Regel nicht möglich, jedoch kann eine infizierte Schwangere das Bakterium auf ihr ungeborenes Kind übertragen.

Risikogruppen

Während gesunde Erwachsene Listerien oft ohne schwere Symptome überstehen, zählen folgende Gruppen zu den Hochrisikopersonen:

  • Schwangere Frauen und ihre ungeborenen Kinder
  • Ältere Menschen (über 65 Jahre)
  • Immungeschwächte Personen (z. B. bei HIV, Krebs, nach Organtransplantation)
  • Neugeborene

Symptome

Die Symptome der Listeriose variieren je nach Schwere der Erkrankung und der betroffenen Person:

Leichtere Verläufe (nicht-invasive Listeriose)

  • Fieber, Übelkeit, Erbrechen
  • Durchfall und Bauchschmerzen
  • Grippeartige Beschwerden

Schwere Verläufe (invasive Listeriose)

  • Meningitis (Hirnhautentzündung): Starke Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Lichtempfindlichkeit
  • Enzephalitis (Gehirnentzündung): Verwirrtheit, Bewusstseinsveränderungen
  • Sepsis (Blutverfahrung): Hohes Fieber, Schüttelfrost, Kreislaufversagen
  • Bei Schwangeren: Frühgeburt, Fehlgeburt oder Totgeburt

Die Inkubationszeit – also die Zeit zwischen Infektion und dem Auftreten erster Symptome – beträgt bei schweren Verläufen typischerweise 1 bis 4 Wochen, kann aber auch kürzer oder länger sein.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt in der Regel durch den Nachweis von Listeria monocytogenes in Körperflüssigkeiten. Folgende diagnostische Methoden werden eingesetzt:

  • Blutkultur: Nachweis der Bakterien im Blut bei Verdacht auf Sepsis
  • Lumbalpunktion: Untersuchung der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit (Liquor) bei Verdacht auf Meningitis
  • Stuhlkultur: Bei gastrointestinalen Symptomen
  • PCR-Tests: Molekularbiologischer Schnellnachweis des Erregers

Behandlung

Die Behandlung der Listeriose erfolgt mit Antibiotika. Die Mittel der ersten Wahl sind:

  • Ampicillin (häufig in Kombination mit Gentamicin bei schweren Verläufen)
  • Amoxicillin als Alternative
  • Bei Penicillinallergie: Trimethoprim-Sulfamethoxazol (TMP-SMX)

Die Behandlungsdauer richtet sich nach der Schwere der Erkrankung und kann bei invasiven Formen mehrere Wochen betragen. Cephalosporine sind bei Listeriose nicht wirksam und sollten vermieden werden. Bei schweren Verläufen ist eine stationäre Behandlung im Krankenhaus erforderlich.

Prävention und Lebensmittelhygiene

Da Listeriose hauptsächlich durch Lebensmittel übertragen wird, sind hygienische Maßnahmen entscheidend zur Vorbeugung:

  • Lebensmittel ausreichend erhitzen (über 70 °C im Kern)
  • Rohmilchprodukte und Weichkäse meiden (besonders für Risikogruppen)
  • Rohes Fleisch, Fisch und Meesfrüchte sorgfältig verarbeiten
  • Kühlkette einhalten und Lebensmittel nicht zu lange lagern
  • Regelmäßiges Händeswaschen und Reinigung von Küchenflächen
  • Kreuzverunreinigung zwischen rohen und gegarten Lebensmitteln vermeiden

In Deutschland ist Listeriose eine meldepflichtige Erkrankung gemäß dem Infektionsschutzgesetz (IfSG).

Quellen

  1. Robert Koch-Institut (RKI): Listeriose – RKI-Ratgeber. Verfügbar unter: www.rki.de (Stand 2023)
  2. European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC): Listeriosis. Annual Epidemiological Report 2022.
  3. World Health Organization (WHO): Listeriosis – Fact Sheet. Verfügbar unter: www.who.int (Stand 2022)

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