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Loperamid – Wirkung, Dosierung & Nebenwirkungen

Loperamid ist ein Wirkstoff gegen Durchfall (Diarrhoe), der die Darmbewegung verlangsamt und den Stuhlgang normalisiert. Er ist rezeptfrei erhältlich und weit verbreitet.

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Wissenswertes über "Loperamid"

Loperamid ist ein Wirkstoff gegen Durchfall (Diarrhoe), der die Darmbewegung verlangsamt und den Stuhlgang normalisiert. Er ist rezeptfrei erhältlich und weit verbreitet.

Was ist Loperamid?

Loperamid ist ein Antidiarrhoikum, das zur Behandlung von akutem und chronischem Durchfall eingesetzt wird. Es gehört zur Gruppe der Opioid-Rezeptoragonisten, wirkt jedoch hauptsächlich im Darm und gelangt kaum ins Gehirn, sodass keine zentralnervösen Opioidwirkungen wie Schmerzlinderung oder Euphorie entstehen. Loperamid ist in vielen Ländern rezeptfrei in Apotheken erhältlich und eines der meistgenutzten Mittel bei Durchfallerkrankungen.

Indikation

Loperamid wird eingesetzt bei:

  • Akutem Durchfall (z. B. Reisediarrhoe, infektiöse Magen-Darm-Erkrankungen)
  • Chronischem Durchfall bei entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa (in Absprache mit einem Arzt)
  • Erhöhter Stuhlfrequenz nach Stomaoperationen (künstlicher Darmausgang)

Wirkmechanismus

Loperamid bindet an die My-Opioid-Rezeptoren in der Darmwand. Dadurch werden folgende Effekte erzielt:

  • Verlangsamung der Darmbewegungen (Peristaltik), sodass der Darminhalt langsamer transportiert wird
  • Erhöhte Rückresorption von Wasser und Elektrolyten aus dem Darminhalt
  • Erhöhung des Muskeltonus im Schließmuskel (Sphinkter), was den Stuhldrang reduziert

Da Loperamid die Blut-Hirn-Schranke kaum überwindet, entfaltet es seine Wirkung fast ausschließlich lokal im Magen-Darm-Trakt.

Dosierung

Die übliche Dosierung für Erwachsene bei akutem Durchfall beträgt:

  • Initialdosis: 4 mg (2 Kapseln oder Tabletten zu je 2 mg)
  • Folgedosis: 2 mg nach jedem weiteren flüssigen Stuhlgang
  • Maximaldosis: 16 mg pro Tag

Bei Kindern unter 12 Jahren sollte Loperamid nur nach ärztlicher Rücksprache verwendet werden. Die Anwendungsdauer bei akutem Durchfall sollte in der Regel 2 Tage nicht überschreiten, ohne einen Arzt zu konsultieren.

Nebenwirkungen

Loperamid wird im Allgemeinen gut vertragen. Mögliche Nebenwirkungen umfassen:

  • Obstipation (Verstopfung) als häufigste Nebenwirkung
  • Bauchkrämpfe und Blähungen
  • Übelkeit und Schwindel
  • Selten: allergische Reaktionen (Hautausschlag, Juckreiz)
  • In sehr hohen Dosen (Überdosierung): Herzrhythmusstörungen (QT-Verlängerung)

Kontraindikationen und Warnhinweise

Loperamid sollte nicht verwendet werden bei:

  • Blutigen oder schleimigen Durchfällen mit Fieber (Verdacht auf bakterielle Infektion, z. B. durch Salmonellen oder Shigellen)
  • Akutem Schub einer Colitis ulcerosa (Risiko eines toxischen Megakolons)
  • Kindern unter 2 Jahren
  • Gleichzeitiger Einnahme von Arzneimitteln, die den Herzrhythmus beeinflussen können

Bei Durchfall, der länger als 2 Tage anhält, sollte immer ein Arzt aufgesucht werden.

Wechselwirkungen

Loperamid kann mit folgenden Stoffen wechselwirken:

  • Chinidin und andere P-Glykoprotein-Inhibitoren: erhöhen den Loperamid-Blutspiegel und das Risiko von Herzrhythmusstörungen
  • Andere Antidiarrhoika: verstärken die stopfende Wirkung
  • Bestimmte Antibiotika und Antimykotika: können die Konzentration von Loperamid im Blut erhöhen

Quellen

  1. Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) - Produktmonographie Loperamid (2023). Abgerufen von: www.ema.europa.eu
  2. Lacy BE et al. - ACG Clinical Guideline: Management of Irritable Bowel Syndrome. American Journal of Gastroenterology, 2021.
  3. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) - Fachinformation Loperamid Hydrochlorid. Abgerufen von: www.bfarm.de

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