Luxation – Ursachen, Symptome & Behandlung
Eine Luxation ist eine vollständige Ausrenkung eines Gelenks, bei der die Gelenkflächen nicht mehr in Kontakt stehen. Sie erfordert ärztliche Behandlung.
Wissenswertes über "Luxation"
Eine Luxation ist eine vollständige Ausrenkung eines Gelenks, bei der die Gelenkflächen nicht mehr in Kontakt stehen. Sie erfordert ärztliche Behandlung.
Was ist eine Luxation?
Eine Luxation (umgangssprachlich auch „Ausrenkung“ oder „Verrenkung“ genannt) bezeichnet die vollständige Verschiebung der Gelenkpartner eines Gelenks, sodass die Gelenkflächen keinen Kontakt mehr zueinander haben. Im Unterschied zur Subluxation, bei der noch ein teilweiser Kontakt besteht, sind bei einer vollständigen Luxation die Knochen vollständig aus ihrer normalen Position herausgetreten. Luxationen können an nahezu jedem Gelenk des Körpers auftreten, am häufigsten betroffen sind Schulter, Fingergelenke, Ellenbogen, Hüfte und Kniegelenk.
Ursachen
Luxationen entstehen meist durch äußere Gewalteinwirkung, können aber auch spontan auftreten:
- Trauma: Stürze, Sportunfälle oder Verkehrsunfälle sind die häufigsten Ursachen.
- Direkte Gewalteinwirkung: Ein Schlag oder Stoß auf ein Gelenk kann die Gelenkpartner verschieben.
- Muskelschwund oder Bandschwäche: Bei vorgeschädigten Bändern oder schwacher Muskulatur kann bereits eine geringe Krafteinwirkung zur Luxation führen.
- Angeborene Gelenkinstabilität: Manche Menschen haben von Geburt an eine erhöhte Gelenkbeweglichkeit (Hypermobilität), die das Risiko erhöht.
- Pathologische Luxation: Erkrankungen wie Arthritis oder Tumore können die Gelenkstruktur so verändern, dass eine Luxation ohne große Krafteinwirkung eintritt.
Symptome
Die Symptome einer Luxation sind in der Regel eindeutig und schmerzhaft:
- Starke Schmerzen im betroffenen Gelenk, oft unmittelbar nach dem Ereignis
- Sichtbare Verformung des Gelenks (das Gelenk sieht unnatürlich aus)
- Eingeschränkte oder aufgehobene Beweglichkeit des Gelenks
- Schwellung und Hämatom (Bluterguss) im Bereich des Gelenks
- Taubheitsgefühl oder Kribbeln, wenn Nerven oder Gefäße betroffen sind
Bei Verdacht auf eine Luxation sollte das betroffene Gelenk ruhiggestellt und umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Keinesfalls sollte versucht werden, das Gelenk selbst einzurenken, da dabei Nerven, Blutgefäße oder Knochen verletzt werden können.
Diagnose
Die Diagnose einer Luxation erfolgt durch:
- Körperliche Untersuchung: Der Arzt beurteilt die Stellung des Gelenks, prüft die Durchblutung, Motorik und Sensibilität (DMS-Kontrolle).
- Röntgenaufnahme: Sie bestätigt die Diagnose, zeigt das Ausmaß der Verschiebung und schließt Begleitfrakturen aus.
- MRT oder CT: Bei komplexen Luxationen oder Verdacht auf Weichteilschäden (z.B. Sehnen- oder Bandverletzungen) können diese bildgebenden Verfahren eingesetzt werden.
Behandlung
Reposition
Die wichtigste Behandlungsmaßnahme ist die Reposition – das Zurückführen der Gelenkpartner in ihre normale Position. Dies wird ausschließlich von medizinischem Fachpersonal durchgeführt, meist unter Schmerzmittelgabe oder Kurznarkose.
Ruhigstellung und Nachbehandlung
Nach der Reposition wird das Gelenk für eine bestimmte Zeit ruhiggestellt (z.B. mit einer Schiene oder Bandage), um die Heilung der Bänder und Weichteile zu ermöglichen. Anschließend erfolgt eine gezielte Physiotherapie, um Muskelkraft, Stabilität und Beweglichkeit wiederherzustellen.
Operative Behandlung
Bei Begleitverletzungen wie Frakturen, Sehnenrissen oder schweren Bandverletzungen kann ein operativer Eingriff notwendig sein. Auch bei wiederkehrenden (habituellen) Luxationen, vor allem an der Schulter, wird häufig eine Operation empfohlen.
Komplikationen
Nicht behandelte oder fehlbehandelte Luxationen können zu dauerhaften Gelenk- und Weichteilschäden, chronischer Instabilität, Arthrose oder Nervenschäden führen. Eine frühzeitige ärztliche Versorgung ist daher unbedingt erforderlich.
Quellen
- Niethard, F.U., Pfeil, J., Biberthaler, P. (2014). Duale Reihe Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag.
- Rockwood, C.A., Green, D.P. (Hrsg.) (2019). Rockwood and Green's Fractures in Adults. Wolters Kluwer.
- Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU): Leitlinien zur Behandlung von Gelenkverletzungen. Verfügbar unter: https://www.dgu-online.de
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