Lymphknoten geschwollen Achsel - Ursachen & Behandlung
Geschwollene Lymphknoten in der Achsel können auf Infektionen, Entzündungen oder selten auf ernstere Erkrankungen hinweisen. Erfahren Sie mehr über Ursachen, Symptome und Behandlung.
Wissenswertes über "Lymphknoten geschwollen Achsel"
Geschwollene Lymphknoten in der Achsel können auf Infektionen, Entzündungen oder selten auf ernstere Erkrankungen hinweisen. Erfahren Sie mehr über Ursachen, Symptome und Behandlung.
Was sind Lymphknoten in der Achsel?
Die Lymphknoten in der Achselhöhle (medizinisch: Nodi lymphoidei axillares) sind ein wichtiger Teil des menschlichen Immunsystems. Sie fungieren als Filterstationen für die Lymphflüssigkeit aus dem Arm, der Brust und der seitlichen Rumpfregion. Normalerweise sind diese Lymphknoten kaum tastbar. Schwellen sie an, ist dies meist ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem aktiv gegen eine Erkrankung vorgeht.
Ursachen
Geschwollene Lymphknoten in der Achsel haben viele mögliche Ursachen, die von harmlos bis ernsthafter Natur reichen können:
Häufige, gutartige Ursachen
- Infektionen: Bakterielle oder virale Infektionen der Arme, Hände oder der Brust sind die häufigste Ursache. Dazu gehören zum Beispiel Wundinfektionen, Abszesse oder die Katzenkratzkrankheit.
- Erkrankungen der oberen Atemwege: Grippe, Erkältungen oder andere Virusinfektionen können vorrübergehend eine Schwellung der Achsellymphknoten verursachen.
- Hautreizungen: Rasieren, Deodorantunverträglichkeiten oder Eingewachsene Haare können lokale Entzündungen und damit eine Lymphknotenschwellung auslösen.
- Impfungen: Nach bestimmten Impfungen (z. B. COVID-19-Impfung, Grippe-Impfung) kann es vorübergehend zu einer Schwellung der Achsellymphknoten auf der geimpften Seite kommen.
Weniger häufige oder ernstere Ursachen
- Brustkrebs (Mammakarzinom): Geschwollene Achsellymphknoten können auf eine Ausbreitung von Brustkrebszellen hinweisen und sollten unbedingt ärztlich abgeklärt werden.
- Lymphom: Erkrankungen des lymphatischen Systems wie das Hodgkin-Lymphom oder Non-Hodgkin-Lymphom können zu einer schmerzlosen Lymphknotenvergrößerung führen.
- Andere Krebserkrankungen: Metastasen anderer Tumoren können in die Achsellymphknoten streuen.
- Autoimmunerkrankungen: Erkrankungen wie Lupus erythematodes oder rheumatoide Arthritis können eine generalisierte Lymphknotenschwellung verursachen.
- Medikamente: Bestimmte Arzneimittel (z. B. Phenytoin, Allopurinol) können als Nebenwirkung eine Lymphknotenschwellung hervorrufen.
Symptome
Eine Schwellung der Achsellymphknoten äußert sich durch unterschiedliche Beschwerden, abhängig von der Ursache:
- Spürbare oder sichtbare Schwellung in der Achselhöhle
- Druckschmerz oder Schmerzen beim Bewegen des Arms
- Rötung oder Wärme über dem Lymphknoten (bei Infektionen)
- Allgemeines Krankheitsgefühl, Fieber oder Nachtschwweiß (bei systemischen Erkrankungen)
- Ungewollter Gewichtsverlust (mögliches Warnsignal)
- Verhrtete, nicht verschiebliche Lymphknoten (möglicher Hinweis auf Malignom)
Diagnose
Zur Abklärung geschwollener Achsellymphknoten stehen verschiedene Untersuchungen zur Verfügung:
- Körperliche Untersuchung: Der Arzt oder die Ärztin tastet die Lymphknoten ab und beurteilt Größe, Konsistenz, Verschieblichkeit und Schmerzhaftigkeit.
- Blutuntersuchungen: Ein großes Blutbild sowie Entzündungsmarker (CRP, BSG) können Hinweise auf Infektionen oder Bluterkrankungen geben.
- Ultraschall (Sonografie): Mit dem Ultraschall können Größe, Form und Struktur der Lymphknoten genauer beurteilt werden.
- Biopsie: Bei unklarer Ursache oder Verdacht auf ein Lymphom bzw. Malignom kann eine Gewebeprobe entnommen und feingeweblich untersucht werden.
- Bildgebung: In bestimmten Fällen werden zusätzlich ein MRT, CT oder eine Mammografie durchgeführt.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache:
- Infektionen: Bakterielle Infektionen werden mit Antibiotika behandelt. Virale Infektionen heilen meist von selbst ab; schmerzlindernde Mittel wie Ibuprofen oder Paracetamol können die Beschwerden lindern.
- Hautreizungen: Das Vermeiden auslösender Faktoren (z. B. Rasur, Deodorant) sowie lokale Pflegemaßnahmen helfen, die Schwellung zurückgehen zu lassen.
- Krebserkrankungen: Je nach Diagnose kommen Operation, Strahlentherapie, Chemotherapie oder zielgerichtete Therapien zum Einsatz.
- Autoimmunerkrankungen: Entzündungshemmende Medikamente und immunmodulatorische Therapien werden eingesetzt.
Wann zum Arzt?
In folgenden Situationen sollte unbedingt ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden:
- Die Schwellung besteht länger als 2–3 Wochen ohne erkennbaren Grund.
- Der Lymphknoten ist hart, kaum verschieblich oder wwächst schnell.
- Begleitende Symptome wie Fieber, Nachtschwweiß oder ungewollter Gewichtsverlust treten auf.
- Es besteht eine bekannte Krebserkrankung oder ein erhöhtes Krebsrisiko.
- Die Schwellung ist schmerzhaft und nimmt trotz Behandlung nicht ab.
Quellen
- Robert Koch-Institut (RKI): Merkblatt zu Lymphknotenerkrankungen. Berlin, 2022.
- Herold, G. et al.: Innere Medizin. Eigenverlag, Köln, 2023.
- World Health Organization (WHO): Cancer - Breast Cancer Fact Sheet. Genf, 2023. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/breast-cancer
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