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Die Maisonneuve-Fraktur ist eine schwere Sprunggelenksverletzung mit Fibulafraktur im oberen Drittel und Schäden am Bandapparat. Sie erfordert meist operative Behandlung.
Die Maisonneuve-Fraktur ist eine schwere Sprunggelenksverletzung mit Fibulafraktur im oberen Drittel und Schäden am Bandapparat. Sie erfordert meist operative Behandlung.
Die Maisonneuve-Fraktur ist eine spezifische Form der Sprunggelenksfraktur, die erstmals 1840 vom französischen Chirurgen Jules Germain François Maisonneuve beschrieben wurde. Sie ist gekennzeichnet durch einen Knochenbruch im oberen Drittel der Fibula (Wadenbein), der durch eine Rotationsverletzung des Sprunggelenks entsteht. Gleichzeitig liegen typischerweise schwere Verletzungen der Bandstrukturen und der Membrana interossea am Unterschenkel vor.
Diese Verletzung wird häufig unterdiagnostiziert, da der Schmerz primär im Bereich des Sprunggelenks auftritt und der eigentliche Knochenbruch weit entfernt am Wadenbein liegt. Ein röntgenologisches Bild, das lediglich das Sprunggelenk abbildet, kann die Fraktur leicht übersehen.
Die Maisonneuve-Fraktur entsteht in der Regel durch eine Aussenrotationsverletzung des Sprunggelenks, häufig kombiniert mit einer Pronationsbewegung des Fußes. Typische Auslöser sind:
Die einwirkende Kraft wird vom Sprunggelenk über die Membrana interossea (eine bindegewebige Verbindung zwischen Schien- und Wadenbein) nach proximal weitergeleitet, bis sie am oberen Wadenbein eine Fraktur verursacht. Dabei kommt es fast immer zu zusätzlichen Verletzungen des medialen Knöchels, der vorderen Syndesmose oder des Deltaligaments.
Die Symptome der Maisonneuve-Fraktur können initial täuschend sein und werden oft als einfache Sprunggelenksdistorsion fehlgedeutet. Typische Beschwerden sind:
Entscheidend für die Diagnose ist die gezielte Untersuchung des gesamten Wadenbeins bis zum Kniegelenk, da der Frakturschmerz oft nur proximal auftritt.
Die Diagnose der Maisonneuve-Fraktur erfordert eine strukturierte klinische und bildgebende Abklärung:
Der Arzt tastet das gesamte Wadenbein ab und prüft auf Druckschmerz im proximalen Bereich. Spezifische Tests wie der Aussenrotationstest und der Squeeze-Test können auf eine Syndesmoseninstabilität hinweisen.
Die Maisonneuve-Fraktur wird in der klinischen Praxis nach der Lauge-Hansen-Klassifikation als Pronations-Aussenrotationsverletzung Grad III oder IV eingestuft. Alternativ wird sie nach der Weber-Klassifikation als Typ C (Fraktur oberhalb der Syndesmose) klassifiziert, was eine Syndesmoseninstabilität impliziert.
Eine konservative Therapie ist nur in seltenen Fällen möglich, nämlich wenn das Sprunggelenk stabil ist und keine signifikante Syndesmoseninstabilität vorliegt. Sie umfasst:
In den meisten Fällen ist aufgrund der Syndesmoseninstabilität eine Operation erforderlich. Das Ziel ist die Wiederherstellung der stabilen Sprunggelenksgabel. Die chirurgischen Maßnahmen umfassen:
Nach operativer Versorgung ist eine konsequente Nachbehandlung wichtig für ein gutes Langzeitergebnis:
Bei frühzeitiger und korrekter Behandlung ist die Prognose gut. Unbehandelte oder unterdiagnostizierte Fälle können jedoch zu chronischer Instabilität, Arthrose des Sprunggelenks und dauerhaften Funktionseinschränkungen führen.
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