Makroalbuminurie: Ursachen, Symptome & Behandlung
Makroalbuminurie bezeichnet eine stark erhöhte Ausscheidung des Proteins Albumin im Urin und ist ein wichtiges Warnsignal für eine schwere Nierenschädigung.
Wissenswertes über "Makroalbuminurie"
Makroalbuminurie bezeichnet eine stark erhöhte Ausscheidung des Proteins Albumin im Urin und ist ein wichtiges Warnsignal für eine schwere Nierenschädigung.
Was ist Makroalbuminurie?
Makroalbuminurie bezeichnet eine deutlich erhöhte Ausscheidung des Blutproteins Albumin über den Urin. Von Makroalbuminurie spricht man, wenn die Albuminausscheidung über 300 mg pro Tag bzw. ein Albumin-Kreatinin-Verhältnis von mehr als 300 mg/g im Spontanurin beträgt. Sie ist eine fortgeschrittene Form der Albuminurie und gilt als ernstes Zeichen einer Nierenschädigung.
Die Erkrankung wurde früher auch als klinische Proteinurie oder manifeste Nephropathie bezeichnet. Sie markiert einen wichtigen Wendepunkt im Verlauf von Nierenerkrankungen, da ab diesem Stadium das Risiko für Nierenversagen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen stark ansteigt.
Ursachen
Die häufigsten Ursachen der Makroalbuminurie sind chronische Erkrankungen, die die Nierengefäße und den Glomerulus (Nierenknäuel) schädigen:
- Diabetische Nephropathie: Die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2) ist die häufigste Ursache. Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte schädigen die kleinen Blutgefäße in der Niere.
- Arterielle Hypertonie: Chronisch hoher Blutdruck übt einen erhöhten Druck auf die Nierengefäße aus und führt zu deren Schädigung.
- Glomerulonephritis: Entzündliche Erkrankungen der Nierenfilter können die Filterfunktion dauerhaft beeinträchtigen.
- Autoimmunerkrankungen: Erkrankungen wie Lupus erythematodes können die Nieren angreifen.
- Chronische Nierenerkrankungen (CKD): Verschiedene Grunderkrankungen können über Jahre hinweg zur Makroalbuminurie führen.
Symptome
Makroalbuminurie selbst verursacht oft keine direkten Beschwerden. Bei sehr hohen Eiweißverlusten können jedoch folgende Zeichen auftreten:
- Schaumiger Urin: Ein sichtbares Zeichen für hohe Eiweißmengen im Urin.
- Ödeme: Wasseransammlungen, vor allem an den Beinen, Füßen und Augenlidern, durch den Eiweißverlust im Blut.
- Müdigkeit und Schwäche: Folge des Eiweißmangels im Körper.
- Bluthochdruck: Häufig gleichzeitig vorhanden und verstärkt die Nierenschädigung.
Da die Symptome oft unspezifisch sind, wird Makroalbuminurie häufig durch Routine-Urinuntersuchungen entdeckt.
Diagnose
Die Diagnose wird durch Labortests gestellt:
- Urinanalyse: Nachweis von Albumin im Urin, typischerweise über einen 24-Stunden-Sammelurin oder den Albumin-Kreatinin-Quotienten (ACR) im Spontanurin.
- Grenzwerte: Makroalbuminurie liegt bei einem ACR > 300 mg/g oder einer Albuminausscheidung > 300 mg/24h vor. Zum Vergleich: Mikroalbuminurie liegt zwischen 30 und 300 mg/g.
- Blutuntersuchungen: Kreatinin, Harnstoff und die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) werden bestimmt, um die Nierenfunktion zu beurteilen.
- Blutdruckmessung und Blutzuckerkontrolle: Zur Identifikation und Behandlung von Grunderkrankungen.
Behandlung
Die Behandlung der Makroalbuminurie zielt darauf ab, die Grunderkrankung zu kontrollieren und das Fortschreiten der Nierenschädigung zu verlangsamen:
- Blutdruckeinstellung: ACE-Hemmer oder AT1-Rezeptorblocker (Sartane) sind Mittel der ersten Wahl, da sie zusätzlich eine nierenschutzende Wirkung haben und die Albuminausscheidung senken.
- Blutzuckerkontrolle: Bei Diabetes ist eine optimale Einstellung des Blutzuckers entscheidend, um weitere Nierenschäden zu verhindern.
- Salzarme Ernährung: Reduziert den Blutdruck und entlastet die Nieren.
- Eiweißreduzierte Ernährung: Kann die Nieren entlasten und die Progression verlangsamen.
- SGLT2-Inhibitoren: Neuere Antidiabetika (z. B. Empagliflozin, Dapagliflozin) zeigen auch bei chronischer Nierenerkrankung einen nierenschutzenden Effekt.
- Reguläre Verlaufskontrollen: Engmaschige Überwachung der Nierenwerte und des Blutdrucks ist essenziell.
Quellen
- Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO) - KDIGO 2022 Clinical Practice Guideline for Diabetes Management in Chronic Kidney Disease. Kidney International, 2022.
- Nationale Versorgungsleitlinie (NVL) Nierenerkrankungen bei Diabetes im Erwachsenenalter, Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ), 2019.
- Herold, G. et al. - Innere Medizin 2023. Eigenverlag, Köln, 2023.
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