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Malignes Mesotheliom: Ursachen, Symptome & Therapie

Das maligne Mesotheliom ist ein seltener, aggressiver Tumor der Mesothelzellen, häufig durch Asbestexposition verursacht. Er betrifft meist die Pleura (Brustfell).

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Wissenswertes über "Malignes Mesotheliom"

Das maligne Mesotheliom ist ein seltener, aggressiver Tumor der Mesothelzellen, häufig durch Asbestexposition verursacht. Er betrifft meist die Pleura (Brustfell).

Was ist das maligne Mesotheliom?

Das maligne Mesotheliom ist ein seltener, aber hochaggressiver bösartiger Tumor, der von den Mesothelzellen ausgeht. Diese Zellen bilden die dünnen Gewebeschichten (Mesothel), die innere Körperhohlräume auskleiden. Am häufigsten betrifft die Erkrankung die Pleura (Brustfell, das die Lunge umgibt), seltener das Peritoneum (Bauchfell), den Perikard (Herzbeutel) oder die Tunica vaginalis des Hodens. Das maligne Mesotheliom wird in der Regel mit einer langen Latenzzeit nach einer Asbestexposition in Verbindung gebracht und gilt als eine der schwersten berufsbedingten Krebserkrankungen.

Ursachen und Risikofaktoren

Die bei weitem häufigste Ursache des malignen Mesothelioms ist die Exposition gegenüber Asbestfasern. Asbest ist ein natürlich vorkommendes Silikatmineral, das bis in die 1990er Jahre in der Bauindustrie, im Schiffsbau und in der Industrie weit verbreitet eingesetzt wurde.

  • Asbestexposition: Inhalierte oder verschluckte Asbestfasern lagern sich im Gewebe ab und verursachen über Jahrzehnte chronische Entzündungen und DNA-Schäden.
  • Latenzzeit: Die Erkrankung manifestiert sich typischerweise erst 20 bis 50 Jahre nach der ersten Asbestexposition.
  • Erionit: Ein weiteres mineralisches Fasermaterial, das in einigen Regionen der Türkei mit erhöhten Mesotheliomraten assoziiert ist.
  • Strahlentherapie: In seltenen Fällen kann eine frühere Strahlentherapie im Thoraxbereich das Risiko erhöhen.
  • Genetische Faktoren: Mutationen im BAP1-Gen können die Anfälligkeit für Mesotheliom erhöhen.

Symptome

Die Symptome des malignen Mesothelioms entwickeln sich oft schleichend und werden in frühen Stadien leicht übersehen. Sie hängen von der betroffenen Körperregion ab.

Pleuramesotheliom (Brustfell)

  • Anhaltender, dumpfer Brustschmerz
  • Atemnot durch Pleuraerguss (Flüssigkeitsansammlung zwischen Lunge und Brustwand)
  • Trockener, anhaltender Husten
  • Ungewollter Gewichtsverlust
  • Müdigkeit und Schwäche

Peritonealmesotheliom (Bauchfell)

  • Bauchschmerzen und Blähbauch
  • Aszites (Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum)
  • Übelkeit und Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust

Diagnose

Die Diagnose des malignen Mesothelioms ist aufgrund der unspezifischen Symptome oft eine Herausforderung und erfordert mehrere diagnostische Schritte.

  • Bildgebung: Röntgenaufnahme des Thorax, Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) können Tumorausdehnung und Ergüsse sichtbar machen.
  • PET-CT: Zur Beurteilung von Metastasen und Therapieplanung.
  • Pleurapunktion / Aszitespunktion: Entnahme von Ergüssflüssigkeit zur zytologischen Untersuchung.
  • Biopsie: Die Thorakoskopie (minimal-invasive Kamera-Untersuchung der Brusthöhle) mit Gewebeentnahme gilt als Goldstandard zur histologischen Sicherung der Diagnose.
  • Immunhistochemie: Zur genauen Klassifikation des Tumortyps (epitheloider, sarkomatoider oder biphasischer Subtyp).
  • Biomarker: Mesothelin und Fibulin-3 im Blut können als ergänzende Marker dienen.

Behandlung

Die Behandlung des malignen Mesothelioms richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung, dem Allgemeinzustand des Patienten und dem histologischen Subtyp. Eine Heilung ist in den meisten Fällen nicht möglich; der Fokus liegt auf Lebenszeitverlängerung und Verbesserung der Lebensqualität.

Chirurgie

Bei frühzeitig erkanntem, operablem Pleuramesotheliom kann eine pleuropneumonektomie (Entfernung von Lunge, Pleura und Teilen des Zwerchfells) oder eine weniger radikale pleurektomie/Dekortikation in Betracht gezogen werden.

Chemotherapie

Die Standardtherapie in der Erstlinie ist die Kombination aus Pemetrexed und Cisplatin (ggf. mit Folinsäure und Vitamin B12 zur Reduktion der Nebenwirkungen). Diese Kombination verlängert das Überleben und verbessert Symptome im Vergleich zu einer Monotherapie.

Immuntherapie

Die Kombination aus Nivolumab und Ipilimumab (Checkpoint-Inhibitoren) hat sich als neue Erstlinientherapie bei nicht-resezierbarem malignem Pleuramesotheliom etabliert und zeigt in Studien eine Verlängerung des Gesamtüberlebens gegenüber der klassischen Chemotherapie.

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie wird vor allem zur palliativen Schmerzbehandlung oder zur Prophylaxe von Metastasen entlang von Biopsiekanälen eingesetzt.

Palliativmedizin

Ergänzend sind palliativmedizinische Maßnahmen essenziell, darunter die Drainage von Pleuraergüssen, Schmerztherapie und psychosoziale Unterstützung.

Prognose

Das maligne Mesotheliom hat insgesamt eine schlechte Prognose. Die mediane Überlebenszeit nach Diagnose beträgt je nach Therapie und Stadium zwischen 12 und 18 Monaten. Der epitheloide Subtyp weist gegenüber dem sarkomatoiden Subtyp eine günstigere Prognose auf. Frühzeitige Diagnose und Behandlung in spezialisierten Zentren können das Überleben verbessern.

Quellen

  1. Ettinger DS et al. - Malignant Pleural Mesothelioma: NCCN Clinical Practice Guidelines in Oncology. National Comprehensive Cancer Network (NCCN), 2023.
  2. Baas P et al. - First-line nivolumab plus ipilimumab in unresectable malignant pleural mesothelioma. The Lancet, 2021; 397(10272): 375-386.
  3. World Health Organization (WHO) - Asbestos: elimination of asbestos-related diseases. WHO Fact Sheet, 2023. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/asbestos-elimination-of-asbestos-related-diseases
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