Malokklusion: Ursachen, Symptome & Behandlung
Malokklusion bezeichnet eine Fehlstellung der Zähne oder Kiefer, bei der Ober- und Unterkiefer nicht korrekt zusammenpassen. Dies kann Kauen, Sprechen und die Mundgesundheit beeinträchtigen.
Wissenswertes über "Malokklusion"
Malokklusion bezeichnet eine Fehlstellung der Zähne oder Kiefer, bei der Ober- und Unterkiefer nicht korrekt zusammenpassen. Dies kann Kauen, Sprechen und die Mundgesundheit beeinträchtigen.
Was ist eine Malokklusion?
Der Begriff Malokklusion stammt aus dem Lateinischen und bedeutet wörtlich „schlechter Biss“. Er beschreibt eine Fehlstellung der Zähne oder des Kiefers, bei der die Zähne des Ober- und Unterkiefers beim Zusammenbeißen nicht in der idealen Position aufeinandertreffen. Malokklusionen gehören zu den häufigsten Zahn- und Kiefererkrankungen weltweit und betreffen Menschen aller Altersgruppen.
Ursachen
Eine Malokklusion kann verschiedene Ursachen haben:
- Genetische Faktoren: Eine vererbte Kiefergröße oder Zahnform, die nicht zueinander passen.
- Frühzeitiger Milchzahnverlust: Wenn Milchzähne zu früh verloren gehen, können die bleibenden Zähne in eine falsche Position wachsen.
- Angewohnheiten im Kindesalter: Langfristiges Daumenlutschen, der Gebrauch eines Schnullers über das zweite Lebensjahr hinaus oder Zungenpressen können die Zahnstellung beeinflussen.
- Verletzungen: Unfälle, die den Kiefer verformen oder Zähne verschieben.
- Tumoren oder Zysten: Selten können Wachstumsprozesse im Kiefer eine Malokklusion verursachen.
- Falsche Atemmuster: Chronische Mundatmung kann die Kieferentwicklung beeinflussen.
Klassifikation nach Angle
Die bekannteste Einteilung von Malokklusionen geht auf den Kieferorthopäden Edward Angle zurück und unterscheidet drei Hauptklassen:
- Klasse I (Neutralokklusion): Die Molaren stehen korrekt zueinander, aber einzelne Zähne sind fehlgestellt (z. B. Engstand, Drängung).
- Klasse II (Distalokklusion / „Rückbiss“): Der Unterkiefer liegt zu weit hinten; der Oberkiefer steht vor. Häufig als überstehende Frontzähne sichtbar.
- Klasse III (Mesialokklusion / „Vorbiss“): Der Unterkiefer liegt zu weit vorne; Unterzähne stehen vor den Oberzähnen.
Symptome und Folgen
Eine Malokklusion muss nicht immer schmerzhaft sein, kann aber je nach Schweregrad verschiedene Beschwerden verursachen:
- Schwierigkeiten beim Kauen oder Beissen
- Undeutliche Aussprache oder Sprachstörungen
- Kieferschmerzen oder Beschwerden im Kiefergelenk (Kiefergelenksdysfunktion / CMD)
- Kopfschmerzen und Nackenschmerzen
- Erhöhtes Kariesrisiko durch schwer erreichbare Zahnzwischenräume
- Zahnfleischprobleme und Parodontitis
- Psychische Belastung durch ästhetische Beeinträchtigung
Diagnose
Die Diagnose einer Malokklusion erfolgt durch einen Zahnarzt oder Kieferorthopäden. Dabei kommen folgende Untersuchungen zum Einsatz:
- Klinische Untersuchung: Beurteilung der Zahnstellung und des Bisses durch den Behandler
- Röntgenaufnahmen: Panoramaröntgen (OPG) und Fernröntgenseitenaufnahme (FRS) zur genauen Lagebestimmung der Zähne und Kiefer
- Abdrücke und digitale Scans: Erstellung von Kiefermodellen zur detaillierten Analyse
- Funktionsanalyse: Beurteilung des Kiefergelenks und der Kaufunktion
Behandlung
Die Therapie richtet sich nach Art und Schweregrad der Malokklusion sowie dem Alter des Patienten:
Kieferorthopädische Behandlung
- Festsitzende Zahnspange (Brackets): Korrekt die Zahnstellung über einen definierten Zeitraum, häufig 1–3 Jahre.
- Herausnehmbare Apparaturen: Besonders bei Kindern in der Wachstumsphase eingesetzt.
- Aligner (transparente Schienen): Eine ästhetisch unauffällige Alternative zur klassischen Zahnspange.
- Retainer: Nach der aktiven Behandlungsphase sorgen Retainer dafür, dass Zähne in der neuen Position bleiben.
Kieferchirurgische Behandlung
Bei schweren skelettalen Fehlstellungen, die kieferorthopädisch allein nicht korrigiert werden können, ist ein chirurgischer Eingriff (Dysgnathieoperation) notwendig. Dabei werden die Kieferknochen operativ in die korrekte Position gebracht.
Weitere Maßnahmen
- Zahnextraktionen bei starkem Engstand
- Aufbissschienen bei kiefergelenksbedingten Beschwerden
- Logopädie bei Sprachstörungen infolge der Fehlstellung
Prävention
Eine frühzeitige zahnarztliche Kontrolle ab dem ersten Lebensjahr und die Vermeidung langfristiger schädlicher Gewohnheiten (z. B. Daumenlutschen, Mundatmung) können das Risiko einer Malokklusion verringern. Frühzeitige kieferorthopädische Abklärung im Kindesalter ermöglicht eine effektivere Behandlung.
Quellen
- World Health Organization (WHO): Oral Health Fact Sheets. Geneva, 2023. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/oral-health
- Proffit WR, Fields HW, Sarver DM: Contemporary Orthodontics. 6. Auflage. Elsevier Mosby, 2018.
- Angle EH: Classification of malocclusion. Dental Cosmos, 1899;41:248–264. Historische Originalquelle zur Angle-Klassifikation.
Meistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des Immunsystems
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac, Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieOkklusion
Knirschschiene
Eosinophile
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kaloriengehalt
Kölner Liste
Verwandte Suchbegriffe: Malokklusion