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Das Mantelzelllymphom (MCL) ist ein seltenes, aggressives Non-Hodgkin-Lymphom, das von B-Lymphozyten der Mantelzone ausgeht. Es betrifft häufig ältere Männer und erfordert eine spezialisierte Behandlung.
Das Mantelzelllymphom (MCL) ist ein seltenes, aggressives Non-Hodgkin-Lymphom, das von B-Lymphozyten der Mantelzone ausgeht. Es betrifft häufig ältere Männer und erfordert eine spezialisierte Behandlung.
Das Mantelzelllymphom (MCL, von englisch Mantle Cell Lymphoma) ist eine seltene Form des Non-Hodgkin-Lymphoms, einer bösartigen Erkrankung des lymphatischen Systems. Es entsteht aus entarteten B-Lymphozyten, also weissen Blutzellen des Immunsystems, die normalerweise in der sogenannten Mantelzone der Lymphknoten angesiedelt sind. Das MCL macht etwa 5–7 % aller Non-Hodgkin-Lymphome aus und gilt als aggressiver Lymphomtyp mit einer Neigung zur frühzeitigen Ausbreitung im Körper.
Die genaue Ursache des Mantelzelllymphoms ist noch nicht vollständig geklärt. Im Mittelpunkt steht jedoch eine charakteristische chromosomale Veränderung: die Translokation t(11;14), bei der genetisches Material zwischen den Chromosomen 11 und 14 ausgetauscht wird. Dies führt zu einer Überexpression des Proteins Cyclin D1, welches die Zellteilung unkontrolliert antreibt.
Das Mantelzelllymphom verursacht häufig unspezifische Beschwerden, die auch bei anderen Lymphomformen auftreten können. Typische Symptome sind:
Die Diagnose des Mantelzelllymphoms erfordert mehrere diagnostische Schritte:
Die Diagnose wird in erster Linie durch eine Lymphknoten- oder Gewebebiopsie gestellt. Das entnommene Gewebe wird unter dem Mikroskop untersucht, um die charakteristischen Lymphomzellen zu identifizieren.
Mithilfe der Immunhistochemie wird die Überexpression von Cyclin D1 und das Vorhandensein des Oberflächenmarkers CD5 nachgewiesen. Die Translokation t(11;14) kann durch Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH) oder molekulargenetische Methoden bestätigt werden.
Die Behandlung des Mantelzelllymphoms richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung, dem Alter und dem Allgemeinzustand des Patienten sowie dem Risikoprofil (ermittelt durch den MIPI-Score, den Mantle Cell Lymphoma International Prognostic Index).
Bei jüngeren und körperlich fitten Patienten wird in der Regel eine intensive Immunochemotherapie angestrebt, häufig mit dem R-CHOP- oder R-DHAP-Schema, gefolgt von einer autologen Stammzelltransplantation zur Konsolidierung des Ansprechens.
Für ältere oder weniger fitte Patienten werden weniger intensive Schemata bevorzugt, wie R-CHOP oder BR (Bendamustin plus Rituximab), oft gefolgt von einer Erhaltungstherapie mit Rituximab.
Bei einem Rückfall (Rezidiv) oder bei refraktären Verläufen stehen modernere, zielgerichtete Substanzen zur Verfügung:
Das Mantelzelllymphom zeigt oft ein gutes initiales Ansprechen auf die Therapie, neigt jedoch zu Rückfällen. Die mediane Überlebenszeit hat sich durch moderne Therapien deutlich verbessert und liegt heute bei vielen Patienten bei 5–10 Jahren oder länger. Ein kleiner Anteil der Patienten zeigt einen indolenten (langsamen) Verlauf, der zunächst keine sofortige Therapie erfordert.
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