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Das Marcus Gunn Syndrom ist eine seltene angeborene Erkrankung, bei der sich ein hängendes Augenlid beim Kauen oder Öffnen des Mundes unwillkürlich hebt.
Das Marcus Gunn Syndrom ist eine seltene angeborene Erkrankung, bei der sich ein hängendes Augenlid beim Kauen oder Öffnen des Mundes unwillkürlich hebt.
Das Marcus Gunn Syndrom – auch bekannt als Jaw-Winking-Phänomen oder Marcus-Gunn-Phänomen – ist eine seltene, angeborene neurologische Augenkrankheit. Sie ist durch eine unwillkürliche Hebung eines hängenden Augenlids (Ptosis) gekennzeichnet, die auftritt, wenn der Unterkiefer bewegt wird – zum Beispiel beim Kauen, Gehäfeln, Saugen oder Öffnen des Mundes. Das Syndrom wurde erstmals 1883 vom schottischen Augenarzt Robert Marcus Gunn beschrieben.
Es handelt sich um eine Form der sogenannten synkinetischen Ptosis, also einer Lidhebung, die durch eine fehlerhafte neuronale Verbindung zwischen dem Kaumuskelnerv (Nervus trigeminus) und dem Lidheber (Musculus levator palpebrae superioris) verursacht wird.
Das Marcus Gunn Syndrom ist überwiegend angeboren und tritt meist einseitig auf. Die genaue Ursache ist eine fehlerhafte Nervenverbindung (Fehlinnervation) zwischen dem dritten Hirnnerven (Nervus oculomotorius), der normalerweise den Lidheber steuert, und dem dritten Ast des fünften Hirnnerven (Nervus trigeminus), der die Kaumuskeln innerviert.
Das Leitsymptom des Marcus Gunn Syndroms ist die charakteristische unwillkürliche Lidhebung beim Kieferbewegung. Im Einzelnen können folgende Symptome auftreten:
Die Diagnose des Marcus Gunn Syndroms wird in der Regel klinisch gestellt, d.h. durch Beobachtung und Untersuchung. Eine besondere Bildgebung oder Labordiagnostik ist in den meisten Fällen nicht erforderlich.
Nicht alle Betroffenen benötigen eine operative Behandlung. Die Therapieentscheidung richtet sich nach dem Schweregrad der Ptosis, dem Ausmaß des Jaw-Winkings und dem Vorliegen einer Amblyopie.
Bei ausgeprägter Ptosis oder störendem Jaw-Winking ist eine chirurgische Korrektur indiziert. Zwei Hauptverfahren stehen zur Verfügung:
Die Operation wird in der Regel im Kindesalter durchgeführt, sobald eine ausreichende Reife des Kindes und eine stabile Augenstellung vorliegen.
Bei frühzeitiger Diagnose und geeigneter Behandlung ist die Prognose für das Sehvermögen in der Regel gut. Eine regelmäßige augenfachliche Nachsorge ist wichtig, um eine Amblyopie rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. Kosmetische und funktionelle Ergebnisse nach Operation sind im Allgemeinen zufriedenstellend.
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