-
DE
Masern sind eine hochansteckende Virusinfektion mit potenziell schweren Komplikationen. Erfahre hier alles über Symptome, Übertragung, Verlauf und die wichtige Schutzimpfung.
Masern sind eine hochansteckende Virusinfektion mit potenziell schweren Komplikationen. Erfahre hier alles über Symptome, Übertragung, Verlauf und die wichtige Schutzimpfung.
Masern sind eine hochansteckende Infektionskrankheit, die durch das Masernvirus (Morbillivirus) verursacht wird. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion, etwa beim Husten oder Niesen, und bereits der Kontakt mit dem virushaltigen Aerosol genügt, um sich anzustecken. Masern gelten nicht nur als Kinderkrankheit – auch ungeimpfte Erwachsene können schwer erkranken.
Das Masernvirus ist extrem ansteckend: Etwa 90 % der ungeimpften Kontaktpersonen infizieren sich nach Kontakt mit einem Erkrankten. Die Inkubationszeit beträgt typischerweise 8 bis 10 Tage, die Ansteckungsfähigkeit beginnt bereits einige Tage vor Auftreten des Ausschlags.
Masern verlaufen in zwei Phasen:
1. Prodromalphase:
Fieber, Husten, Schnupfen, Bindehautentzündung (Konjunktivitis)
Lichtempfindlichkeit
Typisch: Koplik-Flecken (weiße Flecken an der Wangenschleimhaut)
2. Exanthemphase:
Hautausschlag (makulopapulös, beginnt hinter den Ohren und breitet sich über den Körper aus)
Fieberanstieg bis über 40 °C
Allgemeine Abgeschlagenheit
Nach etwa einer Woche klingt der Ausschlag ab. Das Immunsystem bleibt jedoch noch mehrere Wochen geschwächt, was das Risiko für Sekundärinfektionen erhöht.
Masern sind keine harmlose Krankheit. Etwa 10–20 % der Fälle verlaufen mit Komplikationen wie:
Mittelohrentzündung, Bronchitis oder Lungenentzündung
Masernenzephalitis (Gehirnentzündung): tritt in ca. 1 von 1.000 Fällen auf, potenziell tödlich
SSPE (subakute sklerosierende Panenzephalitis): seltene, aber immer tödlich verlaufende Spätkomplikation
Die zweifache Masernimpfung (MMR oder MMRV) gilt als sicherster Schutz. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt:
1. Impfung im Alter von 11–14 Monaten
2. Impfung im Alter von 15–23 Monaten
Nach zwei Impfungen besteht in über 95 % der Fälle ein lebenslanger Schutz. Seit März 2020 gilt in Deutschland eine Masern-Impfpflicht für Kinder in Kitas und Schulen sowie für Beschäftigte in Gemeinschaftseinrichtungen und medizinischen Berufen.
Eine spezifische antivirale Therapie gibt es nicht. Die Behandlung erfolgt symptomatisch:
Fiebersenkung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr
Abschirmung vor Licht bei Bindehautentzündung
Ärztliche Überwachung bei Komplikationen
Masern gelten laut WHO als potenziell eliminierbare Erkrankung, da das Virus keine tierischen Reservoire besitzt. Voraussetzung ist eine Impfrate von mindestens 95 % in der Bevölkerung – diese wird in Deutschland regional noch immer unterschritten, weshalb es regelmäßig zu lokalen Ausbrüchen kommt.
Literaturhinweise:
Robert Koch-Institut (2023). "Masern – Infektion, Impfempfehlungen, Meldesystem."
WHO (2022). "Measles Factsheet."
Moss, W. J. (2017). "Measles." Lancet.